Covid-19

Israel öffnet das Land weiter

Die israelischen Schulen sind für einige Klassen wieder geöffnet. Foto: Flash90

Israel bewegt sich zusehends auf eine Routine nach dem Coronaausbruch zu. Bei strahlendem Sonnenschein hatten am Wochenende viele Menschen ihre Häuser verlassen und sich zum Sport getroffen oder gingen spazieren. Am Sonntag öffneten zudem nach sieben Wochen die ersten Grund- und Sonderschulen. Noch in dieser Woche will die Regierung weitere Erleichterungen für die Bevölkerung verkünden.

Patienten Am Sonntag waren acht neue Fälle des neuartigen Coronavirus gemeldet worden, die Gesamtzahl der mit Covid-19 Infizierten in Israel lag damit bei 16.193. Mittlerweile sind 9634 Menschen genesen. 105 Patienten befinden sich derzeit noch in kritischem Zustand in Krankenhäusern, 82 müssen künstlich beatmet werden. 230 Israelis sind an den Folgen des Virus gestorben.

Die Regierung gab an, die Notstandsmaßnahmen um weitere 24 Stunden bis Montag auszuweiten. Auch das Verbot in überwiegend arabischen Gemeinden, in den Abendstunden Geschäfte zu öffnen, wurde verlängert. Derzeit begehen die Moslems den Fastenmonat Ramadan.

Am Montag soll in der Knesset diskutiert werden, ob in den nächsten Tagen Zusammenkünfte von bis zu zehn Menschen erlaubt werden sollen.

Am Montag soll in der Knesset diskutiert werden, ob in den nächsten Tagen Zusammenkünfte von bis zu zehn Menschen erlaubt werden sollen. Auch soll es dann ermöglicht werden, dass die Israelis ihre älteren und kranken Angehörigen besuchen. Darauf hatte besonders Präsident Reuven Rivlin bestanden. Er schrieb an Gesundheitsminister Yaakov Litzman: »Ich bitte sie, die wahre Krise in Betracht zu ziehen, die bei jenen entsteht, die von ihren Familien abgeschnitten sind«. Vor allem sorgt sich der Präsident um Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen, die in speziellen Einrichtungen leben.

Kontakt »Während wir alle die Gesundheitskrise erleben und sie uns alle berührt, so wird sie eine besondere psychologische Belastung für jene Menschen mit mentalen Schwierigkeiten, die vielleicht die Situation nicht immer verstehen, in der wir uns befinden«, erläuterte der Präsident. »Die Verwirrung und Angst, die wir empfinden, ist bei ihnen um ein Vielfaches verstärkt. Sie brauchen dringend menschlichen Kontakt und reale Treffen mit ihren Familien, damit ihr Gefühl von Sicherheit wiederhergestellt wird.«

Dem Plan entsprechend, den das Finanzministerium vorgeschlagen hat, dürften Einkaufszentren, Universitäten und Parks bereits an diesem Dienstag öffnen. Krippen, Kindergärten und Mittelschulen würden am 10. Mai folgen. Anschließend könnten Hotels, Sportstudios, Bibliotheken, Museen und Gemeindezentren ihre Pforten ebenfalls wieder öffnen.

Hochzeiten und Beerdigungen im Freien dürfen dem Plan entsprechend ab 17. Mai mit bis zu 50 Personen abgehalten werden. Oberschulen indes sollen erst am 31. Mai ihren Betrieb wieder aufnehmen. Zum selben Zeitpunkt, steht in dem Dokument geschrieben, dürften auch Restaurants und Bars wieder Gäste empfangen. Ebenso sollen Veranstaltungshallen und Kinos geöffnet werden.

Lehrerproteste Das Bildungsministerium gab erst am Sonntagnachmittag nach Lehrerprotesten Richtlinien für die Öffnung der Schulen heraus. Am Freitag hatte die Regierung beschlossen, die Schulen von den Klassen eins bis drei sowie elf und zwölf zu öffnen. Viele Stadtverwaltungen, darunter Tel Aviv, Beer Schewa und Bnei Brak sowie die arabischen Gemeinden hatten sich jedoch geweigert, dies zu tun, »weil die Richtlinien völlig unklar sind«. Am Dienstag, erklärten die lokalen Behörden, werden sie die Schulen entsprechend der Vorgaben jedoch öffnen.

Die restlichen Klassen sollen erst später in diesem Monat wieder in die Schulen zurückkehren. Israel dabei ist eins der ersten Länder weltweit, das zumindest teilweise wieder Unterricht abhält.

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