Paris

Israels Verteidigungsminister zu NSO-Skandal

Der französische Staatschef Emmanuel Macron und Israels Verteidigungsminister Benny Gantz (Archiv) Foto: imago images/UPI Photo

Israels Verteidigungsminister Benny Gantz hat sich bei einem Besuch in Paris zu dem jüngsten Skandal über die Überwachungssoftware des israelischen Anbieters NSO geäußert. Gantz habe seiner französischen Kollegin Florence Parly bei einem Treffen versichert, dass Israel die Vorwürfe sehr ernst nehme, teilte eine Sprecherin mit.

Die mögliche Ausspähung der Mobiltelefone zahlreicher Staatschefs und Journalisten mit der NSO-Software Pegasus hatte international für Aufsehen gesorgt.

Israel erteile beim Cyber-Export nur Genehmigungen an Staaten, es sei auch nur der Einsatz im Kampf gegen Terrorismus und Verbrechen erlaubt, sagte Gantz den Angaben zufolge ferner. Israelische Repräsentanten hätten am Mittwoch die Büroräume von NSO besucht, um die Vorwürfe gegen das Unternehmen zu prüfen.

Frankreichs Regierungssprecher Gabriel Attal hatte angekündigt, Parly werde das Treffen nutzen, um Gantz zu fragen, was die israelische Regierung über die Aktivitäten der Kunden von NSO wisse. Sie wolle außerdem erfahren, welche Schritte eingeleitet wurden oder noch werden, um eine solch intrusive Nutzung des Tools zu verhindern.

Marokkos Botschafter in Paris hat Medienberichte zurückgewiesen, wonach ein Sicherheitsdienst seines Landes den französischen Staatschef Emmanuel Macron für eine mögliche Ausspähung ins Visier genommen haben soll. Macron hatte ein Krisentreffen des Rates für nationale Sicherheit und Verteidigung einberufen, um über Konsequenzen zu beraten.

Pegasus nutzt Sicherheitslücken in Smartphone-Software, um weitreichenden Zugriff auf Daten zu erlangen. Ein internationales Journalistenkonsortium hatte zuletzt über einen Datensatz mit rund 50 000 Nummern berichtet, die von NSO-Kunden als potenzielle Ausspähziele ausgewählt worden sein sollen. NSO hat die Vorwürfe zurückgewiesen und einzelne Details aus den Berichten bestritten.

Bei den Gesprächen von Gantz in Paris ging es auch um die Krise in Israels Nachbarland Libanon, den Konflikt mit den Palästinensern und die Iran-Frage.

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