Israel

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Sacha Baron Cohen Foto: imago

Darstellung
Der Schauspieler und Komiker Sacha Baron Cohen wird in einer neuen Netflix‐Serie Eli Cohen verkörpern. Der israelische Spion erlangte vor nahezu sechs Jahrzehnten als »unser Mann in Damaskus« tragische Berühmtheit. Der in Ägypten geborene jüdische Mossad‐Agent erschlich sich in den 60er‐Jahren Zugang zur syrischen High Society und war damit eine außergewöhnlich wertvolle Quelle für den israelischen Geheimdienst. Doch im fünften Jahr seiner Aktivitäten wurde er 1965 enttarnt, zum Tode verurteilt und in Damaskus gehenkt. Baron Cohen, ein jüdischer Brite, ist durch seine Figuren wie Ali G. oder Borat berühmt geworden, die kein Blatt vor den Mund nahmen. Für die Geschichte des Spions aber steht er in einer ernsten Rolle vor der Kamera.

Navigation
Zum 70. Geburtstag des Staates wird Präsident Reuven Rivlin den Israelis den Weg weisen. Zumindest per Navigations‐App WAZE. Die Stimme des Staatsoberhauptes kann von den Nutzern ab 18. April für eine Woche aktiviert werden. Zur Aufnahme kam Rivlin in das Hauptquartier der Firma in Tel Aviv. »Jede Technologie, die dabei hilft, dass israelische Bürger die schönen Pfade unseres Landes beschreiten und neue sehenswerte Orte entdecken, macht mich glücklich«, sagte er während seines Besuches. »Die aufregendsten Projekte sind meiner Meinung nach jene, die die israelischen Innovationen und unser kleines Land zusammenbringen.« WAZE hat Millionen Nutzer in Israel und im Ausland.

Fleisch
Einer israelischen Studie zufolge kann der Verzehr von verarbeitetem Rindfleisch, vor allem, wenn es lang gekocht oder gebraten wurde, zu chronischen Leber‐ und Herzkrankheiten sowie Diabetes führen. Die Ergebnisse der Untersuchung der Universität Haifa sind veröffentlicht worden, nachdem bereits lange vermutet wurde, dass der Verzehr von rotem Fleisch mit Krebserkrankungen in Zusammenhang steht. Den Wissenschaftlern zufolge haben Menschen, die viel durchgebratenes Fleisch (»well done«) verzehren, eine 47 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, an der »nicht‐alkoholischen Fettleber« zu erkranken, und eine 55 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, eine Insulin‐Intoleranz zu entwickeln.

Serie
Große Freude in Cannes für die Teilnehmer aus dem jüdischen Staat. Eine israelische Fernsehserie ist beim ersten Cannes‐Serienfestival als die beste ausgezeichnet worden. Bei When Heroes Fly geht es um vier Veteranen einer Spezialeinheit der Armee, die im Libanonkrieg 2006 waren. Die Ex‐Soldaten haben jetzt eine neue Mission: die Freundin von einem von ihnen aus den Fängen eines Drogenkartells in Kolumbien zu retten. Hinter der vordergründigen Geschichte geht es um die Auswirkungen von Kriegen auf die Menschen. Die Serie ist in Cannes zum ersten Mal gezeigt worden und bislang in Israel noch nicht zu sehen. Eine weitere Show mit Namen Miguel ist mit dem Preis für die beste Darstellung ausgezeichnet worden. Darin geht es um einen schwulen Mann, der einen fünfjährigen Jungen aus Guatemala adoptieren will. Beim ersten Festival dieser Art in Cannes traten zehn Serien an.

Unesco
Ein Kompromiss zwischen Israelis und Palästinensern scheint dieser Tage sehr unwahrscheinlich. Jetzt aber gab es einen. Und zwar bei der Kulturabteilung der Vereinten Nationen, UNESCO. Dort konnten die beiden Seiten nach monatelangen Verhandlungen einen Durchbruch erreichen und unterzeichneten eine Resolution zum »besetzten Palästina«. Der israelische Gesandte bei der UN, Carmel Shama Hacohen, erklärte, dass das Dokument zwar kritisch gegenüber Israel sei, kontroverse Formulierungen jedoch in einen nicht bindenden Anhang verschoben wurden, sodass sowohl Palästinenser als auch Israelis unterzeichnen konnten. Er sei darüber »mehr als glücklich«, fügte Shama Hacohen hinzu. Diplomaten sprachen daraufhin von einer »Stimmung wie bei einer Hochzeit«. Die Generaldirektorin der UNESCO, Audrey Azoulay, hofft nun, dass nach diesem Erfolg Israel und auch die USA ihre Entscheidung überdenken könnten, die Agentur am Ende dieses Jahres zu verlassen.

Lied
Tausende haben vorgefeiert. Im Rahmen einer viertägigen »Israel Calling Tour« durch das Land hat das Publikum die diesjährige Teilnehmerin bei der Eurovision, Netta Barzilai, frenetisch gefeiert. Die charismatische Sängerin, die mit ihrem Pop‐Song »Toy« als Nummer‐eins‐Favoritin bei dem europäischen Gesangswettbewerb in diesem Jahr gilt, freute sich mit dem Publikum. »Ich bin so stolz, mein Land zu vertreten«, jauchzte sie von der Bühne. Mit dabei beim Spektakel waren auch 25 andere Teilnehmer der Kult‐Show, darunter aus der Tschechischen Republik, Spanien, Australien und Frankreich. Das Konzert auf dem Tel Aviver Rabin‐Platz wurde von dem Facebook‐Kanal »Israel Calling« live in die ganze Welt übertragen.

Unfall
Ein 20‐jähriger IDF‐Soldat ist in der vergangenen Woche ums Leben gekommen, als sein Panzer in ein Flussbett in der Nähe der israelisch‐ägyptischen Grenze fiel. Eliyahu Drori aus Beit Schemesch starb bei dem Unfall, drei seiner Kameraden wurden verwundet, zwei von ihnen schwer. Eine erste Untersuchung des Unfalls zeigte, dass die Panzerführer vermutlich eine Kurve am Rande des Nitzana‐Flussbettes falsch eingeschätzt hatten. Das Fahrzeug fiel vier Meter in die Tiefe und fing dort Feuer. Obwohl die automatische Feuerlöschanlage aktiviert wurde, füllte sich die Kabine mit Rauch, was wahrscheinlich der Grund für den Tod von Drori war, gaben die Ermittler an. Der junge Soldat ist auf dem Herzlberg in Jerusalem beigesetzt worden. Die Verletzten werden noch im Krankenhaus behandelt.

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