Pessach

Kein Bock auf Charosset-Eis

Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Für die einen sind Mazzen kulinarischer Hochgenuss, für andere schmecken die ungesäuerten Pessachfladen wie alte Kartondeckel. Ebenso gehen die Geschmäcker bei der neuen Eiscremesorte auseinander, die jetzt speziell für das Pessachfest von der Firma Ben & Jerry’s exklusiv in Israel eingeführt wurde: Charosset-Geschmack.

Charosset ist die Apfel-Nuss-Wein-Zimt-Mischung, die auf keinem Sedertisch fehlen darf. Die klebrig-süße Paste – garantiert koscher le Pessach – soll an den Lehm erinnern, mit dem die Juden als Sklaven in Ägypten arbeiten mussten. Das hebräische Wort »Cheres« bedeutet Lehm oder Ton.

Geschmackstest In den letzten Tagen vor Pessach sind die koscheren 500-Gramm-Behälter der berühmten amerikanischen Eiscremefirma in vielen israelischen Supermärkten bereits ausverkauft. Für viele Hausfrauen ist es nicht einfach, einfallsreiche Nachspeisen ohne Mehl auf den Tisch zu zaubern. Doch nicht alle sind nach dem Vanilleeis mit in Wein getauchten Apfelstück- chen verrückt. Bei einem Geschmackstest der Internetzeitung Ynet rümpften 25 Kinder und Jugendliche im Alter von sieben bis 18 Jahren die Nase und fanden allesamt die festliche Nachspeise »gar nicht lecker«.

Doch warum beim Charosset-Aroma stehenbleiben? Die Tageszeitung Haaretz witzelte, es gebe schließlich zehn biblische Plagen, warum also nicht auch zehn verschiedene Pessach-Eiscremesorten – und machte gleich eigene Vorschläge: etwa »Manischewitz Madness«, »Rocky Road out of Egypt« oder »Tzimmes«, Eis auf Süßkartoffel-Basis.

Wem das nicht schmeckt, dem verspricht Ben & Jerry’s acht Variationen für die Feiertage, darunter die herkömmliche Geschmacksrichtungen Vanille, Erdbeer und Schokolade. Die Milch und alle anderen Zutaten seien koscher le Pessach, auch die Produktionsstätte in Yavne sei frei von Chametz, verkündete ein Unternehmenssprecher.

Nahost

Der Lieberman-Plan

Soll das Westjordanland neu verwaltet werden?

von Sabine Brandes  10.10.2026

Kino

Ich habe »Naza« gesehen, und es ist ein übles Stück Propaganda

Es ist erschreckend zu sehen, wie große Teile der Filmwelt sich gerade selbst zu nützlichen Idioten der Hamas degradieren, indem sie ihr von Lügen und Blut getränktes Narrativ übernehmen

von Philipp Peyman Engel  10.10.2026

Essay

Drei Jahre nach dem 7. Oktober: Die Grenzen universitärer Selbstgewissheit

Antisemitismus ist an Universitäten längst kein Ausnahmeproblem mehr. Drei Jahre nach dem 7. Oktober stellt sich deshalb eine unangenehmere Frage: Was haben Universitäten über sich selbst gelernt?

von Frederek Musall  09.10.2026

Luftfahrt

Wer kontrolliert die Flüge nach Israel?

Nach dem vereitelten Anschlag auf einen Flydubai-Flug gerät das israelische Sicherheitssystem für ausländische Airlines unter Druck

von Sabine Brandes  08.10.2026

Hintergrund

Terror über den Wolken

Wie Pilot und Passagiere im Flug von Dubai nach Tel Aviv eine Katastrophe verhinderten

von Sabine Brandes  08.10.2026

Diplomatische Beziehungen

Britisches Konsulat in Jerusalem bleibt als Mission bestehen

Israel reagiert auf britische Sanktionen gegen israelische Siedlungspolitik, mehrere Diplomaten verlassen das Land. Gänzlich geschlossen wird das britische Konsulat in Ost-Jerusalem aber doch nicht

 08.10.2026

Meinung

Wenn Journalisten Terroristen sind – 170 Namen und eine unbequeme Wahrheit

Unser Autor reflektiert über die grundsätzliche Frage, was »Journalismus« in einem Gebiet bedeutet, das seit Jahren von einer totalitären Terrororganisation beherrscht wird

von Daniel Neumann  08.10.2026

7. Oktober

»Erinnern heißt auch, nach der Wahrheit zu suchen«

Bei der großen Gedenkveranstaltung im Hayarkon-Park standen die Opfer im Mittelpunkt – und die Forderung nach einer unabhängigen Untersuchungskommission

von Sabine Brandes  08.10.2026

Mentale Gesundheit

Die Einsamkeit wiegt am Schwersten

Fast eine Million Israelis suchten seit Kriegsbeginn Hilfe bei der psychischen Notfall-Hotline Eran

von Sabine Brandes  07.10.2026