Israel

Kurz gemeldet

EL AL darf keine Passagiere mehr auffordern, Platz zu machen, weil ein Gast sich weigert, neben einer Person des anderen Geschlechts zu sitzen. Foto: Flash 90

Gerichtsurteil
Die Fluggesellschaft EL AL darf keine Passagiere mehr auffordern, Platz zu machen, weil ein Gast sich weigert, neben einer Person des anderen Geschlechts zu sitzen. Das entschied jetzt ein Jerusalemer Gericht. In der Vergangenheit hatten sich immer wieder vor allem ultraorthodoxe Männer geweigert, neben Frauen zu sitzen. Es war meist der weibliche Gast, der aufgefordert wurde, den Platz zu wechseln. Gegen EL AL geklagt hatte Renee Rabinowitz, eine Holocaust-Überlebende, die vor einer Weile während eines Fluges mit EL AL genau das erlebte. »Dies ist ein weiterer Erfolg in der Rechtsprechung gegen den Ausschluss von Frauen aus dem öffentlichen Leben«, erklärte Orly Erez-Likhovski vom Religious Action Center, die Rabinowitz juristisch vertreten hatte. »Den öffentlichen Dienst geschlechterspezifisch auszurichten, ist illegal, und wir arbeiten daran, das in allen Bereichen zu ändern.« Das Gerichtsurteil verbietet allerdings niemandem, der nicht neben dem anderen Geschlecht sitzen möchte, eigenständig andere Passagiere zu fragen, ob sie tauschen möchten. EL AL erklärte im Anschluss, dass man sich geeinigt habe und die neue Politik allen Angestellten vermitteln werde. »Das Gerichtsurteil hat die Einigung bestätigt, und unser Unternehmen wird sich daran halten.« Außerdem muss die Fluglinie der Klägerin eine Entschädigung in Höhe von rund 1200 Euro zahlen.

Finanzen
Es gibt mehr Geld für Menschen mit Behinderungen in Israel. Übereinstimmend entschieden Regierung und Opposition, die Behindertenrente in Schritten an den Mindestlohn anzupassen. Zunächst werden die Zahlungen von 2342 auf 4000 Schekel (rund 1000 Euro) angehoben. Das ist eine Steigerung von 70 Prozent. Der Erklärung waren monatelange Proteste der Behindertenverbände und -vertreter im ganzen Land vorausgegangen. Die Parlamentarierin Karin Elharar von Jesch Atid erklärte auf der Pressekonferenz: »Normalerweise ist Politik zynisch. Doch heute haben wir etwas erreicht, worauf wir die Zukunft bauen können. Dieses Vorhaben ist ein gutes. Alle Menschen in Israel wollen in Würde leben.« Die Umsetzung kostet die Regierung rund eine Milliarde Euro.

»Blue Flag«
Zum ersten Mal in der Geschichte werden deutsche Kampfjets in Israel landen. Bei der internationalen Militärübung »Blue Flag«, die alle zwei Jahre stattfindet, werden 70 Maschinen aus neun Ländern erwartet. Mit dabei sind auch Hunderte von Piloten. »Wenn ein deutscher Jet in Israel landet, ist das ein sehr emotionaler Moment«, sagte einer der israelischen Organisatoren im Vorfeld. Außer den Deutschen schicken unter anderem Indien, Frankreich, Polen, Italien und die USA Flugzeuge und Crew. Die Übung wird auf der Luftbasis Ovda in der Negevwüste stattfinden. Die Nachfrage war so groß, dass die israelische Luftwaffe Bewerber wegen Platzmangels abweisen musste.

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

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