Terror

Messerattacke in Jerusalem

Polizei am Tatort in Jerusalem Foto: Flash90

Bei einem Messerangriff im Ostjerusalemer Viertel Sheich Jarrah wurde eine israelische Frau leicht verletzt. Die Polizei nahm später eine palästinensische Minderjährige fest, die des Angriffs verdächtigt wird. Sie war geflohen und hatte sich in einer Schule in der Nähe des Tatorts versteckt.

BEWUSSTSEIN Das 26-jährige Opfer wurde in das Hadassa-Universitätskrankenhaus in Jerusalem gebracht. Nach Angaben des Rettungsdienstes war die Frau auf dem Weg, ihre Kinder zur Schule zu bringen, als sie angegriffen wurde. Das Krankenhaus gab an, dass die Frau bei Bewusstsein und ihr Zustand stabil sei.

Die Kinder, darunter ein Baby, wurden nicht verletzt, erklärte der Rettungsdienst Magen David Adom, der als erster am Tatort war. Israelische Medien berichten, dass es sich bei dem Opfer um eine jüdische Bewohnerin des Ostjerusalemer Stadtviertels handelt.

Die im Gazastreifen regierende Terrororganisation Hamas lobte den Anschlag als »Heldentat«.

Die im Gazastreifen regierende Terrororganisation Hamas lobte den Angriff als »Heldentat, die zeigt, dass der Widerstand unzerstörbar ist«. Das Viertel Scheich Jarrah ist schon lange ein Brennpunkt in der Stadt. Palästinensische Bewohner befürchten, aus ihren Häusern vertrieben zu werden, um Platz für jüdische Siedler zu machen. Immer wieder kommt es dort zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.

EINZELTÄTER Seit Mitte November sind bei einer Anschlagsreihe von Palästinensern ein Israeli getötet und zehn verwundet worden. Eli Kay war erst 26 Jahre alt, als er in der Altstadt von Jerusalem erschossen wurde. Nach Angaben des Inlandsgeheimdienstes soll jedoch lediglich der Mörder von Kay eine formelle Zugehörigkeit zu einer palästinensischen Terrororganisation zu haben. Alle anderen seien sogenannten »lone-wolf-Angriffe«, also Taten von Einzeltätern, die keiner Organisation angehören.

Innerhalb weniger Tage nach Beginn der aktuellen Gewaltwelle gab der Schin Bet allerdings bekannt, mehr als 50 Hamas-Terroristen festgenommen zu haben, die verdächtigt werden, Anschläge im Westjordanland zu planen.

Die aktuelle Angriffswelle erinnert an eine Zeit der Gewalt, die als »Messer-Intifada« bezeichnet wurde. Sie begann im Oktober 2015 und hielt etwa sechs Monate an. Fast täglich wurden damals Anschläge von Palästinensern gegen Israelis verübt. Mehrere Menschen wurden dabei getötet.

Holocaust

»Unsere Rache an den Nazis ist, dass wir den Staat Israel haben«

Der Schoa-Überlebende Yehuda Widawski ist mit 107 Jahren gestorben. Jahrzehntelang suchte und restaurierte er jüdische Gräber in Polen

von Sabine Brandes  14.09.2026

Reaktionen

»Ritualmordlegende« - »Pflicht, Fragen zu stellen«: Israel streitet über »Naza«

Während Rechte den Film über den Gaza-Krieg als Verleumdung verurteilen, verteidigen Linke das Recht auf Kritik. Armee weist zentrale Vorwürfe zurück

von Sabine Brandes  14.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  14.09.2026

Dokumentarfilm

IDF übt scharfe Kritik an »Naza« und weist Vorwurf zum angeblich genehmigten Angriff auf 500 Zivilisten zurück

»Die IDF haben niemals einen Angriff geplant, genehmigt oder durchgeführt, bei dem erwartet wurde, dass 500 Zivilisten oder auch nur annähernd so viele getötet werden«, heißt es von der Armee

 14.09.2026

Offener Brief

Javier Bardem und ich

Ich habe dich als neugierig, warmherzig, offen für den Menschen vor dir kennengelernt. Wenn du über Israel sprichst, erkenne ich dich nicht wieder – und sehe nur noch blindwütigen Hass

von Gabriella Meros  13.09.2026

Meinung

Wie London die Verweigerungshaltung der Palästinenser belohnt

Mit ihren Sanktionen gegen israelische Siedlungen will die britische Regierung im Nahost-Konflikt einer Zwei-Staaten-Lösung näher kommen. Doch sie zeigt vor allem: Verhandeln lohnt sich nicht, Blockade und Terror aber sehr wohl

von Daniel Neumann  13.09.2026 Aktualisiert

Syrien

Grossi: Von Israel zerstörter Reaktor hätte atomwaffenfähiges Material produzieren können

2007 zerstörte Israel den Atomreaktor Deir ez-Zor. 19 Jahre später bestätigt Atom-Aufseher Rafael Grossi, dass die Anlage atomwaffenfähiges Material hätte produzieren können

 11.09.2026

Rosch Haschana

Israel wächst – doch immer mehr Menschen verlassen das Land

Zum jüdischen Neujahr veröffentlicht das Statistikamt neue Zahlen. Die Geburtenrate ist mehr als doppelt so hoch wie in der OECD

von Sabine Brandes  11.09.2026

Sachsen-Anhalt

Empörung über AfD-Spitzenmann Siegmund wegen Rüstungsaussage 

Siegmund: »Weil wir bei späteren Remigrations- und Abschiebeoffensive natürlich auch entsprechende Hilfsmittel brauchen«

 11.09.2026