Israel

Nachrichten

Roni Alscheich, der Chef der Sicherheitskräfte, und Premier Benjamin Netanjahu (v.l.) Foto: Flash 90

Syrien
Zum zweiten Mal in einer Woche hat das israelische Militär Ziele in Syrien beschossen. Am Donnerstag reagierte die IDF auf Irrläufer, die auf den Golanhöhen diesseits der Grenze eingeschlagen waren. Angeblich sei dabei eine Artilleriestellung in der Nähe der Stadt Kuneitra getroffen worden. Die Geschosse auf israelischer Seite hatten keinen Schaden angerichtet, doch Premierminister Benjamin Netanjahu erklärte: »Wir erlauben nicht, dass der Krieg auf unser Gebiet übergreift. Wir haben eine klare Politik: Wer uns angreift, den greifen wir an.« Auch Verteidigungsminister Avigdor Lieberman machte klar, dass man Beschuss jedweder Art nicht akzeptieren werde. Einen Tag zuvor hatte der iranische Armeechef Jerusalem gewarnt, sich nicht in Syrien einzumischen.

Anruf
Der Eklat zwischen dem Ministerpräsidenten und der Polizei geht in die nächste Runde. Nachdem Benjamin Netanjahu den Chef der Sicherheitskräfte, Roni Alscheich, Anfang der Woche für einen »Tsunami von Leaks« verantwortlich gemacht und öffentlich scharf kritisiert hatte, kam nun ans Licht, dass Alscheich vor einigen Wochen einen verstörenden Anruf erhalten hatte. Dies vertraute er jetzt dem Generalstaatsanwalt an. Der Anrufer, der in den Medien als »jemand aus dem Umfeld des Premier-Büros« bezeichnet wird, soll den obersten Polizisten einen »undankbaren Verräter« genannt und angekündigt haben, er, Alscheich, werde bald von Netanjahu persönlich hören. Sowohl die Polizei als auch die Opposition verurteilen den Anruf aufs Schärfste. Eitan Cabel von der Zionistischen Union meint: »Das sind Mafia-Methoden«, und auch Kollegen von Alscheich bezeichneten es als »Unterwelt-Taktik«.

Ernte
Es ist die Zeit der Olivenernte in Israel und den palästinensischen Gebieten. Nicht selten bedrohen dabei extremistische jüdische Siedler die Arbeit der Bauern im Westjordanland durch Gewalt, Vandalismus und Diebstahl. Jetzt nahm die israelische Polizei vier Siedler vorläufig fest, die große Mengen von Oliven gestohlen hatten. Sie wurden allerdings kurz darauf wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Menschenrechtsorganisation »Rabbis for Human Rights« gab an, vier derartige Fälle mit Videokameras dokumentiert zu haben. Viele Palästinenser müssen die Ernte ihrer Bäume, die sich in der Nähe von jüdischen Siedlungen befinden, oft zuvor mit der Armee koordinieren. Ein Sprecher der Armee erklärte: »Die Sicherheitskräfte unternehmen alles, um Recht und Gesetz während der Erntesaison zu garantieren.«

Medien

Geglaubt und geteilt

»Antisemitismus«, definierte Adorno, sei »das Gerücht über Juden«. Was ist dann dessen Verbreitung? Die ARD muss sich einer längst fälligen Debatte stellen

von Esther Schapira  11.08.2026

Social Media

Shirin David, Bill Kaulitz und die Wassermelonen-Jünger

Bei der Rapperin reicht ein »Free Palestine« für die Verbündeten, bei dem Sänger ein »Tel Aviv! Love!« für die Gegner. Ein Kommentar

von Pola Sarah Nathusius  11.08.2026

Nahost

Israels Armee zerstört Haus im Westjordanland

Hintergrund ist eine tödliche Auseinandersetzung mit Siedlern und Soldaten im vergangenen Monat

 11.08.2026

Jerusalem

Netanjahu setzt umstrittenen Unternehmer auf Likud-Liste

Der neue Kandidat hatte US-Präsident Trump unlängst als »ein moralisch korrumpiertes Stück Scheiße« bezeichnet, revidierte seine Meinung jedoch nun. Derweil deutet sich im Likud ein Streit über Listenplätze an

 11.08.2026

Nahost

Israel erwartet Täuschung durch zwei arabische Staaten

Medienberichten zufolge soll der jüdische Staat mit scheinbaren diplomatischen Annäherungen in Sicherheit gewogen und dann angegriffen werden

 11.08.2026

Nordrhein-Westfalen

Medienminister übt scharfe Kritik an Georg Restle und dem WDR

Nathaniel Liminiski (CDU): »Israel und das Judentum sind kein Freiwild für jeden Vorwurf, auch nicht für Journalisten«

 11.08.2026 Aktualisiert

Archäologie

Die Fingerabdrücke von Qumran

Wie Wissenschaftler mithilfe von Künstlicher Intelligenz den Schriftrollen vom Toten Meer ihre letzten Geheimnisse entlocken wollen

von Sabine Brandes  11.08.2026

Diplomatie

Kolumbien erkennt Israels Souveränität über den Golan an

Die neue Regierung in Bogotá will auch die kolumbianische Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen. Unterdessen hat Israel Soforthilfe für die Opfer des schweren Erdbebens in Kolumbien zugesagt

 10.08.2026

Medien

Wo steckt die palästinensische Opposition?

Zwei taz-Essays erzählen eindringlich von palästinensischer und muslimischer Entfremdung in Deutschland. Sie lassen zugleich einen entscheidenden blinden Fleck im Nahostkonflikts unerwähnt

von Leeor Engländer  10.08.2026