EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 54 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 49 Sitze

Sicherheit

Israel wäre neuem Atomkommen mit dem Iran nicht verpflichtet

Der israelische Premier Naftali Bennett Foto: POOL

Israel sieht sich auch im Fall einer Rückkehr zum internationalen Atomabkommen mit dem Iran nicht an dieses gebunden. Der israelische Regierungschef Naftali Bennett sagte am Dienstag bei einer Sicherheitskonferenz in der Nähe von Tel Aviv, Israel sei unter solchen Umständen »natürlich kein Vertragspartner«.

Von dem 2015 ausgehandelten Vertrag habe Israel sich »wie von einer Schlaftablette« beeinflussen lassen, erklärte Bennett. Diesen Fehler werde man nicht wiederholen. »Wir werden uns unsere Handlungsfreiheit bewahren.« Israel stehe eine schwierige Zeit bevor. »Es kann auch mit unseren besten Freunden zu Meinungsverschiedenheiten kommen.«

Wien Nach fast sechsmonatiger Pause wegen des Regierungswechsels im Iran sollen die Gespräche zur Rettung des Atomabkommens kommende Woche in Wien fortgesetzt werden. Die USA hatten den Pakt, der den Bau von Atomwaffen in Iran verhindern soll, 2018 verlassen und neue Sanktionen verhängt. Daraufhin hielt sich auch Teheran nicht mehr an die Vereinbarungen. Israel wirft dem Iran allerdings vor, es habe auch nach Unterzeichnung des Abkommens heimlich weiter den Bau von Atomwaffen angestrebt.

Die EU und die verbliebenen Partner in dem Deal - China, Russland, Frankreich, Großbritannien und Deutschland - bemühen sich in Wien um die Rückkehr der USA zu dem Abkommen sowie Irans Rückkehr zu seinen Verpflichtungen. 

Bennett sagte während des Vortrags, Teheran strebe nach einer »schiitischen Hegemonie unter einem atomaren Schirm« in der Region. Der Iran sei mit seinem Atomprogramm so weit wie noch nie. Teheran habe außerdem »einen Ring von Milizen und Raketen um Israel gelegt«. Er nannte als Beispiel die libanesische Terrororganisation Hisbollah im Norden und die islamistische Hamas sowie den Islamischen Dschihad im Gazastreifen im Süden. Der Iran zahle dafür selbst aber keinen Preis. Dies sei nicht logisch. Statt die Milizen zu jagen müsse Israel vielmehr »zum Entsender kommen«.

Der Iran und die mit ihm verbündete Hisbollah haben ihre Präsenz in Syrien in den vergangenen Jahren ausgebaut. Israels Luftwaffe greift immer wieder Ziele im Nachbarland Syrien an, um sich zu schützen und die Mullahs daran zu hindern, dort weiter Fuß zu fassen. dpa/ja

Knesset-Wahl

Die arabische Antwort auf Ben-Gvir

Die israelischen Araber wehren sich mit dem Stimmzettel gegen den Sicherheitsminister – und könnten zum Königsmacher der nächsten Knesset werden

von Sabine Brandes  28.10.2026

Meinung

In der Sackgasse?

Sabine Brandes wünscht sich nach den Wahlen für Israel neue Bündnisse – trotz aller Schwierigkeiten

von Sabine Brandes  28.10.2026

Analyse

Israel steckt mal wieder im Patt

Der rechte Block gewinnt bei der Auszählung an Boden. Doch weder Regierungslager noch Opposition haben eine klare Mehrheit – und die arabischen Parteien werden zum entscheidenden Faktor

von Sabine Brandes  28.10.2026

Jerusalem

Demokraten-Chef fordert Koalition mit arabischen Parteien

Bei Israels Richtungswahl liegt Netanjahus Lager vorn, verfehlt aber die Mehrheit. Der Chef der Linksliberalen fordert eine Koalition der Opposition mit Beteiligung arabischer Parteien

 28.10.2026

Jerusalem

Israels Wahlergebnis bleibt offen, mehr als die Hälfte der Stimmen ausgezählt

Mit wie vielen Sitzen kann das Netanjahu-Lager rechnen? Wie sieht das bisherige Ergebnis der Opposition aus?

 28.10.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Bis zu 650.000 »Sonderstimmen« könnten Israels Wahlergebnis noch verändern

Die Stimmen von Soldaten, Reservisten und weiteren Wahlberechtigten, die nicht in ihrem regulären Wahllokal abstimmen konnten, müssen noch einbezogen werden

 28.10.2026

Jerusalem

Eisenkot will rasch neue Regierung in Israel bilden

Netanjahus Lager verliert die Mehrheit, doch auch Ex-Militärchef Eisenkot kann mit seinem Lager nicht allein regieren. Dennoch erklärt er, schon bald eine Koalition schmieden zu wollen

 28.10.2026

Jerusalem

Vorfälle bei Parlamentswahl

Für die große Mehrheit der Israelis verlief der Wahltag friedlich. Es gab jedoch Einschüchterungsversuche und sogar Angriffe

 28.10.2026

Jerusalem

Benjamin Netanjahu bei Wahl vorn - aber ohne Mehrheit

Bleibt der heutige Ministerpräsident an der Macht? Oder kommt es zum Regierungswechsel? Der Politikveteran gibt sich in der Wahlnacht trotz unklarem Ausgang siegesgewiss

 28.10.2026 Aktualisiert