Jerusalem

Israelische Ehre abgelehnt

Chani Lifshitz Foto: Flash90

Zum israelischen Nationalfeiertag dürfen jedes Jahr ausgewählte Bürger des Landes anlässlich einer militärischen Zeremonie auf dem Jerusalemer Herzlberg eine Fackel entzünden. In diesem Jahr schlug Kulturministerin Miri Regev unter anderem Chani Lifshitz und ihren Mann Chezki für diese ehrenvolle Aufgabe vor.

NEPAL Die 43-jährige Lifshitz leitet seit Jahren im Auftrag der Chabad-Lubawitsch-Bewegung eine vor allem bei israelischen Touristen sehr beliebte Herberge in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu.

Doch das Fackelzünden, das dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie vorab aufgezeichnet werden soll, fällt für das Ehepaar aus. Der Grund: Ein rabbinisches Gericht der Chabad-Bewegung hat die Lifshitzens nun angewiesen, an der staatlichen Zeremonie nicht teilzunehmen. Einen Grund dafür gaben die Rabbiner nicht an.

DISTANZ Der verstorbene Gründer der Bewegung, der Lubawitscher Rebbe Menachem Mendel Schneerson, hatte einst entschieden, dass sich Mitarbeiter von Chabad nicht an staatlichen Anlässen in Israel beteiligen sollen.

»An mir liegt es nicht«, schrieb Chani Lifshitz auf ihrer Facebook-Seite. »Ich wurde gebeten, meine Teilnahme an der Feier zum Unabhängigkeitstag abzusagen, und ich kann mich nicht auf hitzige Kontroversen einlassen.« Dennoch dankte sie den Israelis für die Entscheidung, sie mit einer solchen Geste zu ehren.

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  28.10.2026

Nachrichten

Auszählung, Expats, Einmischung

Kurzmeldungen aus Israel

von Sophie Albers Ben Chamo  28.10.2026

Knesset-Wahl

Die arabische Antwort auf Ben-Gvir

Die israelischen Araber könnten zum Königsmacher der nächsten Knesset werden

von Sabine Brandes  28.10.2026

Meinung

In der Sackgasse?

Sabine Brandes wünscht sich nach den Wahlen für Israel neue Bündnisse – trotz aller Schwierigkeiten

von Sabine Brandes  28.10.2026

Analyse

Israel im Patt

Der rechte Block gewinnt bei der Auszählung an Boden. Doch weder Regierungslager noch Opposition haben eine klare Mehrheit – und die arabischen Parteien werden zum entscheidenden Faktor

von Sabine Brandes  28.10.2026

Jerusalem

Demokraten-Chef fordert Koalition mit arabischen Parteien

Bei Israels Richtungswahl liegt Netanjahus Lager vorn, verfehlt aber die Mehrheit. Der Chef der Linksliberalen fordert eine Koalition der Opposition mit Beteiligung arabischer Parteien

 28.10.2026

Jerusalem

Israels Wahlergebnis bleibt offen, mehr als die Hälfte der Stimmen ausgezählt

Mit wie vielen Sitzen kann das Netanjahu-Lager rechnen? Wie sieht das bisherige Ergebnis der Opposition aus?

 28.10.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Bis zu 650.000 »Sonderstimmen« könnten Israels Wahlergebnis noch verändern

Die Stimmen von Soldaten, Reservisten und weiteren Wahlberechtigten, die nicht in ihrem regulären Wahllokal abstimmen konnten, müssen noch einbezogen werden

 28.10.2026

Jerusalem

Eisenkot will rasch neue Regierung in Israel bilden

Netanjahus Lager verliert die Mehrheit, doch auch Ex-Militärchef Eisenkot kann mit seinem Lager nicht allein regieren. Dennoch erklärt er, schon bald eine Koalition schmieden zu wollen

 28.10.2026