Carmel-Gebirge

Leere Zimmer

Nach der Katastrophe: Der Tourismus im Gebiet des Carmel-Gebirges ist eingebrochen. Foto: Flah 90

Verkohlte Bäume und stinkende, verbrannte Erde: In weiten Teilen sieht das Carmel-Gebirge heute so aus. Die einstige grüne Lunge Israels ist zu traurigem Ödland geworden. Fünf Millionen Bäume sind dem Großbrand zum Opfer gefallen, 42 Menschen starben, Dutzende erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Es sind nicht die einzigen Folgen. Durch das Feuer, das vier Tage lang wütete, ist auch der Tourismus fast gänzlich zum Erliegen gekommen.

Das Naturschutzgebiet zwischen Haifa und Hadera war bei den Israelis vor allem wegen der vielen Freizeitmöglichkeiten beliebt: Jeep- und Fahrradausflüge, Klettertouren, kilometerlange Wege für Wanderfreunde, hervorragende Restaurants sowie Erholungsangebote in traumhafter Natur sind nur einige Beispiele. Ein erfolgreicher Geschäftszweig war die Ausrichtung von Hochzeiten, Bar- und Batmizwas im Grünen. Bikta BaYaar im stark beschädigten Kibbuz Beit Oren ist eine der Veranstaltungshallen. Sämtliche Feiern für die nächsten drei Wochen sind abgesagt - und ob danach jemand bucht, mag noch niemand voraussagen.

»Der Wald, der noch vor Kurzem so viele angelockt hat, ist heute schlicht nicht mehr da«, sagt Dafna Nof, Leiterin der Carmelin Touristenvereinigung, traurig. Sie betont, dass die meisten Hotels und Pensionen zwar unbeschädigt sind, die Menschen aber trotzdem wegblieben. »Die tatsächliche Zerstörung an den Gebäuden ist minimal, der langfristige Schaden liegt im Verlust von Besuchern.« Zu dieser Jahreszeit hätten die Touristenbetriebe eine Auslastung von etwa 60 Prozent. »Doch auf einmal gilt alles hier als Katastrophengebiet. Und wer will schon in einer Gegend urlauben, die mit Tod und Zerstörung in Verbindung gebracht wird?« Dafna Nof hofft, dass dieses Bild schon bald wieder durch jenes ersetzt wird, für das der Carmel stets stand: eine reiche Natur mit zahlreichen Urlaubsangeboten. Den Verlust durch die ausbleibenden Gäste schätzt sie auf mehrere Millionen Schekel.

Ein beliebtes Ziel für Entspannungssuchende war seit Jahren das Hotel Yaarot HaCarmel, das seinen Gästen inmitten von immergrünen Bäumen luxuriöse Spa-Anlagen bot. Tagelang loderten Flammen um das Haus, fraßen sich Meter für Meter näher heran und drohten es niederzubrennen. Die Grünanlagen rundherum sind zum Teil verkohlt, es entstand Schaden am Speisesaal. Ansonsten ist alles intakt geblieben. Das Yaarot HaCarmel war ausgebucht, nun steht es leer. »Es wird einige Zeit dauern, bis wir alles wieder hergerichtet haben«, so das Management. »Doch wir sind zuversichtlich, dass die Gäste dann sehr schnell wiederkommen.«

Voller Hoffnung sind auch die Bewohner von Ein Hod, des Künstlerdorfes, das vom Feuer am härtesten getroffen wurde. Einige Geschäfte und Galerien sind in Flammen aufgegangen, wie die Bibliothek von Zeev Warkovsky. In den Regalen des leidenschaftlichen Sammlers stapelten sich 15.000 literarische Schätze. Darunter Erstdrucke, Biografien mit Autorenwidmung und deutsche Raritäten von 1780. Von all dem ist nicht viel mehr als ein Haufen Asche übrig geblieben. Zu Chanukka hatten die Künstler mit einem Besucheransturm gerechnet.

Statt Kunstinteressierte lockt es derzeit Katastrophentouristen her, die sich inmitten von verbrannter Natur gegenseitig fotografieren. Kaum einer jedoch lässt die Kassen klingeln. Die meisten machen sich schon nach wenigen Stunden wieder auf den Heimweg. Nof hat vor, stattdessen Solidaritätsbesucher anzulocken. »Wir müssen alle wissen lassen, dass der Carmel eine große Tragödie überstanden hat. Doch wir sind immer noch hier und heißen jeden willkommen.« In den nächsten Tagen will sie kräftig die Werbetrommel rühren. Es gibt Teile im Carmel-Gebirge, die unversehrt geblieben sind, etwa im Osten oder in der Nähe der Küste. »Jeder, der beim Aufbau der Region helfen will, sollte jetzt zu uns kommen und ein oder zwei Nächte bleiben.«

Teheran

Landesweite Angriffe auf Verkehrsinfrastruktur im Iran

Mehrere Autobahnen und Eisenbahnbrücken wurden angegriffen. Israels Premierminister Netanjahu bestätigt die Angriffe und sagt, dass die Ziele von den Revolutionsgarden genutzt würden

 07.04.2026 Aktualisiert

Teheran

Iran meldet Angriff auf Eisenbahnbrücke

Israels Militär droht mit Angriffen auf das iranische Schienennetz. Nur wenige Stunden später meldet der Iran die Bombardierung einer Eisenbahnbrücke

 07.04.2026

Haifa

Vier Opfer eines iranischen Angriffs als Mitglieder einer Familie identifiziert

Die Eheleute Wladimir Gershovitz und Lena Ostrovsky Gershovitz, deren Sohn Dimitri sowie dessen Frau Lucille-Jane sind am Sonntag bei einem Raketeneinschlag in Haifa getötet worden. Die Anteilnahme im Land ist groß

 07.04.2026

Israel

Zeit, Zionist zu sein!

Fünf Gründe, den jüdischen Staat zu lieben – mit all seinen Stärken und Schwächen

von Daniel Neumann  07.04.2026

Iran-Krieg

Medien: USA greifen Dutzende Ziele auf Ölinsel Charg an

Bereits Mitte März hat das US-Militär die Insel Charg im Persischen Golf bombardiert. Nun berichten US-Medien über neue Angriffe

 07.04.2026 Aktualisiert

Türkei

Schüsse vor Israels Konsulat in Istanbul – Ein Angreifer tot

Vor dem israelischen Konsulat in Istanbul sind Schüsse gefallen. Einer von drei Angreifern wird nach offiziellen Angaben getötet. Was steckt dahinter?

 07.04.2026 Aktualisiert

Teheran

Bericht: Synagoge in Teheran bei israelischem Angriff beschädigt

Ein Luftangriff hat laut iranischen Angaben eine Synagoge in Teheran schwer beschädigt. Was bisher bekannt ist

 07.04.2026

Jerusalem

Nach Rassismus-Skandal: Netanjahu entlässt seinen Kabinettschef

Zvi Agmon soll sephardische Abgeordnete rassistisch beleidigt haben. Seinen Posten als Kabinettschef muss er nun räumen

 07.04.2026

Iran-Krieg

Angriffe auf Schienennetz? Israel warnt Iraner

US-Präsident Donald Trump droht dem Iran mit Angriffen auf Infrastruktur, die auch zivil genutzt wird. Israel spricht jetzt eine Warnung direkt an die Bevölkerung aus

 07.04.2026