Israel

Nachrichten

Maria Alyokhina von Pussy Riot Foto: dpa

Einladung
Diese Woche hat das jährliche Festival der internationalen Schriftsteller in Jerusalem begonnen. An vier Tagen gibt es in Mischkenot Schaananim Vorlesungen, Master Classes, Ausstellungen und Touren rund um die Literatur. Aus dem Ausland mit dabei ist unter anderem der australische Autor Graeme Simsion. Zoya Cherkassky kommt aus der Ukraine und der Gewinner des Man-Booker-Preises, Paul Beatty, aus den USA. Gemeinsam mit israelischen Kollegen diskutieren die Schriftsteller verschiedene Themen, etwa das Asperger-Syndrom und Autismus, Immigration nach Israel sowie Anne Frank. Auch teilnehmen wird die Sängerin und Performerin Maria Alyokhina von der russischen Band Pussy Riot. Alyokhina wird gemeinsam mit der Knessetabgeordneten Merav Michaeli über aktuelle Themen diskutieren.

Name
Der Fußballclub Beitar Jerusalem hat sich einen neuen Namen gegeben. Er heißt jetzt »Beitar Trump Jerusalem« zu Ehren der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt durch die USA. 70 Jahre lang habe man darauf gewartet, und dann kam »der mutige Schritt des amerikanischen Präsidenten Donald Trump«, heißt es auf der Facebook-Seite des Vereins. Die Namensänderung fand einen Tag vor dem Umzug der US-Botschaft von Tel Aviv statt. Beitar gerät oft in die Kritik für seine diversen Fanklubs, die offen Rassismus zeigen, zum Beispiel bei Spielen gegen israelisch-arabische Teams. Außerdem hat der Klub als einziger in der Ersten Liga des Landes in seiner Geschichte noch nie einen arabischen Spieler engagiert.

Kopie
Ein Sturm hat einen Schatz aufgetan. Heftige Winde hatten vor einer Weile einen alten Baum im Kibbuz Degania Alef im Jordantal beschädigt. Als der Baum abgeholzt werden sollte, fanden die Arbeiter plötzlich ein Behältnis zwischen den Wurzeln. In einem perfekt erhaltenen Gefäß, das normalerweise für die Konservierung von Tierpräparationen benutzt wird, steckte eine Kopie der Unabhängigkeitserklärung Israels. Wie das Original sei auch dieses Papier schon sieben Jahrzehnte alt, heißt es. Der Schatz soll jetzt im Museum des Kibbuz’ präsentiert werden. Degania Alef wurde bereits in osmanischer Zeit im Jahr 1909 gegründet und war das Zuhause vieler zionistischer Berühmtheiten.

Schmierereien
Hass in Jerusalem: Die Bewohner des arabischen Stadtteils Schuafat wachten am Montagmorgen mit zerstochenen Reifen und Hass-Graffiti in hebräischen Buchstaben auf ihren Häusern auf. Der Inlandsgeheimdienst geht von nationalistisch motivierten Taten jüdischer Extremisten aus. Wahrscheinlich handele es sich um Mitglieder der »Hilltop Youth«, Jugendliche, die in Siedlungen im Westjordanland leben. Mindestens 20 Autos wurden beschädigt, mehrere Häuser beschmiert. Die Attacke von Schuafat war die erste im Mai, nachdem es im Monat zuvor bereits eine Welle mit 16 Hass-Anschlägen in arabischen Vierteln der Stadt gegeben hatte, gaben die Ermittler an.

Schuh
Das hat wohl nicht geschmeckt! Als der japanische Premierminister Shinzo Abe mit seiner Frau Akie bei Regierungschef Benjamin Netanjahu und dessen Frau Sara zum Abendessen geladen war, servierte der seinem Gast einen Schuh als Dessert. Zumindest wurden die Pralinen von Chefkoch Mosche Segev in schwarzen Herren-Schnürern präsentiert. Dies hätte von den Gästen durchaus als Affront verstanden werden können. Nicht nur, dass Japaner kein Schuhwerk auf den Tisch stellen (wie wohl die wenigsten Menschen), sie betreten ihre Häuser auch niemals damit. Israelische Diplomaten hätten anschließend hinter vorgehaltener Hand gelästert, dass es »eine unglaublich dumme und unsensible Entscheidung war«.

Anklage
Die Polizei hat empfohlen, den Leiter des Ausflugs in die Wüste, bei dem zehn Teenager starben, wegen fahrlässiger Tötung anzuklagen. Während des Unwetters im vergangenen Monat war eine Gruppe von jungen Leuten in dem ausgetrockneten Flussbett Nachal Tseelim gewandert. Neun Mädchen und ein Junge wurden von einer Blitzflut mitgerissen und ertranken. Dem Leiter Aviv Berdichev wird vorgeworfen, mehrere Warnungen ignoriert zu haben. Der Leiter der militärischen Vorbereitungsakademie Bnei Zion, Yuval Kahan, sollte nach Meinung der Untersuchungsbehörden ebenfalls vor Gericht gestellt werden, weil er die zehn Todesfälle durch Nachlässigkeit verursacht habe. Die Polizei gab an, sie habe ausreichend Beweise gesammelt, um Anklage zu erheben.

Nahost

Trump kündigt »großartigen« Deal an

Seit Langem wird auf US-Friedensplan gewartet – Netanjahu und Gantz zu Gesprächen ins Weiße Haus geladen

 24.01.2020

Dokumentation

»Unsere deutsche Verantwortung vergeht nicht«

Yad Vashem: Die Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Wortlaut

 23.01.2020

Jerusalem

Starkes Signal gegen Antisemitismus

Staats- und Regierungschefs beim World Holocaust Forum

von Sabine Brandes  23.01.2020

World Holocaust Forum

Meldungen

Nachrichten zum Gedenken in Jerusalem

von Sabine Brandes  23.01.2020

Nachrichten

Flut, Kekse, Konflikt

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  23.01.2020

Klima

Regen füllt den Kinneret

Die heftigen Winterunwetter halten an

von Sabine Brandes  23.01.2020

Gipfel

Alle Augen auf Putin

Der Besuch des russischen Präsidenten ist belastet durch die Auseinandersetzung mit Polens Präsident Andrzej Duda

von Sabine Brandes  23.01.2020

Jerusalem

»Gipfel für die gesamte Menschheit«

König Felipe von Spanien spricht sich stellvertretend für Staatsgäste gegen Antisemitismus aus. Rivlin hofft, dass alle Länder der Welt die Botschaft empfangen

von Sabine Brandes  23.01.2020

Gastfreundschaft

400 Quadratmeter Fußboden und 800 Kerzen

Israel plant die Großveranstaltung zum 5. World Holocaust Forum bereits seit Monaten

von Sabine Brandes  22.01.2020