Gaza

Israel hilft bei Evakuierung des Al Schifa-Krankenhauses

Al Schifa-Krankenhaus in Gaza Foto: copyright (c) Flash90 2023

Israels Streitkräfte haben angekündigt, sie würden bei der Evakuierung der kleinsten Patienten aus der Al Schifa-Klinik in Gaza helfen. Unter dem Gebäude befindet sich eine Kommandozentrale der für Massenmord in Israel bekannten Terrororganisation Hamas. Die Babys sollen in ein sicheres Krankenhaus gebracht werden.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nach eigenen Angaben den Kontakt zu Mitarbeitern des Al Schifa-Krankenhauses verloren. »Da immer wieder erschreckende Berichte über wiederholte Angriffe auf das Krankenhaus auftauchen, gehen wir davon aus, dass sich unsere Kontakte den Zehntausenden Vertriebenen angeschlossen haben und aus der Gegend fliehen«, teilte das Regionalbüro der WHO am Sonntagmorgen mit und rief erneut zu einem »sofortigen Waffenstillstand« auf.

Die WHO mache sich »große Sorgen um die Sicherheit des medizinischen Personals, Hunderter kranker und verletzter Patienten«. Darunter seien auch Säuglinge, die lebenserhaltende Maßnahmen benötigten, sowie Vertriebene, die in dem Gebäude Schutz suchten. »Berichten zufolge ist die Zahl der stationären Patienten fast doppelt so hoch wie die Kapazität des Krankenhauses, selbst wenn die Leistungen auf lebensrettende Notfallversorgung beschränkt werden«, hieß es von der WHO weiter.

Krankenhaus als Terror-Kommandozentrale

Israels Armee wies palästinensische Vorwürfe über direkte Angriffe auf die Klinik zurück und warf Terroristen der bisher im Gazastreifen herrschenden Terrororganisation Hamas vor, sich gezielt in der Nähe des Krankenhauses zu positionieren.

»Wir zielen genau auf sie und töten sie«, erklärte Israels Militärsprecher Daniel Hagari. Es gebe keine Belagerung des Krankenhauses. Zudem sei das Militär »regelmäßig« in Kontakt mit dem Krankenhauspersonal. Nach Darstellung Hagaris wird die Armee am Sonntag helfen, Babys aus der Kinderabteilung »in ein sichereres Krankenhaus« zu bringen.

Das Krankenhaus ist mit 700 Betten der wichtigste Klinikkomplex im Gazastreifen und bietet Notfall- und chirurgische Versorgung. Israel wirft der Hamas vor, das Krankenhaus als Kommando- und Kontrollzentrum zu missbrauchen. dpa/ja

Statistik

Knapp 111.000 Holocaustüberlebende leben in Israel

Sie sind alt und sie werden weniger: Heute leben noch etwa 111.000 Holocaustüberlebende in Israel. Fast ein Drittel von ihnen ist über 90 Jahre alt, fast zwei Drittel von ihnen sind Frauen

 15.04.2026

Nahost

Iran droht USA mit Angriffen

Die USA blockieren Schiffe mit Ziel iranischer Häfen. Teheran droht mit Konsequenzen für die fragile Waffenruhe

 15.04.2026

Studie

Israelische Forscher sehen Zusammenhang zwischen Corona-Infektion und Lungenkrebs

Das Spike-Protein des Coronavirus könnte nach Angaben der Autoren schädliche Prozesse im Lungengewebe auslösen

 15.04.2026

Streit

Israel wirft Südkoreas Präsidenten vor, Massaker an Juden zu verharmlosen

Lee Jae-Myung zog einen Vergleich zwischen einem angeblichen Vorgehen Israels gegen palästinensische Kinder und dem Holocaust. Das Jerusalemer Außenministerium bezeichnet dies als »inakzeptabel«

 15.04.2026

Meinung

Wie die UN indirekt den Holocaust relativieren

Die kürzlich angenommene Resolution zur Aufarbeitung des transatlantischen Sklavenhandels ist ein Akt des geschichtspolitischen Revisionismus

von Jacques Abramowicz  15.04.2026

Jerusalem

Mossad-Chef: Einsatz gegen Iran erst mit Regime Change beendet

»Unsere Mission ist noch nicht beendet«, sagt David Barnea

 15.04.2026

Diplomatie

Prosor kritisiert israelischen Minister wegen Merz-Schelte

Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich hatte dem Bundeskanzler nach dessen Kritik an der Siedlungspolitik vorgeworfen, Juden vorschreiben zu wollen, wo sie leben sollen

 14.04.2026

Umfrage

Große Mehrheit jüdischer Israelis unterstützt Fortsetzung des Krieges gegen Hisbollah

Befragt wurden Bürger auch zu den Streitkräften und der Regierung von Benjamin Netanjahu

 14.04.2026

Nahost

Historische Verhandlungen zwischen Israel und Libanon

Zum ersten Mal seit mehr als 40 Jahren führen Beirut und Jerusalem direkte Gespräche auf politischer Ebene. Können sie zu einem Durchbruch im aktuellen Konflikt führen?

von Amira Rajab, Cindy Riechau  14.04.2026