Israel

Nachrichten

Augen zu: Yonatan Razel Foto: Flash 90

Augen
Klebeband gegen tanzende Frauen. Das schien dem ultraorthodoxen Sänger Yonatan Razel die richtige Maßnahme, um auf einem seiner Konzerte eines seiner bekanntesten Lieder zu spielen. Als einige Frauen begannen, sich im Kreis zu bewegen, verklebte sich Razel mit schwarzen Klebestreifen die Augen, um sie nicht zu sehen. Angeblich soll ihm sein Rabbiner dazu geraten haben. Razel verteidigte seine Handlung mit den Worten, dass er jahrelang vor Frauen gespielt habe und sie respektiere. Doch Frauenverbände gehen auf die Barrikaden. Galia Wolloch von Naamat zeigte sich geschockt und fragte: »Wie weit kann diese religiöse Radikalisierung noch gehen?« und: »Wer sind die halachischen Autoritäten, die solch ein grauenvolles Benehmen ermutigen?«

Kandidat

Bildungsminister Naftali Bennett hat offiziell erklärt, dass er sich um das Amt des Ministerpräsidenten bewerben will, wenn Benjamin Netanjahu es abgeben sollte. Der Chef der Partei Jüdisches Haus meinte auch, er würde »dramatische Änderungen« in den Bereichen Verteidigung und Wirtschaft durchsetzen, sollte er gewählt werden. Als Zeichen seiner Befähigung bemühte er seinen Lebenslauf: Bennett war Soldat in einer Sonder-Kampfeinheit der Armee und später Geschäftsführer eines Start-ups. Er bestätigte auch, dass er mit seiner eigenen Partei ins Rennen starten wolle, erklärte jedoch, dass diese sich einer breiteren Schicht von Wählern öffnen müsse, um alle Israelis zu erreichen.

Besuch
Eine ganz besondere Delegation war in der vergangenen Woche zu Besuch im Heiligen Land. Das Königreich Bahrain schickte religiöse Vertreter mit einer Friedensbotschaft nach Israel. Zwischen den beiden Nationen gibt es keine diplomatischen Beziehungen. Die 24 Mitglieder der Gruppe »Dies ist Bahrain« kamen für vier Tage ins Land. Mit dabei war sogar ein schiitischer Geistlicher, der betonte, dass »die Schiiten in Bahrain keinerlei Hass gegen Mitglieder anderer Religionen hegen«. Die Mehrheit der Einwohner sind Schiiten, die Regierung jedoch wird von Sunniten dominiert. Auch diese Golfnation sieht den Iran als Feind an. Bahrains König Hamad bin Isa Al Khalifa sprach sich gegen den arabischen Boykott gegenüber Israel aus und erklärte, dass seine Untertanen den jüdischen Staat jederzeit besuchen dürfen.

Park
Der Bürgermeister der Stadt Kiriat Yam im Norden des Landes, David Even Tzur, will einen Park nach dem amerikanischen Präsidenten benennen, um dessen Entscheidung zu honorieren, Jerusalem als Hauptstadt anzuerkennen. Der geplante Park soll rund eine Million Euro kosten und 7000 Quadratmeter im Herzen der Stadt neben einem bereits bestehenden Technologiezentrum umfassen. Zur Eröffnung im April 2018 will Bürgermeister Tzur Donald Trump sogar persönlich einladen.

Verletzung
Dieser Besuch fand nicht auf Einladung statt. Ein mächtiger irakischer Kommandant der extremistischen Vereinigung »Liga der Gerechten«, die vom Iran unterstützt wird, hat vom Libanon aus die israelische Grenze ausgespäht. Qais al-Khazali erklärte sich dort mit den Libanesen und Palästinensern gegen Israel solidarisch. Die Geste kann als Botschaft gewertet werden, dass die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah im Falle eines Krieges mit Israel iranische Kämpfer zur Unterstützung erhalten könnte. Der libanesische Premier Said Hariri erklärte, das Auftauchen von al-Khazali sei ein »eklatanter Verstoß gegen libanesische Gesetze«, und verwies ihn für immer des Landes.

Hunde
Hundeferien in Israel? Aber ja doch! Sechs berühmte Vierbeiner aus Nordamerika sind zu einem Traumurlaub ins Heilige Land eingeladen worden. Die Hunde haben gemeinsam mit ihren Herrchen und Frauchen mehr als 300.000 Anhänger in den sozialen Netzwerken. Mit der tierfreundlichen Aktion will die Organisation »Vibe Israel« auf eine neue, kreative Weise für das Land werben und Menschen anlocken, die sonst mit Israel nur sehr wenig zu tun haben.

Grab
Wissenschaftler haben einen Beweis dafür gefunden, dass das vermeintliche Grab von Jesus aus römischer Zeit stammt. Unter einer Betonplatte im Herzen der Grabeskirche in Jerusalem ist ein Datum aus der Zeit des römischen Kaisers Konstantin eingeritzt, das während der umfassenden Renovierungsarbeiten an der Anlage entdeckt wurde. Konstantin war der erste römische Kaiser, der zum Christentum übertrat. Er fand diese Stelle zwischen den Jahren 325 und 326 n.d.Z. »Das war ein großartiger Augenblick der Bestätigung«, freute sich Professor Antonia Moropoulou von der Technischen Universität in Athen, die das Restaurierungsprojekt überwacht hatte.

Jerusalem/Tel Aviv

Sa’ar greift Seibert an: »Bessenheit mit Juden, die in Judäa und Samaria leben«

Auslöser des Streits zwischen dem israelischen Außenminister und dem deutschen Botschafter in Israel ist ein Beitrag Seiberts auf der Plattform X

 23.03.2026

Krieg

Bibi im Iran - Wenn KI (fast) zur Realität wird

Im Schatten der Raketen und Drohnen werden digitale Schlachten um die Narrative geführt

von Sabine Brandes  22.03.2026

Krieg

Das sagt der Iran zum Trump-Ultimatum

Der US-Präsident hatte das Regime in Teheran aufgefordert, die Blockade der Straße von Hormus innerhalb von 48 Stunden zu beenden

 22.03.2026

Nahost

Israel greift Brücke im Südlibanon an

Was der israelische Verteidigungsminister dazu erklärt und welche Ziele das Militär verfolgt

 22.03.2026

Arad

Netanjahu fordert Länder auf, sich Krieg gegen Iran anzuschließen

Israels Regierungschef Netanjahu fordert mehr internationale Unterstützung im Krieg mit dem Iran. Er spricht von einer Gefahr für die Sicherheit der ganzen Welt

 22.03.2026

Gesellschaft

Der Krieg im Kopf

Wer am meisten leidet: Eine aktuelle Studie zeigt höchste Stresswerte bei arabischen Israelis und Frauen

von Sabine Brandes  22.03.2026

Krieg

Ein Toter bei Raketenangriff auf Nordisrael

Die Rakete soll aus dem Libanon abgefeuert worden sein

 22.03.2026

Nahost

Siedler greifen Dörfer im Westjordanland an

Die Siedler sollen Fahrzeuge und Häuser in der Nähe von Dschenin und Nablus in Brand gesetzt haben. Sieben Palästinenser sollen verletzt worden sein

 22.03.2026

Krieg

Iran feuert erneut Raketen auf Tel Aviv ab - 15 Verletzte

Die Rakete war der israelischen Armee zufolge mit Streumunition bestückt

 22.03.2026 Aktualisiert