Nachrichten

Kosten, Beben, Schrift

Restaurantbesuch: ein teurer Spaß in Israel Foto: Flash90

Kosten
Die Lebenshaltungskosten in Israel sind die siebthöchsten der Welt, bei den Res­taurantpreisen belegt das Land sogar Platz sechs. Laut der Rangliste, die auf der globalen Datenbank von Numbeo für 2022 basiert, sind die sechs Länder mit höheren Lebenshaltungskosten Bermuda, die Schweiz, Norwegen, Island, Barbados und Jersey. Bei den Wohnungsmietpreisen liegt Israel auf Platz 21. Rechnet man diese hinzu, ergibt sich insgesamt Rang zehn. Bei Lebensmitteln belegt der jüdische Staat den 13. Platz. Ein weiteres Maß für die Lebenshaltungskosten war der Index, der die relative Kaufkraft von Waren und Dienstleistungen bewertet. Hier schneidet Israel mit dem 30. Rang relativ schlecht ab, landet nur einen Platz vor Puerto Rico und bleibt hinter Ländern wie Südafrika und Oman zurück.

Beben
Ein leichtes Erdbeben hat am Sonntagnachmittag den Norden Israels erschüttert. Israels Geological Survey sagte, das Beben der Stärke 3,5 sei kurz nach Mittag aufgetreten, das Zentrum habe 16 Kilometer südöstlich der Stadt Tiberias gelegen. In Beit She’an mussten Mitarbeiter des Rathauses das Gebäude verlassen, auch eine Schule im nahe gelegenen Afula wurde vorübergehend geräumt. Nach Angaben der Polizei gebe es keine Berichte über Verletzte oder Schäden. Allerdings äußerten Bewohner der Region ihre Sorge, dass dies der Vorbote für ein größeres Beben sein könnte.

Schrift
Die Nationalbibliothek Israels (NLI) hat 90 einzelne Seiten aus der frühesten Zeit des hebräischen Drucks gekauft. Sie stammen aus der einzigen bekannten Kopie einer Ausgabe aus dem späten 15. Jahrhundert von Rabbi Yaakov ben Ashers Arba’ah Turim, eine wegweisende Kodifizierung jüdischen Rechts. Yeho­shua Soncino, eine führende Persönlichkeit des frühen hebräischen Buchdrucks, hatte die Ausgabe in Italien um 1492 veröffentlicht. Es sind keine vollständigen Exemplare davon erhalten und die erworbenen Seiten in keiner anderen Sammlung zu finden. Die NLI hielt vor dem Kauf 59 Seiten aus dem Buch. Werke, die vor 1500 veröffentlicht wurden, sind als »Inkunabeln« bekannt. Während dieser Zeit wurden weniger als 200 hebräische Titel gedruckt, von denen heute nur noch etwa 150 erhalten sind.

Tod
Die frühere Oberste Richterin Miriam Naor ist am Montag im Alter von 74 Jahren gestorben. Naor, die 2003 an den Obersten Gerichtshof berufen wurde, war von 2015 bis 2017 dessen Vorsitzende. In den vergangenen Monaten leitete sie die Untersuchungskommission zur Meron-Katastrophe. Die Justizbehörde äußerte sich »von Trauer und Schmerz schockiert« über die Nachricht. Naor wurde 1947 in Jerusalem geboren und erhielt ihren Abschluss in Rechtswissenschaften an der Hebräischen Universität. In ihrer Abschiedsrede vom Obersten Gericht sagte sie: »Der Staat Israel kann stolz auf die Unabhängigkeit seiner Justiz sein, die nichts als das Gesetz fürchtet. Die Unabhängigkeit der Justiz sollte jedoch nicht als selbstverständlich angesehen werden. Wenn wir die Demokratie nicht schützen, schützt uns die Demokratie nicht.«

Erinnerung
Zum Internationalen Holocaust-Gedenktag nahm das israelische Kabinett den Vorschlag von Premierminister Naftali Bennett, Außenminister Yair Lapid und der Ministerin für soziale Gleichstellung, Merav Cohen, an, die staatlichen Gelder für Yad Vashem um acht Millionen Euro zu erhöhen. Damit soll die Rolle der Schoa-Gedenkstätte im Kampf gegen Antisemitismus und Holocaust-Leugnung sowie für das Gedenken gestärkt werden. »Die Erinnerung an den Holocaust ist unser moralisches Gebot als Nation«, sagte Lapid. Daher sei es Aufgabe der Regierung, dafür zu sorgen, dass die Holocaust-Forschung und die Bewahrung der Erinnerung fortgesetzt werden.

DNA
Ein Biochemiker und Computerwissenschaftler der Ben-Gurion-Universität hat die DNA-Replikation aus linguistischer Perspektive untersucht. DNA wird durch Gruppierungen von Buchstabensequenzen dargestellt, und Barak Akabayov wollte sehen, ob er durch die Analyse der Struktur neue Erkenntnisse gewinnen könnte. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift »Nucleic Acids Research« veröffentlicht. Akabayov baute einen maschinellen Lernalgorithmus und fand heraus, dass sich Buchstabengruppierungen in der DNA auf vorhersagbare Weise wiederholen. Er stellte zudem fest, dass die Analyse der Gruppierungen sprachlich ihre Funktionen enthüllte. Sein Algorithmus kann sowohl wichtige Gruppierungen identifizieren als auch vorhersagen, Grundlage für neue Ansätze in der Arzneimittelentwicklung.

Hamas-Massaker

Wurde Netanjahu vor dem 7. Oktober gleich dreimal gewarnt?

Berichte aus Ägypten und den Emiraten schildern mehrere Warnungen vor dem Angriff aus Gaza. Der israelische Premier bestreitet dies kategorisch

von Sabine Brandes  30.09.2026

Jerusalem

Eklat wegen Aussagen von Ministerin: Israel bestellt spanische Diplomatin ein

Spaniens Jugendministerin Sira Rego von der Linkspartei hatte erklärt, die spanische Gesellschaft unterstütze einen palästinensischen Staat »vom Fluss bis zum Meer«. Jetzt protestierte Israel gegen die Aussagen

 30.09.2026

Tel Aviv

Festnahme eines Hamas-Funktionärs verschaffte Israel entscheidende Informationen über Terrorziele

Mu’in al-Arabid, ein ranghoher Hamas-Terrorist wurde am 2. September gefangen genommen. Seither sind mehrere Terror-Kommandeure getötet worden

 30.09.2026

Grenzübergang Taba/Eilat zwischen Ägypten und Israel

Mysteriöser Fall

Drei Israelis in Ägypten verschollen

Die jungen beduinischen Männer seien zum Urlaub ins Nachbarland gereist und dort angeblich aus Gründen der »inneren Sicherheit« festgenommen worden

von Sabine Brandes  29.09.2026

Die Chefs der Oppositionsparteien

Tel Aviv

Israels Opposition schließt Pakt

Eisenkot, Bennett, Lapid, Lieberman und Golan wollen während des Wahlkampfs auf gegenseitige Angriffe verzichten und planen eine »zionistische staatsmännische Regierung«

von Sabine Brandes  29.09.2026

Jerusalem

Gallant spricht über Details der Pager-Operation gegen Hisbollah

Offenbar schöpfte ein Mitglied der libanesischen Terrororganisation Verdacht. Israel sah sich zum Handeln gezwungen

 29.09.2026

Forschung

Studie: Es gibt keine Grundlage für die Apartheids- und Genozidvorwürfe gegen Israel

Eine neue Untersuchung von Gunther Jikeli und Philippe Karpe zeigt, dass die Kritik gegen den jüdischen Staat ideologisch motiviert ist - und jeglicher Empirie entbehrt

 29.09.2026

Jerusalem

Netanjahu reiste offenbar wegen Berichten über Hamas-Warnung nach Abu Dhabi

Hat der israelische Ministerpräsident den Präsidenten der VAE, Scheich Mohammed bin Sajid Al Nahjan, gebeten, Medienberichte zurückzuweisen, wonach dieser seinen Jerusalemer Gesprächspartner vor dem 7. Oktober warnte?

 29.09.2026

Terrorismus

»Wenn sie einen Raum betrat, ging die Sonne auf«

Ricarda Louks Tochter Shani und Sonja Bohl-Denckers Tochter Carolin wurden vor drei Jahren von der islamistischen Hamas ermordet. Ihre Mütter schildern, wie sie mit dem Verlust zurechtkommen - und was sie sich wünschen

von Nina Schmedding  29.09.2026