Nahost

Israels Luftwaffe reagiert auf Angriffe aus Syrien

Luftverteidigungsrakete am Himmel über Syriens Hauptstadt Damaskus (Symbolfoto) Foto: imago

Die israelische Luftwaffe hat in der Nacht zum Mittwoch nach eigenen Angaben eine Reihe von Zielen in Syrien angegriffen. Auf Twitter berichteten die israelischen Streitkräfte von »breit angelegten Angriffen« gegen Stellungen der syrischen Armee und mit dem Iran verbundenen Kräften. Damit antworte Israel auf Raketenangriffe aus Syrien von der Nacht zum Dienstag, hieß es.

Die israelischen Streitkräfte (IDF) richteten zugleich eine scharfe Warnung an die syrische Regierung. »Wir betrachten das syrische Regime als verantwortlich für alle Aktionen, die von syrischem Gebiet ausgehen und warnen es vor weiteren Attacken gegen Israel«, twitterte die IDF. »Wir werden weiterhin entschlossen und so lange wie notwendig gegen die iranische Verwurzelung in Syrien vorgehen.«

Israel will verhindern, dass der Iran seinen Einfluss in Syrien militärisch ausbaut und den jüdischen Staat weiter atackiert.

Auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bestätigte auf Facebook den Angriff in Syrien: »Ich habe klargemacht, wer uns trifft, den treffen wir«, schrieb er. »Wir werden weiter mit Entschlossenheit die Sicherheit Israels erhalten.«

EXPLOSIONEN Syrische Medien hatten von einer Reihe von Explosionen rund um Damaskus in der Nacht zum Mittwoch berichtet. Nach diesen Angaben habe die syrische Luftabwehr dabei »mehrere Ziele« beschossen und getroffen. Angeblich töteten die israelischen Raketen bei den Angriffen mindestens 14 Menschen. Die Raketen hätten unter anderem ein Waffenlager der iranischen Al-Kuds-Einheit zerstört. Die Al-Kuds-Einheit gehört zu den iranischen Revolutionsgarden, einer Eliteeinheit der iranischen Streitkräfte.

Von israelischer Seite hieß es dagegen, die syrische Luftabwehr habe trotz vorheriger Warnung eine Rakete abgefeuert, als Antwort darauf seien mehrere syrische Luftabwehrstellungen zerstört worden. Die Angaben ließen sich von unabhängiger Seite nicht überprüfen.

Russland kritisiert Israel für die Raketenangriffe auf militärische Ziele in Syrien.

Russland kritisierte Israel für die Raketenangriffe auf militärische Ziele in Syrien. Der Einsatz auf dem Gebiet eines souveränen Landes verstoße gegen das Völkerrecht, sagte Vizeaußenminister Michail Bogdanow der Agentur Interfax zufolge am Mittwoch in Moskau. Damit drohe die Lage zu eskalieren. »So etwas ist falsch.« Russland ist ein Verbündeter Syriens.

DAMASKUS Erst in der Nacht zum Dienstag waren in der Nähe des Flughafens der Hauptstadt Damaskus Explosionen zu hören gewesen. Weitere Details nannte die syrische Staatsagentur Sana nicht. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, Israels Armee habe fünf Raketen auf den Süden von Damaskus abgefeuert. Einige seien abgefangen worden. Danach fing das israelische Abwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel) mehrere aus Syrien abgefeuerte Raketen ab.

Die israelische Luftwaffe hat in der Vergangenheit mehrfach Ziele in Syrien angegriffen. Die Bombardierungen richten sich Beobachtern zufolge gegen Terrorkräfte, die mit dem Iran verbunden sind.

Israel will verhindern, dass sich sein Erzfeind seinen Einfluss in Syrien militärisch weiter ausbaut und den jüdischen Staat weiter atackiert. Der Iran unterstützt im syrischen Bürgerkrieg die Regierungstruppen.  dpa

Westjordanland

Das System der Gewalt

Wie extremistische Siedler und politische Kräfte das Gebiet destabilisieren – und warum Ex-General Gadi Shamni vor einer Eskalation warnt

von Sabine Brandes  10.09.2026

Meinung

Wahlkampf in Israel: Schluss mit der Schlammschlacht!

Niemand erwartet, dass Politiker einander mit Samthandschuhen anfassen. Aber eine Wahl in einer Demokratie ist keine Realityshow voller Gekreische

von Sabine Brandes  10.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  10.09.2026

Deutschland

Schoa-Überlebende und Antisemitismusbeauftragte rechnen mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels und Maha El Hissy ab

Die Hintergründe

 09.09.2026 Aktualisiert

Kommentar

Warum der Börsenverein des Deutschen Buchhandels nie wieder »Nie wieder!« sagen sollte

Wer Antisemitismus nur dort bekämpft, wo es bequem ist, bekämpft ihn nicht – und wer wie im Fall Maha El Hissy konkrete Vorwürfe nicht ernsthaft prüfen will, sollte aufhören, zu erklären, wie ernst er diesen Kampf nimmt

von Andreas Büttner  09.09.2026 Aktualisiert

Verteidigung

Nach Deal über VW-Werk: Israelische Rüstungsunternehmen wollen noch mehr in Deutschland investieren

Rafael und Elbit wollen die deutsch-israelische Zusammenarbeit bei der Produktion von Abwehrraketen und anderem Militärgerät erheblich ausweiten. Covenant will in Sachsen Marschflugkörper produzieren

 09.09.2026

Nachrichten

Basketball, Ärzte, Straßenbahn

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  09.09.2026

Mascha Malburg und Joshua Schultheis

In eigener Sache

Mascha Malburg und Joshua Schultheis werden mit dem Georg-Stefan-Troller-Preis ausgezeichnet

Die Redakteurin der Jüdischen Allgemeinen und der freie Mitarbeiter erhalten die Auszeichnung für ihre Interviewreihe mit Juden aus Deutschland

 09.09.2026

Tourismus

Chinesische Influencer für Israel

Vor dem Krieg reisten jährlich rund 150.000 Besucher aus dem Reich der Mitte in den jüdischen Staat. Die Regierung versucht nun, diese Zielgruppe zurückzugewinnen

von Sabine Brandes  09.09.2026