Israel

Kurz gemeldet

Tausende nahmen am Sonntag in Jerusalem Abschied von Rabbiner Schmuel Auerbach. Foto: Flash 90

Botschaft
US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die amerikanische Botschaft am Unabhängigkeitstag nach Jerusalem zu verlegen. Premierminister Benjamin Netanjahu äußerte am Wochenbeginn bei der Kabinettseröffnung seine Freude darüber. Er sagte, dass es ein großartiger Moment für die israelische Bevölkerung und den Staat Israel sei, der langfristige Auswirkungen haben werde. Das Datum falle mit den Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Staatsgründung Israels im Mai 2018 zusammen. »Präsident Trump, Sie sind ein großer Freund Israels, und wir danken Ihnen«, sagte Netanjahu. Nicht alle Mitglieder des israelischen Parlaments indes teilen die Freude des Regierungschefs. Knessetmitglied Ahmad Tibi von der Vereinten Liste beispielsweise sagte, dass die amerikanische Regierung zwar Netanjahu helfe, doch nicht Israel. »Jeder, der die Interessen des Staates Israel im Sinn hat, sollte eine Zwei-Staaten-Vision entwickeln sowie die Besatzung und die Kontrolle über das palästinensische Volk beenden.« Das amerikanische Außenministerium jedoch bekräftigte die Entscheidung mit der Erklärung, dass es im Mai eine Botschaft in Jerusalem eröffnen werde, die zunächst im derzeitigen amerikanischen Konsulatsgebäude im Stadtteil Arnona eingerichtet werden würde.

Beerdigung
Tausende nahmen am Sonntag in Jerusalem Abschied von Rabbiner Schmuel Auerbach, dem geistigen Oberhaupt der ultraorthodoxen Strömung der Litauer Juden. Auerbach war mit 86 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Der Rabbi galt vor allem als Hardliner in Sachen Wehrdienstverweigerung. Er hatte gepredigt, dass junge, streng religiöse Männer lieber ins Gefängnis gehen sollten, statt in der Armee zu dienen, und oft Demonstrationen angezettelt, bei denen es zu gewaltsamen Zwischenfällen kam. Auerbachs Bruder, Rabbi Avraham Dov Auerbach, bezeichnete den Verstorbenen als »stillen und bescheidenen Mann, der die Kraft der Wahrheit in sich trug«. Die Hauptzugangsstraßen nach Jerusalem waren wegen der Beerdigung stundenlang gesperrt.

Grabeskirche
Die Grabeskirche in Jerusalem ist bis auf Weiteres geschlossen. Um gegen israelische Steueränderungen und die eventuelle Beschlagnahme von Land zu protestieren, haben Vertreter der christlichen Konfessionen, die die Kirche verwalten, die Eingangstüren abgeschlossen. Sie werfen Bürgermeister Nir Barkat vor, »einen systematischen Angriff gegen Christen im Heiligen Land« zu führen. Die Geschehnisse würden die zarten Bande jahrzehntelanger Verbindungen zwischen den christlichen Gemeinden und den Behörden zerstören, argumentieren die Patriarchen. Barkat hat entschieden, die städtische Steuerbefreiung von Kirchen-Eigentum aufzuheben. Die Abgeordnete Rachel Azaria brachte einen Gesetzesvorschlag ein, wonach Land der Kirche, das an private Käufer veräußert werden soll, verstaatlicht werden kann.

Demonstration

Mehr als 20.000 Menschen sind am Samstagabend in Tel Aviv auf die Straße gegangen, um gegen die Abschiebung afrikanischer Flüchtlinge aus Israel zu demonstrieren. Die Protestierenden forderten die Regierung auf, eine humane Lösung für die Bewohner der südlichen Stadtteile zu finden. Hier leben die meisten der rund 38.000 Afrikaner, die Mehrzahl stammt aus Eritrea und dem Sudan. Die Demonstration war von einer Bewohnerin Süd-Tel Avivs, Schula Keshet, organisiert worden. »Sie sagen, die Abschiebungen haben noch nicht begonnen. Doch das haben sie. Und an Pessach sollen sie weitergehen. Doch wir nehmen das nicht hin. Dieses Vorgehen besudelt den Feiertag der Freiheit«, rief die Aktivistin. Im Anschluss an die Demonstration hatten mehrere Künstler in der ganzen Stadt Porträtfotos von Afrikanern aufgehängt, die abgeschoben werden sollen, um die Bewohner aufzurütteln, etwas dagegen zu unternehmen.

Israel

Unterirdische Klinik öffnet für Corona-Patienten

In dem Krankenhaus in Haifa werden 700 Betten mit 140 Beatmungsgeräten bereitgestellt

 26.09.2020

Israel

»Finanzielle Unterstützung von Terroristen«

»Palestinian Media Watch« hat VISA und Mastercard aufgefordert, ihre Verbindungen zu palästinensischen Banken im Westjordanland zu kappen, solange diese Gehälter an Terroristen auszahlen

 25.09.2020

Israel

Verschärfte Corona-Lockdown-Maßnahmen treten in Kraft

Nach Rekordzahlen von Infektionen verschärft die Regierung die Restriktionen

 25.09.2020

Israel

Zahl der Corona-Neuinfektionen schnellt auf Rekordwert

Erstmals wird die Marke von 7500 Fällen überschritten

 25.09.2020

Diplomatie

Neue Normalität in Nahost

Nach historischem Friedensschluss kooperieren immer mehr Institutionen und Organisationen aus Israel und den VAE

von Sabine Brandes  24.09.2020

Corona

»Frieden zahlt die Rechnung nicht«

Die Bevölkerung hält sich weitgehend an die Restriktionen, verliert aber ihr Vertrauen in die Regierung

von Sabine Brandes  24.09.2020

Jerusalem

Entscheidung über Malka Leifer

Beschuldigte kann ausgeliefert werden

von Sabine Brandes  24.09.2020

Nachrichten

Gleichstellung, Babys, Botschaft

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  24.09.2020

Coronavirus

Israel verschärft Lockdown

Demonstrationen und Gottesdienste eingeschränkt – die Abriegelung ist extremer als im Frühjahr

von Sabine Brandes  24.09.2020