Knesset

Ministerpräsident Netanjahu verteidigt letzte Offensive in Gaza

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Foto: copyright (c) Flash90 2025

Die Eröffnung der Wintersitzungswochen in der Knesset wurde am Montag zu einer hitzigen Auseinandersetzung: Regierungschef Benjamin Netanjahu und Oppositionsführer Yair Lapid lieferten sich scharfe Wortgefechte.

Ministerpräsident Netanjahu, der heute 76 Jahre alt wird, verteidigte die Entscheidung, die jüngste Offensive in Gaza-Stadt fortzuführen. Sie sei Voraussetzung für das aktuelle Abkommen mit der Hamas und warf laut »Times of Israel« und anderen führenden Medien Israels der Opposition vor, das Land mit ihren Forderungen in Gefahr gebracht zu haben.

Der Ministerpräsident sagte in seiner Rede, die Angriffe in Gaza hätten die Terrororganisation in die Defensive gedrängt und erst dadurch die Rahmenbedingungen für das Abkommen ermöglicht. Wäre die Offensive frühzeitig gestoppt worden, so hätten die Israelis, wie er wörtlich sagte, »in nuklearem Rauch« sterben können.

Diese dramatische Formulierung sorgte im Plenum für Empörung. Während Netanjahu die Rückführung aller Geiseln und die Demilitarisierung des Gazastreifens als zentrale Kriegsziele bezeichnete, las Netanjahu zudem die Namen der in Gaza befindlichen getöteten Geiseln vor – ein Moment, in dem es im Saal laut wurde: Er verwechselte dabei kurz den Namen eines Gefallenen, was zu Protesten aus den Reihen der Opposition führte.

Lesen Sie auch

Lapid erwiderte mit scharfer Kritik an Netanjahus Amtsführung: »Wer war am 7. Oktober Ministerpräsident?«, fragte er seine Kollegen und erinnerte daran, dass die verheerende Hamas-Invasion von 2023 während dessen Amtszeit stattfand. Lapid warf Netanjahu vor, der Iran habe in seiner Regierungszeit an Macht gewinnen können und dass sicherheitspolitische Versäumnisse zu verantworten seien. Die Debatte drehte sich damit nicht nur um das jetzige Abkommen, sondern um die Grundsatzfrage politischer Verantwortung der vergangenen Jahre.

Die Sitzung war von Zwischenrufen und mehreren Platzverweisen begleitet. Regierungsmitglieder quittierten Netanjahus Rede mit langem Applaus.

Der Ministerpräsident betonte auch, er wolle Einheit herstellen und rief dazu auf, die innenpolitischen Spannungen zu verringern und mahnte zu Zurückhaltung angesichts der anstehenden Aufgaben. Er lobte außerdem die engen Beziehungen zu den USA und nahm Bezug auf seine Kontakte zu Präsident Trump und dessen Nahost-Beratern, die nach seiner Darstellung maßgeblich zur Aushandlung des Deals beitrugen.

Neben den Reden der Fraktionschefs nutzten auch andere politische Akteure die Session, um Position zu beziehen: Hadash-Ta’al-Chef Ayman Odeh rief die Oppositionsparteien zur Zusammenarbeit auf mit dem Ziel, die Regierung möglichst bald abzulösen. im

Beit Zazir

Herzog weist Trumps Angriffe zurück: Israels Souveränität »nicht zu verkaufen«

Der israelische Präsident spricht von einem »unverhohlenen Angriff auf die Symbole der Staatsführung« seines Landes

 13.03.2026

Alltag im Krieg

Mitgehört im Bunker ...

Schlaflos in Tel Aviv: Iranische Raketen halten in den Nächten die Israelis wach

von Sabine Brandes  13.03.2026

Meinung

Iran: Der Verrat des Westens

Die Islamische Republik ist angeschlagen, doch ihre Unterstützer im Westen sind nach wie vor aktiv

von Jacques Abramowicz  13.03.2026

Analyse

Der strategische Fehler Teherans – und die Chance auf eine neue Ordnung im Nahen Osten

Wie der Krieg gegen das iranische Regime die Machtverhältnisse der Region dauerhaft verändern könnte

von Sacha Stawski  13.03.2026

Jerusalem

Netanjahu: Kriegsziel ist Zerstörung der Atom- und Raketenprogramme

An die Iraner gerichtet sagt der Ministerpräsident, Israel versuche, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Menschen selbst gegen die Führung in Teheran vorgehen könnten

 13.03.2026

Jerusalem

Israel sieht erste Risse in iranischer Führung

Israels Außenminister: Es gibt bereits Anzeichen für Differenzen zwischen politischen Entscheidungsträgern und militärischen Verantwortlichen in Teheran

 13.03.2026

Nahost

Iranische Zivilisten schicken Israel Hinweise auf Regime-Ziele

Menschen im Iran informieren die israelischen Streitkräfte über Einrichtungen des Regimes. Die Angaben werden geprüft und führen dann zu Angriffen

 13.03.2026

Israel

Hamas-Terrorist misshandelt? Anklage gegen fünf Reservisten fallengelassen

Den fünf Männern wurde vorgeworfen, im berüchtigten Militärgefängnis Sde Teiman einen Terroristen so stark sexuell misshandelt zu haben, dass dieser ins Krankenhaus gebracht werden musste

 12.03.2026

Iran-Krieg

Israel ruft Bewohner des Südlibanons zur Flucht auf

Der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah spitzt sich weiter zu: Die israelische Armee weitet ihren Evakuierungsaufruf für den Süden des Nachbarlandes aus

 12.03.2026