Kurzmeldungen

Mail aus Jerus@lem

Flugschein, Feier und Findling

von Wladimir Struminski  16.11.2010 10:20 Uhr

Willkommen an Bord: Qatar Airways Foto: pr

Flugschein, Feier und Findling

von Wladimir Struminski  16.11.2010 10:20 Uhr

Flugschein
Die Weltreise nach dem Armeedienst ist ein fester Bestandteil
israelischer Kultur. Jahr für Jahr, so eine Schätzung, machen sich rund 40.000 junge Menschen, nachdem sie die Uniform ausgezogen haben, auf den Weg nach Fernost, Lateinamerika, Afrika oder Ozeanien. Da die meisten auf jeden Schekel achten müssen, wird an allen Ecken gespart. Deshalb nimmt jeder dritte Ex-Soldat die Dienste arabischer Luftfahrtgesellschaften in Anspruch, deren Flugscheine um bis zu einem Drittel billiger als bei israelischen oder europäischen Airlines zu haben sind. Am beliebtesten ist die jordanische Royal Jordanian, gefolgt von Qatar Airlines.

Flughafen
Wenn es darum geht, terroristische Bedrohnungen an Bord von Flugzeugen von vornherein zu verhindern, sind israelische Sicherheitsexperten Weltspitze. Wenn es aber darum geht, Flugzeugen einen sicheren Start oder Landeanflug zu garantieren, ist der jüdische Staat der Dritten Welt näher als man denkt. Vor zwei Jahren hat die US-Luftfahrtbehörde dem Ben-Gurion-Airport wegen erheblicher Sicherheitsrisiken im Flughafenbetrieb die höchste Sicherheitsstufe aberkannt. Bisher hat es Israel nicht geschafft, die für eine Höherstufung geltenden internationalen Auflagen zu erfüllen. Jetzt hat die Internationale Flugtransportvereinigung IATA Israel Entwicklungshilfe angeboten und die anhaltenden Sicherheitsmängel für Israel als »peinlich« bezeichnet.

Fahnen
Ein Großteil der Nationalfahnen, die im jüdischen Staat verwendet und vor allem vor dem Unabhängigkeitstag von Hunderttausenden von Privatbürgern gekauft werden, wird wegen des günstigeren Preises aus dem Ausland importiert. Das ist sowohl der israelischen Textilindustrie als auch solchen Bürgern ein Dorn im Auge, nach deren Meinung Israel-Fahnen aus fremden Gefilden auf mangelnden Nationalstolz hindeuten. Jetzt haben mehrere Knessetabgeordnete einen Gesetzentwurf vorgelegt, der staatliche oder mehrheitlich von Staat finanzierte Einrichtungen zum Erwerb von israelischen Fahnen made in Israel verpflichten soll. Die Initiatoren sind überzeugt, dass die Regelung nicht gegen bestehende Handelsabkommen verstößt.

Feier
Barmizwa-Feiern an der Westmauer kommen unter Diasporajuden in Mode und sind heute um ein Vielfaches häufiger als noch vor einigen Jahren. Eine Barmizwa wie die von Hans de Leeuw aus den Niederlanden sieht man aber nicht alle Tage, hat doch de Leeuw seine religiöse Mündigkeit in der vergangenen Woche nicht mit 13, sondern in dem stolzen Alter von 91 Lenzen gefeiert. Die nicht ganz unerhebliche Verspätung von immerhin 78 Jahren erklärte er mit seiner säkularen Er-ziehung. Allerdings habe er stets gespürt, dass etwas in seinem Leben fehle. Jetzt wurde das Versäumnis nachgeholt.

Faustregel
Das Anbringen der Mesusa an der Haustür ist im Tanach mit den Worten »u-chtawtam al mesusot betecha ve-al schaarecha« (Du sollst sie an die Türpfosten deines Hauses und deine Tore schreiben) vorgeschrieben. Jetzt hat Israels aschkenasischer Oberrabbiner Jona Metzger, von religiösen Juden um Rat gebeten, eine Verfügung zum Anbringen der Mesusa an Bord einer Yacht erlassen. Danach gilt die Mesusa-Pflicht für Boote, deren Abmessungen größer als 2,5 mal 2,5 Meter sind und die für mehrtägige Reisen – nicht nur Kurzausflüge – ausgestattet sind.

Findling
Ein Seniorenehepaar aus der nordisraelischen Stadt Migdal Ha-Emek hat von seinem Sohn einen Papagei als Geschenk erhalten. Vier Monate später war der Vogel verschwunden. Zum Glück fand sich ein ehrlicher Finder, der den Papagei bei der Polizei abgab, aber einen Beweis verlangte, dass es sich bei dem Findling in der Tat um den als verloren gemeldeten »Jacko« handelte. Daraufhin luden die Ordnungshüter Jackos vorherige Besitzer, in deren Haus er viereinhalb Jahre gelebt hatte, zur Gegenüberstellung ein. Und siehe da: Als diese den Raum betraten, geriet der Papagei außer sich vor Freude. Das ließ der anwesende Finder als ausreichenden Beweis gelten. Pech für Jacko: Er wurde nicht an seine ehemaligen, sondern an seine neuen, rechtmäßigen Eigentümer überstellt.

Russland

Kommt Naama bald frei?

Medienberichten zufolge erwägt Wladimir Putin vor seinem Jerusalem-Besuch die Begnadigung der jungen Israelin

von Sabine Brandes  17.01.2020

Nahost

Armee reagiert auf Angriffe aus Gaza

Palästinensische Terroristen feuern Mörsergranaten und attackieren Israel mit Sprengstoff-Ballons

von Sabine Brandes  17.01.2020

Spähprogramm

Menschenrechtler wollen Vertrieb von israelischer Spyware verhindern

Pegasus wird unter anderem verdächtigt, bei der Tötung des Journalisten Khashoggi eine Rolle gespielt zu haben

 16.01.2020

Jerusalem

Mutmaßlicher Sektenchef in Israel festgenommen

Der Mann soll mit 50 Frauen in einer abgeschotteten Anlage gelebt haben

 16.01.2020

Nachrichten

Roboter, Sekte, Satellit

Kurzmeldungen aus Israel

von Ingo Way  16.01.2020

Knessetwahl

Letzte Hoffnung

Arbeitspartei-Gescher und Demokratische Union wollen gemeinsam um Wählerstimmen links von der Mitte kämpfen

von Ralf Balke  16.01.2020

Wirtschaft

Pipeline in schwierigen Gewässern

Das Erdgasabkommen zwischen Israel, Griechenland und Zypern passt der Türkei nicht

von Michael Thaidigsmann  16.01.2020

Tel Aviv

»Liebe ist Liebe«

In Israel demonstrierten Tausende Schüler und Lehrer gegen Äußerungen von Erziehungsminster Rafi Peretz

 15.01.2020

Israel

»Eine neue Ära«

Der Erdgas-Export nach Ägypten hat begonnen

 15.01.2020