Terror

»Israel hat das Recht, sich massiv zur Wehr zu setzen«

Bundeskanzlerin Angela Merkel Foto: dpa

Terror

»Israel hat das Recht, sich massiv zur Wehr zu setzen«

Bundeskanzlerin: »Es gibt das Selbstverteidigungsrecht Israels, und dazu stehen wir«

 20.05.2021 16:40 Uhr

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich hinter eine indirekte Einbindung der islamistischen Terrororganisation Hamas in die Suche nach einer Lösung im jüngsten Gaza-Konflikt gestellt. »Das muss man nicht immer direkt machen. Aber natürlich muss die Hamas in gewisser Weise eingebunden sein. Denn ohne Hamas gibt es auch keinen Waffenstillstand«, sagte Merkel am Donnerstag beim WDR-Europaforum im Interview mit der Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios, Tina Hassel, und NDR-Chefredakteur Andreas Cichowicz.

»Indirekte Kontakte muss es natürlich mit der Hamas geben«, sagte Merkel auf die Frage, ob sie befürworte, dass auch mit der Terrororganisation Hamas verhandelt werden müsse. So sprächen Ägypten und andere arabische Staaten mit der Hamas. Ohne jeden Kontakt zur Hamas seien Lösungen nicht möglich.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

»Es ist richtig, dass sich Israel zur Wehr setzt«, fügte Merkel hinzu. »Und sich massiv zur Wehr setzt. Es gibt das Selbstverteidigungsrecht Israels, und dazu stehen wir.« Auf der anderen Seite wolle die Bundesregierung zu einer diplomatischen Lösung für eine längerfristige und nachhaltige Situation in der Region beitragen. »Die ist leider über Jahrzehnte nicht hergestellt worden. Das heißt aber nicht, dass man sich nicht weiter darum bemühen muss.«

Erneut verurteilte Merkel antisemitische Ausschreitungen in Deutschland auf das Schärfste. Dies müsse unterschieden werden von der Frage der Kritik an der Politik des Staates Israel. »Ich habe das selber auch zur Siedlungspolitik an verschiedenen Stellen gemacht.«

»Beim Thema Antisemitismus gibt es Null Toleranz bei uns.«

Bundeskanzlerin Merkel

Wenn man aber vor Synagogen demonstriere, Flaggen verbrenne, »wenn man wirklich deutlich macht, dass es überhaupt nicht um politische Facetten oder politische Linien geht, sondern dass es gegen das Judentum als Ganzes geht: Da gibt es Null Toleranz bei uns.«

Auf die Frage, ob Deutschland mehr Initiative zur Vermittlung in dem Konflikt zeigen müsse, sagte Merkel, alles, was die Bundesregierung und Außenminister Heiko Maas (SPD) bei seiner aktuellen Reise unternehme, müsse im Kontext der Bemühungen der USA und auch anderer europäischer Staaten gesehen werden.

»Alleine werden wir da glaube ich nicht der entscheidende Faktor sein«, sagte Merkel. Aber man könne in transatlantischer und in europäischer Gemeinsamkeit mit Frankreich, aber auch mit dem britischen Premier Boris Johnson dazu beitragen.

Europa werde nicht alle Konflikte der Welt auf einmal lösen können - der Nahost-Konflikt sei einer der kompliziertesten, betont Merkel.

Merkel nannte es bedauerlich, dass Ungarn am Dienstag beim Videogipfel der EU-Außenminister durch ein Veto eine gemeinsame Positionierung verhindert hatte. »Aber das muss einen ja nicht gleich entmutigen.«

Europa werde nicht alle Konflikte der Welt auf einmal lösen können - der Nahost-Konflikt sei einer der kompliziertesten. Es gebe »Licht und Schatten natürlich und viele, viele ungelöste Probleme. (...) Aber das spornt an zum weiter arbeiten.« dpa/ja

Photo by Al-Aqsa TV/UPI Photo via Newscom picture alliance

Gaza

Khalil al-Hayya wird neuer Hamas-Führer

Knapp zwei Jahre nach der Tötung ihres Anführers Yahya Sinwar durch die israelische Armee hat die radikalislamistische Hamas mit Khalil al-Hayya offenbar einen neuen Chef

 20.07.2026

Tel Aviv

Zamir warnt Iran vor Angriffen auf Israel

»Wir werden mit großer Stärke gegen jeden vorgehen, der uns schadet«, sagt der Generalstabschef, nachdem Trümmer einer iranischen Rakete auf Israel niedergegangen sind

 20.07.2026

Protest

Minister und Aktivisten demonstrieren für Wiederaufbau von Siedlungen in Gaza

Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir setzt sich seit Jahren für israelische Siedlungen im gesamten Gazastreifen ein. Premier Netanjahu lehnt das ab

 20.07.2026

Berlin

Humboldt-Universität will weiter mit Israel kooperieren

Die Berliner Humboldt-Universität ist gegen einen Boykott israelischer Hochschulen. Das Studierendenparlament hatte zuletzt einen Abbruch der Beziehungen gefordert

 20.07.2026

7. Oktober

»Die Ärzte beschlossen, ihn zu erschießen«

Hanan Yablonka wurde von Hamas-Terroristen in den Gazastreifen entführt und getötet. Nun hat erstmals seine Schwester Avivit Yablonka Abady über Hanans letzte Minuten gesprochen

 20.07.2026

Ben-Gurion-Flughafen

Randale an Bord: Drei Israelis in Lufthansa-Maschine festgenommen

Die Polizei muss Gewalt anwenden, da die Passagiere keine Einsicht zeigen und Beamte angreifen

 20.07.2026

Ulaanbaatar

Angriff auf israelische Touristen in der Mongolei

Während der Attacke riefen die Angreifer »Heil Hitler« und »Verschwindet von hier«

 20.07.2026

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Herkunft und Sympathien der Spielerikone kursieren, erzählen die Söhne eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine andere, besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  19.07.2026 Aktualisiert

Hightech

Zu Besuch im Silicon Wadi

Israels größter Technologiepark will IT-Talente nach Haifa locken. Das ist gar nicht so einfach

von Valentin Suckut  18.07.2026