Kriminalität

Jona Metzger verhaftet

Jona Metzger während einer gerichtlichen Anhörung am Montag in Rischon LeZion Foto: Flash90

Der ehemalige israelische Oberrabbiner Jona Metzger ist heute Morgen festgenommen worden. Die Vorwürfe gegen ihn lauten: Bestechlichkeit, Betrug, Veruntreuung und Behinderung der Ermittlungen. So soll er etwa versucht haben, Zeugen zum Schweigen zu bringen.

Laut Mitarbeitern der Antikorruptions-Einheit Lahav 433, die seit Monaten gegen Metzger ermittelt, haben in den Fällen, in die der Rabbiner verwickelt sein soll, mehrere Millionen Schekel den Besitzer gewechselt. Metzger und drei andere Personen sollen sich unter anderem Geld angeeignet haben, das für Wohltätigkeitsorganisationen bestimmt war.

Hausarrest Bereits im Juni war der damals noch amtierende aschkenasische Oberrabbiner wegen dieser Vorwürfe zehn Stunden lang von der Polizei verhört worden. Seine Untersuchungshaft hatte der zuständige Richter damals um fünf Tage Hausarrest verlängert. Ferner ordnete er an, dass Metzger weder das Land verlassen noch die anderen Verdächtigen in diesem Fall kontaktieren dürfe. Metzger reagierte, indem er sich selbst von einigen seiner Ämter – unter anderem seinem Posten im Rabbinatsgericht – selbst suspendierte, beteuerte aber gleichwohl seine Unschuld.

Die übrigen Verdächtigen sind Haim Nissan Eisenshtat, Metzgers Fahrer und persönlicher Assistent, sowie Simcha Karkovsky, Manager einer Wohltätigkeitsorganisation in Bnei Brak, und Nissan Ben-Zion Zioni, Vorsteher eines Bet Midrasch und eines Rabbinerseminars in Tel Aviv. Den beiden Letzteren wird Geldwäsche und Bestechung vorgeworfen.

Jona Metzger, der sich in Polizeigewahrsam befindet, streitet die Vorwürfe nach wie vor ab. ja

Diplomatie

Somaliland eröffnet Botschaft in Jerusalem

Es handelt sich bereits um die achte diplomatische Vertretung, die in der israelischen Hauptstadt eröffnet wurde

 16.06.2026

Interview

»Mir wurde immer wieder vorgeworfen, ich sei zu proisraelisch«

Der Schweizer Politiker und Ständerat Daniel Jositsch über seinen wahren Austritt aus der SP, postkoloniale Irrwege und den Antisemitismus innerhalb der Linken

von Nicole Dreyfus  16.06.2026

Nahost

Trotz des Iran-Abkommens: Hisbollah greift israelische Soldaten an

Nach Angaben der israelischen Streitkräfte feuerte die von Iran unterstützte Terrororganisation im Laufe des gestrigen Tages mehrere Geschosse auf IDF-Soldaten im Südlibanon

 16.06.2026

Jerusalem

Netanjahu bezeichnet Iran-Krieg als Erfolg, hält sich über Deal zurück

»Wir wissen nicht, was in dem Abkommen steht«, sagt der israelische Ministerpräsident. Entscheidend sei, dass es von einer glaubwürdigen militärischen Drohkulisse begleitet werde

 16.06.2026

Karlsruhe

Bekennervideo aufgetaucht: Hamas plante konkreten Anschlag in Europa

Seit Herbst letzten Jahres hatte die Bundesanwaltschaft insgesamt neun Anhänger der Hamas festnehmen lassen

 16.06.2026

In eigener Sache

Jüdische Allgemeine depubliziert Texte von Stephan-Andreas Casdorff

Die Prüfung mit spezialisierter Software legt Nahe, dass zwei Kommentare des »Tagesspiegel«-Editor-at-Large in dieser Zeitung von einer KI geschrieben wurden

 15.06.2026

Nahost

Hisbollah: Waffenruhe gilt auch für Libanon

Die geplante 60-tägige Waffenruhe zwischen den USA und Iran gelte auch für den Libanon, behauptet die Terror-Miliz. Doch eine Bestätigung gibt es dafür nicht

 15.06.2026

Uganda

Entebbe-Entführung 1976: Debatten um Linksterror und Antisemitismus

Vor 50 Jahren entführten zwei Deutsche und zwei Palästinenser einen Airbus aus Israel nach Uganda. Dabei sollen sie Geiseln nach antisemitischen Kriterien voneinander getrennt haben. Die Tat befeuerte das Unbehagen vieler Linker mit Gewalt

von Nils Sandrisser  15.06.2026

Reisen

2,4 Millionen Israel-Flugtickets könnten storniert werden

Noch immer nehmen US-Maschinen den größten Teil des Ben-Gurion-Flughafens in Beschlag. Verkehrsministerin Regev warnt vor Schäden in Milliardenhöhe

von Sabine Brandes  15.06.2026