Nahost

Israelische Kampfjets fliegen bis an iranische Grenze – Sorge vor Eskalation vor der Wahl

Israelische Kampfjets vom Typ F-16 Foto: copyright (c) Flash90 2020

Israelische Kampfflugzeuge haben offenbar einen möglichen Angriff auf Iran simuliert. Dutzende Kampfjets und Tankflugzeuge flogen nach Medienberichten Anfang der Woche über Syrien und den Irak in Richtung der iranischen Grenze, kehrten jedoch kurz vor dem Erreichen iranischen Territoriums um.

Während Israel den Flug als Übung und Machtdemonstration bezeichnete, vermuteten einige amerikanische Beobachter ein weitergehendes Kalkül: Möglicherweise sollte Teheran zu einer Reaktion provoziert werden, die Israel als Rechtfertigung für einen Angriff hätte nutzen können.

Wie das Nachrichtenportal »Axios« unter Berufung auf nicht namentlich genannte amerikanische und israelische Regierungsvertreter berichtete, hatte Israel die USA vorab über den Einsatz informiert. Demnach sollte die Aktion Iran davon abhalten, vor der israelischen Parlamentswahl in der kommenden Woche selbst militärisch aktiv zu werden. Auch Fox News hatte zuvor darüber berichtet.

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Die Berichte passen zu Informationen der »Financial Times«, wonach Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bereits Anfang Oktober einen erneuten Angriff auf Iran angestrebt haben soll. US-Präsident Donald Trump habe sich jedoch gegen eine Wiederaufnahme der Kämpfe vor den amerikanischen Zwischenwahlen am 3. November ausgesprochen.

Nach Angaben von »Axios« hat der israelische Generalstabschef Eyal Zamir seinen amerikanischen Amtskollegen Dan Caine darauf hingewiesen, dass ein Krieg vor der israelischen Wahl eine Verschiebung der Abstimmung erforderlich machen könnte. Zamir hatte am Dienstag erklärt, die Armee werde dafür sorgen, dass die Wahl in der kommenden Woche »ohne Einmischung von außen« stattfinden könne.

In Israel gibt es offenbar Widerstand gegen einen Angriff zum jetzigen Zeitpunkt. Nach einem Bericht von Kanal 12 halten führende Sicherheitsvertreter eine militärische Eskalation für riskant, weil sie den Wahlkampf und die Abstimmung erheblich beeinträchtigen könnte.

Die Sorge besteht demnach auch darin, dass die israelischen Drohungen Iran zu einem Präventivschlag bewegen könnten. Teheran könnte versuchen, einem erwarteten amerikanisch-israelischen Angriff zuvorzukommen. Vertreter des Sicherheitsapparats sollen Zamir deshalb aufgefordert haben, sich gegen einen Angriff vor der Wahl zu positionieren. im

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