Nahost-Politik

Kanzler verteidigt Aussetzung von Waffenlieferungen an Israel

Bundeskanzler Friedrich Merz vor dem CDU-Bundesparteitag in Stuttgart Foto: picture alliance / Chris Emil Janßen

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist in einem Interview mit dem Podcast »Machtwechsel« auch auf seine umstrittene Entscheidung im vergangenen Sommer eingegangen, Israel vorübergehend keine Waffen für den Kriegseinsatz im Gazastreifen mehr zu liefern. Gegen Ende des rund 50-minütigen Gespräches sagte Merz, die Entscheidung sei ihm damals nicht leicht gefallen, sie sei aber auch im Rückblick richtig gewesen. Er habe sie »aus tiefster innerer Überzeugung und mit sehr gutem Gewissen getroffen«.

Was die israelische Armee im Sommer 2025 in Gaza gemacht habe, sei aus humanitären Gründen nicht akzeptabel gewesen für ihn, und er habe dies auch öffentlich so gesagt, so Merz. »Ich habe dann eine Entscheidung getroffen für eine bestimmte Zeit, nämlich für mehrere Monate.« Eine Beibehaltung deutscher Waffenlieferungen hätte er »von meinem eigenen Gewissen nicht verantworten können«, betonte Merz.

Lesen Sie auch

Trotz der Kritik sei der teilweise Stopp deutscher Waffenlieferungen an die israelische Armee »in der israelischen Regierung im Nachhinein (auf) größte Anerkennung« gestoßen, behauptete Merz, ohne jedoch Belege für diese Aussage anzuführen. Zudem sei damit »die Autorität der deutschen Politik im gesamten Mittleren Osten eher gestärkt als geschwächt« worden, meinte er.

»An der Seite Israels zu stehen, heißt nicht, jede Entscheidung der israelischen Regierung gutzuheißen oder sie gar zu unterstützen. Und es war mir wichtig, das in dieser humanitär sehr, sehr kritischen Situation deutlich zu machen.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Auf Kritik aus den Reihen der Union an seiner Entscheidung ging Merz ebenfalls ein. »Da muss auch meine Partei akzeptieren, dass der Bundeskanzler Friedrich Merz einmal Entscheidungen trifft, die vielleicht nicht jedem gefallen. Aber ich habe einen Amtseid geschworen und ich habe auch ein persönliches Gewissen«, rechtfertigte sich Merz im Gespräch mit den Journalisten Robin Alexander und Dagmar Rosenfeld. mth

Eurovision Song Contest

Israels ESC-Song angenommen

Der größte Gesangswettbewerb der Welt wird in diesem Mai in Wien stattfinden

von Sabine Brandes  19.02.2026

Nachrichten

Strafe, Mob, Kauf

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  19.02.2026

Verbrechen

Wut und Selbstverantwortung

Die Gewalt durch kriminelle Clans in arabischen Gemeinden Israels eskaliert. Der Polizeichef spricht von einem »nationalen Ausnahmezustand«

von Sabine Brandes  19.02.2026

Jerusalem

Israel führt neue Regeln für den Tempelberg ein

Die Entscheidungen der israelischen Behörden haben scharfe Kritik der Palästinensischen Autonomiebehörde ausgelöst

 19.02.2026

Jerusalem

Isaac Herzog: Bete für Ende der Terrorherrschaft im Iran

Der israelische Präsident Herzog übermittelt dem iranischen Volk gleichzeitig »die besten Wünsche« zum Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan

 19.02.2026

Studie

Wachsen vegetarisch oder vegan ernährte Babys und Kleinkinder langsamer?

Müssen kleine Kinder Fleisch essen? Eine Untersuchung der Ben-Gurion-Universität wirft ein neues Licht auf weit verbreitete Vorstellungen

 19.02.2026

Nahost

Hisbollah verstößt gegen Waffenruhe

Waffenlager, Raketenabschussrampen und weitere militärische Einrichtungen im Libanon wurden getroffen. Diese sollten nach Darstellung der Armee für Angriffe auf Israel genutzt werden

 19.02.2026

Nahost-Politik

CDU könnte Stopp deutscher Zahlungen an UNRWA beschließen

Am Wochenende findet der Bundesparteitag der CDU in Stuttgart statt. Beschlossen werden könnte auch ein Antrag zu deutschen Zahlungen an die Palästinenser, der es in sich hat

von Michael Thaidigsmann  18.02.2026

Kulturerbe

Die vergessenen Synagogen

In den Straßen Tel Avivs verbergen sich Hunderte ehemalige Bet- und Lehrhäuser – Zeugen einer orthodoxen Blütezeit, die heute nur noch wenigen bekannt ist

von Henry Jakubowicz  18.02.2026