Libanon

Nasrallah sieht Hisbollah »an allen Fronten in offenem Kampf«

Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah wandte sich per Videobotschaft an die Gäste der Trauerfeier für Terror-Kommandeur Fuad Shukr Foto: picture alliance / Anadolu

Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah sieht nach der Tötung seines Terror-Kommandeurs sowie von Hamas-Auslandschef Ismail Haniyeh eine neue Phase der Kampfhandlungen im Nahen Osten. »Wir befinden uns an allen Fronten in einem offenen Kampf, der in eine neue Phase eingetreten ist«, sagte der Generalsekretär der vom Iran kontrollierten schiitischen Terror-Miliz bei der Beerdigung von Fuad Shukr in Beirut per Videobotschaft. Der Feind (Israel) müsse sich auf Zorn und Rache einstellen und »weinen, weil ihr nicht wisst, welche roten Linien ihr überschritten habt«.

Die Tötung Haniyehs in Teheran sei ein »Angriff auf die Ehre« des Irans, sagte Nasrallah. Teils schien er den Iran regelrecht zu einem Angriff anzutreiben. Die Hisbollah werde sicher auf die Tötungen reagieren mit einer »echten Vergeltung«. Konkrete Drohungen etwa gegen israelische oder jüdische Einrichtungen im Ausland machte Nasrallah aber nicht.

Der getötete Shukr habe die meisten Hisbollah-Kommandeure trainiert und sei eine »Säule« der Miliz, sagte Nasrallah. Mit ihm habe er selbst vor dessen Tod ständigen Kontakt gehabt. Jede Lücke in der Führung werde aber rasch geschlossen. »Wir haben eine ausgezeichnete Generation aus Anführern«, tönte Nasrallah.

Israels Militär hatte Shukr am Dienstagabend in einem Vorort von Beirut gezielt getötet, da der Terror-Kommandant für den Raketenangriff auf Majdal Shams verantwortlich war, bei dem zwölf drusische Kinder und Jugendliche getötet wurden.

Wenige Stunden später wurde der Auslandschef der islamistischen Terrororganisation Hamas, Ismail Haniyeh, bei einer Bombenexplosion in der iranischen Hauptstadt Teheran getötet. Haniyeh war einer der Drahtzieher des Massakers vom 7. Oktober, dem schlimmsten Angriff auf Juden seit der Schoah.

Lesen Sie auch

Fuad Shukr war Nasrallahs rechte Hand

Shukr war als Person mit dem zweithöchsten Rang in der Terror-Miliz Nasrallahs rechte Hand und darüber hinaus ein prominenter Freund des früheren Kommandeurs der Hisbollah, Imad Mugnija, der 2008 in Damaskus bei einem Autobombenanschlag gezielt getötet wurde. Der Tod Shukrs gilt als schwerster Schlag Israels gegen die schiitische Terror-Miliz seit der Tötung Mugnijas vor mehr als 15 Jahren. Mugnija war Hisbollah-Gründungsmitglied. Er soll maßgeblich an zahlreichen Entführungen und Anschlägen im Libanon, in Saudi-Arabien und Argentinien beteiligt gewesen sein.

Die Hisbollah handelt nach eigenen Aussagen »in Solidarität« mit den verbündeten Terroristen der Hamas im Gazastreifen. Sollten die Kämpfe dort eingestellt werden, werde auch die Hisbollah ihre Waffen niederlegen, behauptete Nasrallah nun erneut. dpa/ja

Jerusalem/Beirut

Israel meldet Tötung von Hisbollah-Kommandeur im Südlibanon

Bei israelischen Luftangriffen am Samstag soll laut Militärangaben Abu Hassan Alaa getötet worden sein

 16.08.2026

Buenos Aires/Jerusalem

Mali und Liel Yahalomi in Argentinien gefunden

Das Drama um die in Wien verschwundene Mutter und Tochter hatte ganz Israel in Atem gehalten. Nun sind die beiden in Südamerika aufgetaucht – und der Fall erweist sich als viel komplizierter, als bisher gedacht

 16.08.2026

Essay

Politische und moralische Bankrotterklärung

Die Literaturkritikerin Maha El Hissy hat kein Problem damit, die populärste antisemitische Ritualmordlegende unserer Gegenwart zu verbreiten. Trotzdem wurde sie in die Jury des renommierten Deutschen Buchpreises berufen

von Daniel Neumann  15.08.2026

Österreich

Vermisste Israelinnen in Wien: Polizei stellt Suche ein

Europol hat die Ermittlungen im Fall der in Wien vermissten Israelinnen übernommen. Auch der Mossad soll vor Ort sein. Es wird davon ausgegangen, dass Mutter und Tochter nicht mehr in der Stadt sind

 14.08.2026

Religiosität

Mehr Israelis für jüdische Präsenz im öffentlichen Raum

Wie halten es die Israelis mit der Religion und genauer: mit dem öffentlich gelebten Judentum? Dieser Frage ging ein Rabbinernetzwerk nach

von Andrea Krogmann  14.08.2026

Washington/Tel Aviv/Gaza

US-Ermittler untersuchen Spendenkampagnen mit möglichen Verbindungen zu Terrorgruppen

Hunderttausende Euro sollen an die Hamas und den Palästinensischen Islamischen Dschihad weitergegeben worden sein

 14.08.2026

Nahost

Benjamin Netanjahu auf Gegenkurs zu Donald Trump

Israels Premier weist den Gaza-Plan des US-Präsidenten zurück

von Sophie Albers Ben Chamo  14.08.2026

Israel

Die Stimme, der man traut: Oren Nahari ist tot

Mit nur 70 Jahren ist der beliebte Journalist Oren Nahari gestorben. Wenige Tage nach seiner letzten Radiosendung

 13.08.2026

Wien

Vermisste Israelinnen: Gerüchte sorgen für Aktiensturz

Im Fall der vermissten Mutter und Tochter in Österreich haben Gerüchte in den sozialen Medien zu einem Kurssturz bei der israelischen Bank geführt, bei der eine der Frauen arbeitet

 13.08.2026