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Medaillen, Tourismus, Nano-Chips

Oben agekommen: Linoy Ashram Foto: imago images/ZUMA Wire

Medaillen
Zwar ist Israel auch dieses Jahr nicht bei der Fußball-EM vertreten. Dafür sind israelische Athletinnen bei einer anderen Sportart in Hochform: Die Israelin Linoy Ashram (22) hat bei den Europameisterschaften in Rhythmischer Sportgymnastik am Sonntag im bulgarischen Varna eine Goldmedaille, zwei Silbermedaillen und eine Bronzemedaille gewonnen. Das israelische Team holte einmal Gold und zweimal Bronze. Linoy Ashram trat in allen vier Disziplinen an: Reifen, Ball, Keulen und Band. Laut der offiziellen Olympia-Website war es das erste Mal seit 2011, dass eine nichtrussische Athletin im individuellen Wettbewerb in dieser Sportart eine Goldmedaille erzielte. Die 22-Jährige sagte dem israelischen Sender »Kan«, sie sei »sehr glücklich« und konzentriere sich jetzt darauf, bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio anzutreten.

Tourismus
Israel will ab dem 1. Juli wieder Touristen ins Land lassen. Das sagte die zuständige Ministerin Orit Farkash-Hacohen. Dies schließe sowohl Gruppen- als auch Individualreisende ein. Voraussetzung für die Einreise sei eine vollständige Corona-Schutzimpfung, die mindestens zwei Wochen zurückliegen müsse. Über weitere Einreisebedingungen und das Prozedere bestand zunächst aber noch Beratungsbedarf. Farkash-Hacohen sagte, es sei nun der Zeitpunkt gekommen, »dass sich Israel für den Tourismus öffnet und seinen Vorteil als durchgeimpftes Reiseziel nutzt, um so seiner Wirtschaft zu dienen«. Seit mehr als 15 Monaten besteht ein Einreiseverbot für ausländische Reisende nach Israel. Ausnahmen galten bislang nur für Menschen, die einen israelischen Pass besitzen oder dauerhaft ihren Lebensmittelpunkt in Israel haben. Seit dem 23. Mai können allerdings im Rahmen eines Pilotprojekts bereits geimpfte Touristen aus aller Welt, die Teil von Reisegruppen sind, das Land besuchen. Darunter war auch eine Gruppe aus Sachsen, die in der vergangenen Woche in Israel ankam. Besuchten im Jahr 2019 noch rund 4,5 Millionen Menschen Israel, kamen seit Beginn der Corona-Pandemie nur noch wenige. Vor Kurzem hatte die Europäische Union ihren Mitgliedsstaaten empfohlen, die Einreise israelischer Staatsbürger in die EU wieder zu erlauben.

Nano-Chips
Mit einem Nano-Chip, der eine Art »künstlichen Krebs« erzeugt, wollen israelische Wissenschaftler neue Immuntherapien testen. Ein Team um Mark Schvartzman, Experte für Werkstofftechnik an der Ben-Gurion-Universität des Negev, hat angekündigt, den ersten Nano-Chip der Welt herzustellen, der die Anordnung verschiedener Moleküle in einer Krebszelle abbildet. »Unser neuer Chip ist wie künstlicher Krebs«, sagte Schvartzman der »Times of Israel«. Man könne ihn zusammen mit genmanipulierten Lymphozyten in eine Petrischale legen und so eine Immuntherapie simulieren. Die Forscher könnten das Resultat unter dem Mikroskop betrachten und erkennen, ob die Therapie tatsächlich anschlägt. Der neue Forschungsansatz wurde zuerst in der Wissenschaftszeitschrift »Science Awards« veröffentlicht.

Impfquote
Eine hohe Impfquote kann offenbar das Risiko für ungeimpfte Jugendliche vermindern, sich mit Corona anzustecken. Das zeigen Gesundheitsdaten aus Israel, die im Fachjournal »Nature Medicine« vorgestellt wurden. Mit zunehmender Zahl geimpfter Erwachsener wurden demnach immer weniger unter 16-Jährige positiv auf Corona getestet – im Mittel halbierte sich der Anteil positiv Getesteter in der noch ungeimpften Bevölkerung mit jedem Anstieg um 20 Prozentpunkte beim Anteil Geimpfter. Die Daten stützen die Hoffnung, dass die Kinder in Deutschland im Herbst vor größeren Ansteckungswellen geschützt sein könnten, wenn bis dahin ein Großteil der Erwachsenen den vollen Impfschutz hat. Die Forscher merken allerdings an, dass bei den Ergebnissen die Möglichkeit einer natürlich erworbenen Immunität gegen Corona – durch überstandene Infektion – bei den unter 16-Jährigen nicht berücksichtigt wurde. Zudem habe es zeitweise Lockdown-Maßnahmen gegeben, deren Einfluss auf das Infektionsgeschehen in der Auswertung nicht berücksichtigt sei. Die Forscher um Roy Kishony vom Technion-Israel Institute of Technology in Haifa hatten Impfdaten von Erwachsenen und Corona-Testergebnisse von unter 16-Jährigen in Israel betrachtet. Für die junge Altersgruppe war in dem Land zum Erhebungszeitpunkt noch keine Impfung zugelassen. Die Ergebnisse basieren auf Daten aus 177 israelischen Gemeinden, die von Anfang Dezember 2020 bis Anfang 2021 erfasst wurden. ag/mth/dpa

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