Israel

Kompakt

Es wird wieder gequalmt. Foto: Flash 90

Kritik
Der Leadsänger von Radiohead, Thom Yorke, kritisiert die BDS-Bewegung mit harschen Worten. In einem Interview mit dem Musikmagazin »Rolling Stone« bezeichnete er die Versuche, seine Band von einem Auftritt in Israel im kommenden Monat abzuhalten, als »extrem erschütternd«. Er finde es zutiefst verstörend, dass eine Gruppe von internationalen Künstlern, darunter Pink-Floyd-Frontmann Roger Waters, »uns öffentlich ankackt, statt mit uns persönlich in den Dialog zu treten«. Die Gruppe hatte Radiohead in einem offenen Brief aufgefordert, ihr Konzert am 19. Juli sowie einen Vortrag von Yorke an der Universität Tel Aviv abzusagen. Doch der konterte: »Es betrübt mich, dass Künstler, die ich respektiere, glauben, wir seien nicht in der Lage, eine eigene moralische Entscheidung zu treffen. Sehr viele sind überhaupt nicht mit der BDS-Bewegung und einem kulturellen Boykott einverstanden, dazu gehören auch wir. Es würde mir im Traum nicht einfallen, anderen zu sagen, wohin sie gehen dürfen und wohin nicht.«

Autos
Porsche macht in Israel Station. Der deutsche Sportwagenhersteller hat angekündigt, dass er ein Büro in Tel Aviv eröffnen wird, um »den Zugang zu Technologie, Trends und Talent zu sichern«. Porsche hat bereits einen achtstelligen Betrag in einen Risikokapital-Fonds investiert, heißt es in einer Stellungnahme. Lutz Meschke, der stellvertretende Vorsitzende des Unternehmens, erklärte, Israel sei ein Schlüsselmarkt für IT-Experten und Techniker; die enge Zusammenarbeit sei nötig, damit das Unternehmen schnell Zugang zu neuen Technologien habe. »Hier gibt es mehr Start-ups pro Kopf als in jedem anderen Land der Welt. Innovationen müssen systematisch entwickelt werden, und wir heißen Inspiration durch andere Industrien willkommen«, erläuterte Meschke. Porsche reiht sich damit in die lange Riege anderer Autofirmen ein, die bereits in Israel eine Präsenz aufgebaut haben, darunter Mercedes Benz, BMW, Volkswagen, Honda, General Motors und Renault.

Rauchen
Zum ersten Mal seit Jahrzehnten ist die Zahl der erwachsenen Raucher in Israel wieder angestiegen. Das gab das Gesundheitsministerium in seinem jährlichen Bericht bekannt. Damit hängt derzeit fast ein Viertel der gesamten Bevölkerung regelmäßig am Glimmstengel: 2016 rauchten 22,5 Prozent, während es im Jahr zuvor nur 19,8 Prozent waren. Männer greifen übrigens fast doppelt so oft zur Zigarette wie Frauen (31,1 beziehungsweise 15,8 Prozent). Gründe für den vermehrten Tabakgenuss gab das Ministerium nicht an.

Einladung
Israel und der Vatikan haben Gespräche über einen möglichen Besuch des Papstes im Heiligen Land und der Region begonnen. Franziskus will helfen, die Friedensgespräche zwischen Israelis und Palästinensern wieder anzukurbeln. Schon im Juni soll eine Delegation aus Rom nach Israel reisen und Daten für eine Visite im Herbst besprechen. Papst Franziskus war bereits 2014 zu einem dreitägigen Besuch im Nahen Osten gewesen. In Jerusalem hatte er damals unter anderem an der Kotel gebetet und sich mit Schoa-Überlebenden getroffen.

Parade
Es wird wieder bunt in Tel Aviv. Seit Wochen flattern die Regenbogenfahnen in der ganzen Stadt. Am Freitag findet die 9. Pride Parade statt. In diesem Jahr steht sie unter dem Motto: »Let it B – Bisexualität sichtbar machen«. Neben der traditionellen Parade am Meer, bei der sich die LGBT-Bewegung selbst feiert, werden Hunderte von Veranstaltungen angeboten, von Lesungen und Vorträgen über Konferenzen, Konzerte, Partys bis zu Sportwettbewerben. Rund 200.000 Besucher werden zur Pride Parade erwartet, darunter etwa 30.000 Touristen aus aller Welt.

Aussage
Im israelischen Fernsehen machte jetzt ein offizieller Vertreter der Palästinensischen Autonomiebehörde ein ungewöhnliche Aussage. Jibril Rajoub erklärte, dass die Kotel in der Jerusalemer Altstadt unter israelischer Souveränität bleiben sollte. »Wir verstehen, dass die Klagemauer, die US-Präsident Donald Trump besucht hat, für Juden heilig ist und daher unter jüdischer Souveränität bleiben muss«, meinte Rajoub in der Sendung »Meet the Press« auf Kanals 2. »Es gibt keine Diskussion darüber. Natürlich ist es ein heiliger Ort für Juden.« Der Tempelberg jedoch gehöre den Palästinensern, machte er im Anschluss klar. »Der Tempelberg ist unser, nicht ihrer. Und ich finde, sie sollten aufhören, so zu tun, als sei er ihrer.«

Universität

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