Golanhöhen-Tweet

Lob für Trump

Seite an Seite: Trump und Netanjahu Foto: Flash 90

Manche nennen es ein »Purim-Wunder«, andere Einmischung in die Wahlen. Während führende israelische Politiker den US-Präsidenten Donald Trump für seinen Tweet zu den Golanhöhen loben und ihm danken, werfen ihm andere vor, mit dieser Aussage die israelischen Parlamentswahlen beeinflussen zu wollen.

»Es ist eine eindeutige Intervention in den israelischen Wahlprozess.«Jonathan Rynhold, Politikwissenschaftler

Region Trump hatte Ende vergangener Woche getwittert: »Nach 52 Jahren ist es an der Zeit für die USA, Israels Souveränität über die Golanhöhen vollständig anzuerkennen. Diese sind von kritischer strategischer Bedeutung für die Sicherheit und die regionale Stabilität.« Die Palästinenser warnten im Anschluss vor Blutvergießen und meinten, dass ein derartiger Schritt die Region weiter destabilisieren werde.

»Es ist klar, dass Netanjahu es geschafft hat, Trump für seinen eigenen Wahl-Vorteil zu beeinflussen«, kommentierte Jonathan Rynhold, Professor für Politikwissenschaften an der Bar-Ilan-Universität. »Es ist eine eindeutige Intervention in den israelischen Wahlprozess.«

Der israelische Premier Benjamin Netanjahu äußerte sich auf einer Presskonferenz mit dem US-Außenminister während des jüdischen Purim-Festes. Er bezeichnete Trumps Ansinnen als »historisch« und »ein neues Purim Wunder«.

Souveränität Er habe ihn angerufen und im Namen aller Israelis gedankt, fügte Netanjahu hinzu. »Er erkennt unsere Souveränität über die Golanhöhen in einer Zeit an, in der Teheran versucht, Syrien als Plattform zu nutzen, um Israel zu attackieren und zerstören. Die Botschaft, die Präsident Trump der Welt gesandt hat, ist die, dass Amerika an der Seite Israels steht.«

Auch die Zentrums-Union Blau-Weiß befürwortet den Schritt. Yair Lapid schrieb: »Danke an @POTUS für die Intention, unsere Souveränität anzuerkennen. Wir haben diese Kampagne vor einem Jahr begonnen. Die Führung von Blau-Weiß stand auf dem Golan und rief nach der Anerkennung. Präsident Trump hat wieder einmal gezeigt, dass er ein wahrer Freund Israels ist.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Siedlungen Naftali Bennett von der Rechtspartei Hajamin Hachadasch indes warnte, dass dies mit Konzessionen an die Palästinenser verbunden sein mag. »Mit aller Freude über die Ankündigung ist es wichtig zu sagen: ›Der Deal Golan im Austausch für Hamastan‹ ist eine echte Bedrohung für die jüdischen Siedlungen und Israel.« Bennett forderte Netanjahu auf, seine Rede, in der er sich im Jahre 2009 für eine Zweistaatenlösung einsetzte, zurückzuziehen. »Er muss erklären, dass sie null und nichtig ist.«

Die Golanhöhen wurden 1967 während des Sechstagekrieges von Israel bei Kämpfen mit Syrien erobert und besetzt. Sie wurden jedoch bislang nie annektiert.

Nahost

Rubio: »Die Operation Gewaltiger Zorn ist abgeschlossen«

»Jetzt widmen wir uns dem Projekt Freiheit«, betont der amerikanische Außenminister

 05.05.2026

Archäologie

Rätsel um antikes Baby-Massengrab

Wissenschaftler der Universität Tel Aviv haben Knochenreste aus der Perserzeit gefunden, die in Tel Aseka bestattet wurden. Etwa 70 Prozent stammen von Kindern unter zwei Jahren

von Sabine Brandes  05.05.2026

Berlin

Deutschland und Israel demonstrieren Einigkeit in Iran-Frage

Die Außenminister Deutschlands und Israels zeigen einen engen Schulterschluss gegen den Iran - reden aber auch kritisch miteinander

von Ulrich Steinkohl  05.05.2026

Meinung

Wir haben ein Problem – und wir müssen endlich darüber reden

Ein Weckruf über verfehlte Migration, ausländische Einflussnahme und das ohrenbetäubende Schweigen der »Progressiven«

von Jacques Abramowicz  05.05.2026 Aktualisiert

Israel

Bnei Menasche in Israel gelandet

Insgesamt sollen rund 6000 Inder Alija machen

von Sabine Brandes  05.05.2026

USA

Antisemitische Empörungswelle gegen Sesamstraße

Nach einem Post zum Monat des jüdisch-amerikanischen Erbes überschlagen sich die hasserfüllten Kommentare

von Sabine Brandes  05.05.2026

Israel

Feiern zu Lag BaOmer am Berg Meron eingeschränkt

An Lag BaOmer gedenken Juden des Aufstands gegen Rom. Zehntausende pilgern traditionell zum Berg Meron in Nordisrael. Kriegsbedingt dürfen dieses Jahr nur 600 kommen – doch Tausende umgehen die Sperren

 05.05.2026

Tel Aviv

Jonathan Pollard will in die Politik

Der frühere Spion sagt, Israel brauche eine neue politische Richtung und eine entschlossenere Führung

 05.05.2026

Teheran

US-Geheimdienste: Irans Atomprogramm wurde kaum gebremst

Offenbar bleibt das Teheraner Regime weiterhin nur ein Jahr davon entfernt, eine Nuklearwaffe herstellen zu können. Diese Bewertung galt bereits nach den Militärschlägen im Sommer 2025

 05.05.2026