Israel

Kein Toter im Westjordanland

Beerdigung von Mira Scharf, Opfer einer Grad-Rakete Foto: Flash 90

In einer Hinsicht war es ein gutes Jahr. Zum ersten Mal seit nahezu vier Jahrzehnten gab es kein israelisches Todesopfer bei einem Terroranschlag im Westjordanland. Das veröffentlichte der israelische Inlandsgeheimdienst Schin Bet Anfang der Woche. Trotz der ansteigenden Zahl von Terrorakten im selben Jahr war dabei kein Israeli ums Leben gekommen.

In anderen Landesteilen hingegen starben insgesamt zehn israelische Bürger durch Attacken von palästinensischen Extremisten. Sechs wurden Opfer von Raketenangriffen aus Gaza, zwei starben durch Schüsse und zwei weitere während eines Übergriffes von Terroristen an der israelisch-ägyptischen Grenze.

Zudem war 2012 das Jahr mit der höchsten Zahl von Raketenangriffen, die aus dem Gazastreifen auf Ziele im israelischen Kernland abgefeuert wurden. 2327 Raketen und 230 Mörsergranaten prasselten in nur zwölf Monaten auf die Städte im Süden herab. Verstärkt wurden die Angriffe während der Militäraktion »Säule der Verteidigung« im November desselben Jahres.

brandbomben Doch auch im Westjordanland sind die Zahlen nicht nur positiv: 578 Anschläge von Palästinensern wurden 2012 angezeigt. Im Vergleich dazu waren es im Vorjahr lediglich 320. Die Steigerung der Taten liege vor allem am »Einzeltäter-Terrorismus«, vornehmlich dem Einsatz von Brandbomben, so der Schin Bet. Insgesamt gab es 42 Prozent mehr Angriffe mit Schusswaffen oder Sprengstoff.

Im Gegensatz dazu hätten rechtsextreme jüdische Terroristen 40 Prozent weniger Angriffe gegen Palästinenser durchgeführt, heißt es im Bericht. 2011 waren es 30 registrierte Übergriffe, ein Jahr später 18. Allerdings sinke das Alter der Beteiligten. Immer häufiger werden Minderjährige bei Angriffen gegen Palästinenser aufgegriffen. Die gewalttätigen sogenannten »Preisschild-Aktionen«, bei denen radikale jüdische Siedler unter anderem Moscheen angezündet haben, fanden am häufigsten in der Region Binjamin statt.

Der Bericht des Geheimdienstes untersucht, auf welchen Ebenen Israels Sicherheitsbehörden etwas gegen den Terror unternehmen und welchen Erfolg sie damit erzielen.

Tel Aviv

Israelischer Luftwaffenchef: Geplanter Großangriff auf Iran kurz vor Start gestoppt

Generalmajor Omer Tischler sagt, die Einsatzkräfte seien bereits vollständig für die Mission vorbereitet gewesen

 17.06.2026

Kommentar

Der Judenhass hat Platz genommen

Die neuen RIAS-Zahlen sind alarmierend. Und sie zeigen einmal mehr eindrücklich: Antisemitismus ist kein Minderheitenproblem und ganz sicher nicht nur ein Judenproblem. Er ist ein Demokratieproblem

von Nelly Eliasberg  17.06.2026

Dokumentation

Das Abkommen zwischen den USA und dem Iran im Wortlaut

Der saudische Sender »Al Arabiya English« hat das Memorandum of Understanding zwischen Teheran und Washington veröffentlicht

 17.06.2026

Westjordanland

Smotrich will Hebron-Abkommen kündigen – Außenministerium widerspricht

Seit 1997 regelt die Vereinbarung die Teilung der Stadt. Jetzt will der Finanzminister daran rütteln.

von Sara Lemel  16.06.2026

Nahostkonflikt

Donald Trump lobt sich selbst - und tadelt Israel

Beim G7-Gipfel im französischen Evian holte der US-Präsident erneut zu einem rhetorischen Rundumschlag aus. Anstelle von Benjamin Netanjahu lobte er Syriens Präsident Ahmed Al-Scharaa

 16.06.2026

Diplomatie

Somaliland eröffnet Botschaft in Jerusalem

Es handelt sich bereits um die achte diplomatische Vertretung, die in der israelischen Hauptstadt eröffnet wurde

 16.06.2026

Interview

»Mir wurde immer wieder vorgeworfen, ich sei zu proisraelisch«

Der Schweizer Politiker und Ständerat Daniel Jositsch über die wahren Gründe für seinen Austritt aus der SP, postkoloniale Irrwege und den Antisemitismus innerhalb der Linken

von Nicole Dreyfus  16.06.2026

Nahost

Trotz des Iran-Abkommens: Hisbollah greift israelische Soldaten an

Nach Angaben der israelischen Streitkräfte feuerte die von Iran unterstützte Terrororganisation im Laufe des gestrigen Tages mehrere Geschosse auf IDF-Soldaten im Südlibanon

 16.06.2026

Jerusalem

Netanjahu: »Wir haben den Staat Israel vor der Bedrohung einer atomaren Auslöschung gerettet«

»Wir wissen nicht, was in dem Abkommen steht«, sagt der israelische Ministerpräsident. Entscheidend sei, dass es von einer glaubwürdigen militärischen Drohkulisse begleitet werde

 16.06.2026