Jerusalem

Mehr Rechte für Frauen

Die Women of the Wall beim Beten Foto: Flash 90

Der Vorsitzende der Jewish Agency, Natan Sharansky, hat sich für einen gemeinsamen Gebetsbereich beider Geschlechter an der Klagemauer in Jerusalem ausgesprochen. Die Jewish Agency in Jerusalem, offizielle Organisation des jüdischen Staates für Einwanderung, bestätigte der »Jüdischen Allgemeinen« am Mittwoch entsprechende Berichte amerikanischer und israelischer Medien. Sharansky, der gerade auf dem Rückflug aus den USA nach Israel sei, werde seinen Plan innerhalb der nächsten beiden Wochen dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu vorlegen, hieß es weiter.

Mit seinem Vorstoß reagierte Sharansky auf eine jahrelange Forderung von Frauen der jüdischen Reformbewegung und der israelischen Protestgruppe »Women of the Wall«, die die Trennung von Männern und Frauen im Gottesdienst ablehnen und an der Klagemauer Gebetsschals tragen wollen. Dies betrachten viele ultraorthodoxe Juden als Provokation.

Bereiche Sharanskys Vorschlag kommt aber auch den Orthodoxen entgegen: Wie bisher sollen sie an der Klagemauer nach Geschlechtern getrennt beten können. Insgesamt soll es drei Sektionen geben: eine für Männer, eine für Frauen und einen gemischten Bereich, wie die israelische Online-Zeitung »ynet« berichtet.

Die »Jerusalem Post« zitierte Sharansky, der sich in New York zu einem Treffen mit Vertretern verschiedener jüdischer Dominationen aufhielt, mit den Worten: »Es muss einen Bereich für das egalitäre Gebet geben.« Dies hatten die Aktivistinnen der »Women of the Wall« immer wieder bei ihren monatlichen Zusammenkünften in den vergangenen Monaten vor der Klagemauer in Gebetsschals gefordert. Dutzende von Frauen waren bei diesen Aktionen festgenommen worden.

bericht Laut einem Bericht der Zeitung »The Jewish Daily Forward« unterstützt Anat Hoffman, Vorsitzende der »Women of the Wall«, den Vorschlag Sharanksys. »Das ist sehr ehrgeizig, das ist eine dramatische Änderung, und sie wird Geschichte machen«, wurde Hoffman zitiert. Sharanskys Plan erfülle nicht alle Forderungen ihrer Gruppe, sie sei aber kompromissbereit. Der neue Beterbereich soll laut verschiedenen Medienberichten am südlichen Ende des Platzes vor der Klagemauer, am sogenannten Robinson-Bogen, eingerichtet werden.

Der Rabbiner der Klagemauer, Shmuel Rabinowitz, sagte laut einem Bericht der israelischen Zeitung »Times of Israel«, der neue Gebetsbereich entspreche nicht seinem Weltbild. Die ultraorthodoxe Gemeinschaft könne mit der vorgeschlagenen Lösung aber leben, wurde Rabinowitz zitiert.

Jerusalem

Wahlsieger ohne Mehrheit

Das endgültige Wahlergebnis liegt vor. Benjamin Netanjahus Likud hat mehr Sitze als alle anderen Parteien. Nützt ihm das etwas?

 30.10.2026

Jerusalem

Eisenkot will Wehrpflichtgesetz und Untersuchung zum 7. Oktober vorantreiben

Der Vorsitzende der zentristischen Partei Yashar erklärt, er arbeite bereits an entsprechenden Gesetzesvorlagen. Ob er wirklich eine Regierung bilden kann, bleibt aber unklar

 30.10.2026

Umfrage

Mehrheit der Oppositionswähler befürwortet Regierungskoalition mit arabischer Partei

Befragt wurden Anhänger von Yashar, B’Yachad, der Demokraten sowie Yisrael Beitenu. Was denken diese Wähler?

 30.10.2026

Natur

Gefährliche Ameise

Die invasive Afrikanische Großkopfameise breitet sich schnell aus und kann Ökosysteme sowie die Landwirtschaft schädigen – jetzt wurde sie in Haifa gefunden

 29.10.2026

Jerusalem

Wahl in Israel: Behörden sehen keine Beweise für Betrug

Den Vorwurf der ausländischen Einflussnahme auf die Knesset-Wahl nimmt die Wahlkommission aber ernst

 29.10.2026

Jerusalem

Lieberman: »Nicht mit Bibi und nicht mit Tibi«

Der Chef von Israel Beiteinu schließt eine Zusammenarbeit mit Netanjahu und den arabischen Parteien aus – und fordert eine rein zionistische Koalition

von Sabine Brandes  29.10.2026

Jerusalem

Israels Wahlkommission fordert Untersuchung möglicher ausländischer Einflussnahme

»Es wurden ernsthafte Verdachtsmomente an mich herangetragen«, sagt der Vorsitzende der Zentralen Wahlkommission, Noam Sohlberg

 29.10.2026

Jerusalem

Herzog will Neuwahlen vermeiden

Angesichts der unklaren Mehrheitsverhältnisse appelliert der israelische Präsident an die politischen Lager, sich bei den anstehenden Koalitionsverhandlungen kompromissbereit zu zeigen

 29.10.2026

Jerusalem

Auszählung der »Sonderstimmen« in Israel hat begonnen

Die Stimmen von Soldaten, medizinischem Personal, Patienten sowie israelischen Diplomaten im Ausland könnten die Sitzverteilung in der Knesset noch verändern

 29.10.2026