Kriminalität

Israel will Gewalt im arabischen Sektor bekämpfen

Foto: imago

Israels Regierungschef Naftali Bennett will verstärkt gegen Gewalt innerhalb der arabischen Gesellschaft im Land vorgehen. Das Problem habe »ungeheuerliche Ausmaße« angenommen, sagte er am Sonntag nach Angaben seines Büros bei Beratungen über das Problem.

Seit Jahresbeginn sind rund 100 israelische Araber ermordet worden, häufig als Teil von Bandenkriegen. Am Kampf gegen illegale Waffen im arabischen Sektor sollten künftig auch Armee und Geheimdienst beteiligt sein, entschied ein Minister-Ausschuss. »Die Umsetzung beginnt sofort«, sagte Bennett.

»Die Situation mit Hinblick auf Gewalt im arabischen Sektor hat die rote Linie erreicht«, sagte Bennett. Das Problem sei jahrelang marginalisiert und vernachlässigt worden.

Es sei nun eine Arbeitsgruppe verschiedener Ministerien gebildet worden. Zuständig ist der stellvertretende Minister für Öffentliche Sicherheit, Joav Segalovitz. Bennett rief führende arabische Repräsentanten sowie die arabische Öffentlichkeit dazu auf, sich dem Kampf gegen die Gewalt in ihrem Sektor anzuschließen.

Der Staat wolle seine arabischen Bürger vor Verbrechen und illegalen Waffen, Mord und Schutzgelderpressung schützen, sagte Bennett. Die arabischen Bürger müssten verstehen, »dass die Sicherheitskräfte nicht der Feind, sondern die Lösung sind«. Über die Jahre habe sich »ein Staat im Staat« entwickelt.

Die arabische Minderheit macht etwa 20 Prozent der mehr als neun Millionen Bürger Israels aus. Nach Angaben des Israelischen Bürgerrechtsverbands (ACRI) gehören mehr als die Hälfte der armen Familien im Land zum arabischen Sektor. Ein großer Teil der israelischen Öffentlichkeit sehe die arabische Minderheit als fünfte Kolonne und demografische Bedrohung. Zwischen Juden und Arabern in Israel gebe es »krasse sozio-ökonomische Unterschiede«.

Mit der konservativ-islamischen Raam ist in diesem Jahr erstmals eine arabische Partei Teil der Regierung geworden. Diese setzt sich nun verstärkt für die Rechte der arabischen Minderheit ein. Auch innerhalb der arabischen Bevölkerung mehren sich angesichts massiver Gewalt die Rufe nach mehr Sicherheit und Ordnung.

Israel

Knessetwahl: Soldaten können bereits abstimmen

In weniger als einer Woche wählt Israel ein neues Parlament. Bereits jetzt dürfen Soldaten die Wahlkabinen betreten - diese werden ihnen bis in den Libanon und nach Syrien gebracht

 21.10.2026

New York/Gaza

Frühere Lehrerin aus Gaza warnt vor Judenhass an UNRWA-Schulen

Die Pädagogin sagt, die ideologische Indoktrinierung palästinensischer Kinder könne den Nährboden für ein weiteres Massaker wie das vom 7. Oktober 2023 schaffen

 21.10.2026

Jerusalem

Netanjahu nennt Sturz der iranischen Führung als Ziel

»Ich bin entschlossen, die Aufgabe zu Ende zu bringen«, sagt der israelische Regierungschef

 21.10.2026

Gaza

Israel tötet Hamas-Terroristen, der Shani Louk verschleppte

Tamer Mohammad Ibrahim al-Sabbagh war das letzte lebende Mitglied der Hamas-Zelle, die am 7. Oktober 2023 die deutsch-israelische Geisel entführte

 21.10.2026

Sicherheit

Nach Ausschreitungen: Israel rechnet mit vermehrter Einwanderung von Juden aus Frankreich

Die Hintergründe

 21.10.2026

Boykott?

Weitere Firma verweigert Jerusalemer Seilbahn-Projekt

Die israelische Regierung will per Seilbahn einen direkten Zugang zur hochsymbolischen Klagemauer in Jerusalem schaffen. Aber immer mehr ausländische Partner ziehen sich zurück

von Andrea Krogmann  20.10.2026

Wahlkampf

Netanjahu stellt sich hinter religiöse Wehrdienstverweigerer

Um an der Macht zu bleiben, braucht Israels Ministerpräsident die Unterstützung der ultraorthodoxen Juden. Wenige Tage vor der Wahl übt er den Schulterschluss mit Religiösen, die sich der Wehrpflicht entziehen

von Andrea Krogmann  20.10.2026

Vanessa Emde (Die Linke)

Berlin

Linken-Fraktion vorerst ohne Einigung im Streit um Emde

Eine Abgeordnete, die in ihrer Israel-Kritik immer wieder nachlegt, und eine Fraktionsspitze, die ein Problem mit ihr hat: Im Berliner Koalitionspoker bleibt der Streit um Vanessa Emde ungelöst

 20.10.2026

Hamas

Emiratische Blase in Gaza

Israel erlaubt den VAE Infrastrukturarbeiten nahe Rafah. Den Wiederaufbau der Enklave knüpft Israels Premier Netanjahu an die Entwaffnung der Terrororganisation

von Sabine Brandes  20.10.2026