Kriminalität

Jona Metzger verhaftet

Jona Metzger während einer gerichtlichen Anhörung am Montag in Rischon LeZion Foto: Flash90

Der ehemalige israelische Oberrabbiner Jona Metzger ist heute Morgen festgenommen worden. Die Vorwürfe gegen ihn lauten: Bestechlichkeit, Betrug, Veruntreuung und Behinderung der Ermittlungen. So soll er etwa versucht haben, Zeugen zum Schweigen zu bringen.

Laut Mitarbeitern der Antikorruptions-Einheit Lahav 433, die seit Monaten gegen Metzger ermittelt, haben in den Fällen, in die der Rabbiner verwickelt sein soll, mehrere Millionen Schekel den Besitzer gewechselt. Metzger und drei andere Personen sollen sich unter anderem Geld angeeignet haben, das für Wohltätigkeitsorganisationen bestimmt war.

Hausarrest Bereits im Juni war der damals noch amtierende aschkenasische Oberrabbiner wegen dieser Vorwürfe zehn Stunden lang von der Polizei verhört worden. Seine Untersuchungshaft hatte der zuständige Richter damals um fünf Tage Hausarrest verlängert. Ferner ordnete er an, dass Metzger weder das Land verlassen noch die anderen Verdächtigen in diesem Fall kontaktieren dürfe. Metzger reagierte, indem er sich selbst von einigen seiner Ämter – unter anderem seinem Posten im Rabbinatsgericht – selbst suspendierte, beteuerte aber gleichwohl seine Unschuld.

Die übrigen Verdächtigen sind Haim Nissan Eisenshtat, Metzgers Fahrer und persönlicher Assistent, sowie Simcha Karkovsky, Manager einer Wohltätigkeitsorganisation in Bnei Brak, und Nissan Ben-Zion Zioni, Vorsteher eines Bet Midrasch und eines Rabbinerseminars in Tel Aviv. Den beiden Letzteren wird Geldwäsche und Bestechung vorgeworfen.

Jona Metzger, der sich in Polizeigewahrsam befindet, streitet die Vorwürfe nach wie vor ab. ja

Nahost

Der Lieberman-Plan

Soll das Westjordanland neu verwaltet werden?

von Sabine Brandes  10.10.2026

Kino

Ich habe »Naza« gesehen, und es ist ein übles Stück Propaganda

Es ist erschreckend zu sehen, wie große Teile der Filmwelt sich gerade selbst zu nützlichen Idioten der Hamas degradieren, indem sie ihr von Lügen und Blut getränktes Narrativ übernehmen

von Philipp Peyman Engel  10.10.2026

Essay

Drei Jahre nach dem 7. Oktober: Die Grenzen universitärer Selbstgewissheit

Antisemitismus ist an Universitäten längst kein Ausnahmeproblem mehr. Drei Jahre nach dem 7. Oktober stellt sich deshalb eine unangenehmere Frage: Was haben Universitäten über sich selbst gelernt?

von Frederek Musall  09.10.2026

Luftfahrt

Wer kontrolliert die Flüge nach Israel?

Nach dem vereitelten Anschlag auf einen Flydubai-Flug gerät das israelische Sicherheitssystem für ausländische Airlines unter Druck

von Sabine Brandes  08.10.2026

Hintergrund

Terror über den Wolken

Wie Pilot und Passagiere im Flug von Dubai nach Tel Aviv eine Katastrophe verhinderten

von Sabine Brandes  08.10.2026

Diplomatische Beziehungen

Britisches Konsulat in Jerusalem bleibt als Mission bestehen

Israel reagiert auf britische Sanktionen gegen israelische Siedlungspolitik, mehrere Diplomaten verlassen das Land. Gänzlich geschlossen wird das britische Konsulat in Ost-Jerusalem aber doch nicht

 08.10.2026

Meinung

Wenn Journalisten Terroristen sind – 170 Namen und eine unbequeme Wahrheit

Unser Autor reflektiert über die grundsätzliche Frage, was »Journalismus« in einem Gebiet bedeutet, das seit Jahren von einer totalitären Terrororganisation beherrscht wird

von Daniel Neumann  08.10.2026

7. Oktober

»Erinnern heißt auch, nach der Wahrheit zu suchen«

Bei der großen Gedenkveranstaltung im Hayarkon-Park standen die Opfer im Mittelpunkt – und die Forderung nach einer unabhängigen Untersuchungskommission

von Sabine Brandes  08.10.2026

Mentale Gesundheit

Die Einsamkeit wiegt am Schwersten

Fast eine Million Israelis suchten seit Kriegsbeginn Hilfe bei der psychischen Notfall-Hotline Eran

von Sabine Brandes  07.10.2026