Israel

Kurz gemeldet

Isaac Herzog Foto: Flash 90

Kritik
Oppositionsführer Isaac Herzog machte am Wochenende auf sich aufmerksam, indem er nicht nur die ultrarechten, sondern auch die »linken Radikalen« kritisierte. Der Chef der Arbeitspartei sprach auf einer Veranstaltung in Ramat Gan bei Tel Aviv, um für seinen diplomatischen Plan zu werben: »Die Öffentlichkeit hat die Nase voll davon, dass die radikalen Linken Israel für die schlechte Lage verantwortlich machen, ohne eine Lösung für die Sicherheit zu bieten.« Die extremistischen Rechten auf der anderen Seite würden für die unvermeidliche Eingliederung von Palästinensern in Jerusalem sowie im Westjordanland sorgen. »Das ist der Grund, weshalb unser Teilungsplan die einzige Lösung ist, die Israels jüdische und demokratische Identität bewahrt und die Sicherheit gewährleistet.«

Kotel

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu bestätigte am Wochenbeginn seinen Entschluss, eine egalitäre Bet-Plattform an der Kotel einzurichten. Vor seiner Aussage hatten ultraorthodoxe Rabbiner und Politiker Stimmung dagegen gemacht, obwohl das Kabinett der historischen Reform bereits im Januar zugestimmt hatte. Der sefardische Oberrabbiner Jerusalems, Schlomo Amar, erklärte sogar, ein gemischtes Podium käme der Zerstörung der Mauer gleich. Einen Termin mit dem Premier ließ das ultraorthodoxe Establishment verstreichen. Netanjahu gab den Rabbinern nun zwei bis drei Wochen Zeit, um ihre Einschätzung schriftlich zu erläutern. Gleichzeitig machten die Reformer in Israel deutlich, dass sie ein Nichtzustandekommen nicht akzeptieren würden. Sie wollten vor den Obersten Gerichtshof ziehen und versuchen, einen noch besseren Deal herauszuholen, sollte sich Netanjahu nicht an das Abkommen halten.

Umfrage
Einer Studie des Demokratischen Institutes Israel zufolge glauben die meisten Israelis bereits, Jerusalem sei heute eine geteilte Stadt. Offenbar helfen die Beteuerungen der Politiker, »Jerusalem niemals zu teilen«, wenig. 61 Prozent der Bevölkerung sind laut Umfrage davon überzeugt, dass es de facto schon jetzt einen jüdischen Westteil und einen separaten arabischen Ostteil gibt. Vor 16 Jahren, als die Armee eine ähnliche Umfrage durchgeführt hatte, waren noch 49 Prozent der Befragten sicher, Jerusalem sei eine Einheit.

Andrea Kiewel

Ein Weltwunder namens Regen

Jedes Jahr im Dezember versetzt der Regen die Menschen in Israel in Panik - dabei ist er so vorhersehbar wie Chanukka

von Andrea Kiewel  11.12.2025 Aktualisiert

Unwetter

Wintersturm »Byron« fordert zwei Tote

Der Sturm »Byron« hält an. Regenfälle und starke Winde kosten einem Kind im Gazastreifen und einem 53-Jährigen in Israel das Leben

 11.12.2025

Gazastreifen

»Ein Arzt injizierte ihr Luft«

Der Vater der von der Hamas am 7. Oktober 2023 nach Gaza verschleppten israelischen Soldatin Noa Marciano beschuldigt einen Arzt im Al-Schifa-Krankenhaus, seine Tochter ermordet zu haben

 11.12.2025

Waffenruhe

Hamas-Auslandschef: Waffen abgeben, wäre wie Seele verlieren

Khaled Meshaal widerspricht in einem Interview den Kernforderungen von US-Präsident Trump und Ministerpräsident Netanjahu

 11.12.2025

Interview

»Ein jüdischer Film braucht keinen jüdischen Regisseur«

Leiterin Daniella Tourgeman über das »Jerusalem Jewish Film Festival«, eine Hommage an israelische Krankenschwestern und Boykottaufrufe in der Kunstwelt

von Joshua Schultheis  11.12.2025

Israel

Kibbuz will Einwohnerzahl nach Hamas-Massaker verdoppeln

Der 7. Oktober war ein tiefer Einschnitt für die Gemeinde an der Grenze zum Gazastreifen. Doch die Menschen dort denken nicht ans Aufgeben

 10.12.2025

Justiz

Mutmaßlicher Entführer: Chef eines israelischen Sicherheitsunternehmens packt aus

Die Hintergründe

 10.12.2025

Fußball

Sorge vor Maccabi-Spiel in Stuttgart

Tausende Polizisten, Metalldetektoren beim Einlass, Sorge vor Gewalt: Warum der Besuch von Maccabi Tel Aviv in der Europa League beim VfB aufgrund der politischen Lage kein sportlicher Alltag ist.

 10.12.2025

Wetter

Wintersturm Byron fegt über Israel

Israelische Rettungsdienste und kommunale Behörden im ganzen Land sind in Alarmbereitschaft. Wintersturm Byron bringt Überschwemmungen und Blitzschlag

 10.12.2025