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Wegen Interview im Knast: Merzoug Touati Foto: Flash 90

Verhaftung
Ein algerischer Blogger ist verhaftet worden, weil er einen israelischen Diplomaten interviewt hat. Das Urteil: zehn Jahre Haft. Sein Anwalt teilte mit, dass Merzoug Touati gegen die harsche Entscheidung Berufung einlegen will. »Mein Mandant beteuert seine Unschuld. Er hat nichts getan, außer seine Rechte in Anspruch zu nehmen, die in der Verfassung abgesichert sind.« Der 30‐Jährige ist bereits seit Januar 2017 inhaftiert. Er hatte das Interview mit einem Sprecher des Außenministeriums in einem Video online veröffentlicht.

Rückgang
Zum ersten Mal seit Jahren geht die Zahl der israelischen Start‐ups zurück. Das gab das zentrale Statistikbüro (CBS) am Wochenanfang bekannt. Die jüngsten Zahlen zeigen, dass 2016 lediglich 625 neue Firmen gegründet wurden, die niedrigste Zahl seit 2011. Im selben Jahren hätten nahezu 400 Start‐ups dichtgemacht, die höchste Anzahl seit 2011. Es gibt jedoch auch gute Nachrichten in der Start‐up‐Nation: Noch nie haben so viele Menschen in diesem Bereich Jobs gefunden, und die Einkommen in diesem Sektor sind höher als in allen anderen. Nach Angaben des CBS waren 2016 4362 aller neu gegründeten Unternehmen in Israel aktiv.

Verdacht
Premierminister Benjamin Netanjahu könnte schon bald wegen krimineller Vergehen im »Fall 4000« angeklagt werden. Der ehemalige Sprecher des Premiers, Nir Hefetz, mittlerweile Zeuge der Anklage, habe »bahnbrechende Aussagen« gemacht, geben die Ermittler an. Das berichtete die Nachrichtensendung Chadaschot am Wochenende. Im Fall 4000 wird Netanjahu verdächtigt, dem Hauptaktionär des Medienunternehmens Bezeq, Schaul Elovitch, günstige Regulierungen der Regierung versprochen zu haben, die Hunderte von Millionen Dollar wert sind. Im Gegenzug habe Elovitch Netanjahu eine wohlwollende Berichterstattung zugesichert. Hefetz zufolge seien sich Netanjahu und Elovitch bewusst gewesen, dass dieser Deal gesetzeswidrig ist. Gegen den Premier wird seit Monaten wegen Korruption ermittelt. Am 12. Juni soll er erneut im Fall 4000 befragt werden. Sein Büro bezeichnet die neueste Berichterstattung als »einen Haufen von Lügen«.

Schaden
Schaden auf beiden Seiten: Am Wochenende wurden Anbaugebiete von Palästinensern und israelischen Siedlern zerstört. Zwei Vorfälle ereigneten sich innerhalb von 24 Stunden. Ein Palästinenser aus dem Dorf Bani Naim bei Hebron erstattete Anzeige bei der Polizei, weil sein Olivenhain beschädigt worden war. Daneben war auf Hebräisch gesprüht: »Schluss mit dem landwirtschaftlichen Terror! Wir kriegen euch überall!« Am Tag darauf entdeckte ein Bewohner der jüdischen Siedlung Schilo, dass Hunderte von Weinstöcken zerstört waren. Bislang sei auf keiner der beiden Seiten ein Verdächtiger festgenommen worden, so die Polizei.

Alija
Roman Abramovich ist jetzt Israeli. Der russische Milliardär und Eigentümer des britischen Fußballklubs Chelsea hat am Montag offiziell die Staatsbürgerschaft erhalten. Damit ist der 51‐Jährige zugleich der reichste Bürger des jüdischen Staates. 2017 schätzte »Forbes« sein Vermögen auf 9,1 Milliarden Dollar. Damit steht er auf Platz 139 der Liste der Reichsten der Welt; in Russland reichte es immerhin noch für Platz zwölf. Israel fühlt sich der Oligarch schon seit Langem verbunden. So spendete er etwa dem Sheba Medical Center in Tel Hashomer bei Tel Aviv 20 Millionen Dollar für den Aufbau eines Diagnostik‐ und Forschungszentrums für Nuklearmedizin. Insgesamt hat Abramovich bereits mit rund 57 Millionen Dollar medizinische Projekte in Sheba finanziert.

Streik
Mehr als 5000 Vertreter von Gesundheitsberufen sind am Sonntag in einen Streik getreten. Physiotherapeuten, Diätberater, Logopäden und andere demonstrieren damit gegen den Mangel an Fachkräften in ihren Bereichen. Die Gewerkschaft Histadrut hatte den Streik bekannt gegeben und erklärt: »Das Ende ist offen.« Die Mediziner in diesen Berufen seien völlig überlastet, hätten ein außergewöhnliches Arbeitspensum und würden in vielen Angestelltenverhältnissen ausgenutzt. »Es kann so nicht weitergehen, das System steht am Rande des Zusammenbruchs.« Das Finanzministerium gab an, es wolle sich die Zustände in diesem Bereich genauer ansehen, und erbat sich dafür sechs Wochen Zeit. Doch die Gewerkschaft ließ sich auf keinen Handel ein, denn sie argumentiert, dass es seit Januar einen Stillstand bei den Verhandlungen gebe.

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