Israel

Kurz gemeldet

Sara Netanjahu Foto: dpa

Vorwürfe
Es gibt neue Vorwürfe gegen die Frau von Premierminister Benjamin Netanjahu, Sara Netanjahu. Das berichtet die regierungsnahe Gratiszeitung »Israel Hayom«. Es geht dabei um den sogenannten Fall 4000. Den Netanjahus wird vorgeworfen, dem Hauptaktionär der Telekommunikationsfirma Bezeq Vorteile im Gegenzug für eine positive Berichterstattung eingeräumt zu haben. Die neuen Verdächtigungen haben auch mit dem früheren Sprecher von Netanjahu, Nir Hefetz, zu tun. Angeblich soll Sara Netanjahu ihn ohne Bezahlung beschäftigt und dabei Behörden betrogen haben. Hefetz ist mittlerweile in dem Fall zum Zeugen der Anklage geworden.

Zahlen
Zu Rosch Haschana hat die Hebräische Universität Jerusalem (HU) aktuelle Zahlen zur weltweiten jüdischen Bevölkerung bekannt gegeben: Derzeit leben 14,7 Millionen Juden in verschiedenen Staaten der Erde. Das ist ein Zuwachs von 100.000 Menschen. Der Demograf und Statistiker Sergio Della Pergola hatte die Zahlen detailliert recherchiert. Israels jüdische Bevölkerung ist um etwa dieselbe Größe gewachsen. Waren es 2017 noch 6,5 Millionen, leben heute 6,6 Millionen Juden in Israel. In den USA gibt es die größte Diaspora-Gemeinde mit 5,7 Millionen, mit großem Abstand gefolgt von Frankreich (430.000), Kanada (391.000) und Großbritannien (290.000). In Deutschland leben der HU zufolge heute 116.000 Juden. Der neue Chef der Jewish Agency, Isaac Herzog, gratulierte Juden in aller Welt zum jüdischen Neujahr in verschiedenen Sprachen und lud sie ein, »bei der gemeinsamen Reise zur jüdischen Identität mitzumachen«.

Warnung
Mehrere europäische Länder haben Israel davor gewarnt, das Beduinendorf Khan al-Ahmar im Westjordanland abreißen zu lassen. »Die Konsequenzen, die die Demolierung und Entwurzelung auf die Menschen und eine eventuelle Zweistaatenlösung hat, können sehr ernsthaft sein«, schrieben Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien am Montag in einer gemeinsamen Erklärung. Vor wenigen Tagen hatten Richter des Obersten Gerichts entschieden, dass
Khan al-Ahmar abgerissen werden dürfe, da es illegal erbaut worden sei. Israel hat angeboten, die Bewohner in einer rund zwölf Kilometer entfernten Gegend anzusiedeln. Doch die EU-Länder erklären dazu: »Es ist von großer Bedeutung, die strategische Lage beizubehalten für einen zukünftigen Palästinenserstaat.« Das Dorf liegt zwischen zwei großen jüdischen Siedlungen im Westjordanland.

Nahost

Israel: Leibwächter von Ex-Hamas-Chef Sinwar in Gaza getötet

Vor knapp zwei Jahren hatte die israelische Armee den Hamas-Chef Sinwar getötet, der als Drahtzieher des Massakers vom 7. Oktober 2023 galt. Nun soll auch sein Bodyguard ums Leben gekommen sein

 27.08.2026

Sicherheit

Streit um Gaza-Friedensplan spitzt sich zu

Israel kritisiert den US-geführten »Board of Peace« – und erwägt einen Ausschluss britischer Vertreter aus dem Koordinierungszentrum

von Sabine Brandes  27.08.2026

Diplomatie

CIA warnt Putin vor Angriffen auf Nato und drängt auf neue Iran-Politik

Geheimtreffen in Moskau: CIA-Chef Ratcliffe mahnt Russland wegen eines möglichen Angriffs auf die NATO und fordert im Iran-Krieg die Öffnung der Straße von Hormus

von Sabine Brandes  27.08.2026

Schweiz

Gewalt-Demo gegen Israel in Basel verboten

Die Polizei hält die geplante Anti-Israel-Demo, bei der die Organisatoren »Tod dem Zionismus« wünschen, für nicht bewilligungsfähig

von Nicole Dreyfus  27.08.2026

Kommentar

Die verlorene Mitte

Beim Betrachten des Wahlkampfs zu den Landtagswahlen im Herbst muss man feststellen: Judenhass ist in Deutschland längst kein Ausschlusskriterium mehr für die Parteien der sogenannten politischen Mitte

von Benjamin Graumann  27.08.2026

Israel

Netanjahu-Rivale Eisenkot lehnt Zweistaatenlösung ab

Der ehemalige Armeechef hat sich erstmals zu einem möglichen Palästinenserstaat geäußert. Zugleich warnt er vor dem Ausbau der israelischen Siedlungen im Westjordanland und vor steigender Siedlergewalt

 27.08.2026

Knesset

Wem gehört die Wahl?

»Fly & Vote« will Israelis im Ausland zum Abstimmen nach Hause bringen. Der Likud droht der Initiative mit rechtlichen Schritten

von Sabine Brandes  26.08.2026

Nachrichten

Spion, Angst, Straße

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  26.08.2026

Jerusalem

Mann, der Nonne angriff, muss in Psychiatrie

Christen in Jerusalem werden immer wieder angefeindet. Nach einem Angriff auf eine Nonne im April kam ein Gericht nun aber zu dem Schluss, dass es sich nicht um eine religiös motivierte Tat handelte

 26.08.2026