Jom Haazmaut

Israel feiert

Wie nah Trauer und pure Lebensfreude in Israel beieinander liegen, wurde an keinem anderen Abend so deutlich wie an jenem zu Beginn von Jom Haazmaut, dem Unabhängigkeitstag.

Er folgt direkt auf den Gedenktag Jom Hasikaron: Noch am Montagvormittag ertönten für zwei Minuten die Sirenen – auf dem Herzlberg wurde offiziell der gefallenen Soldaten und der Terroropfer gedacht.

Am Abend aber, sobald die Sonne untergegangen war, feierte das Land dann genau das, wofür so viele gekämpft und ums Leben gekommen sind: seine Unabhängigkeit, seine Existenz, seinen 69. Geburtstag.

Premierminister Benjamin Netanjahu sagte in einer Videobotschaft auf Twitter: »Israel ist noch nie so stark gewesen.«

Tel Aviv Nicht nur Tel Aviv, die Stadt, die niemals schläft, ist in dieser Nacht auf den Beinen – überall in Israel feiern die Menschen bei offiziellen Festakten mit Feuerwerken und bei privaten Partys. Sie schwenken die Landesfahnen, einige haben sie sich um die Schultern gehängt oder tragen aufblasbare, blau-weiße Riesenhämmer durch die Gegend. Kinder sind mit großen Sprühflaschen unterwegs und verpassen sich gegenseitig – oder unachtsamen Passanten – eine Portion weißen Schaum.

Und wenn am Morgen die ersten Sonnenstrahlen übers Land scheinen, ist die Party noch lange nicht zu Ende: Jom Haazmaut ist Grilltag, und fast alle holen in den Gärten, auf Balkonen, am Strand und in den Parks ihre Aluschalen und Kohlesäcke raus und brutzeln, was das Zeug hält.

Die Luftstreitkräfte schicken am Vormittag Piloten für eine Flugschau übers Land, und beim jährlichen Bibelquiz suchen Jugendliche die Antworten auf bibelbezogene Fragen, die für die jüdische Identität so wichtig sind.

Das Grußwort des israelischen Botschafters Yakov Hadas-Handelsman auf YouTube: www.youtube.com/watch?v=_2Fg0UK21LM

Krieg

Netanjahu fordert Ermittlungen gegen Soldaten im Film »NAZA«

Der Premier wirft den anonymen Beteiligten mögliche Straftaten im Zusammenhang mit der Weitergabe geheimer Informationen vor

von Sabine Brandes  13.10.2026

Interview

»Wenn wir weder denken noch irgendetwas tun müssen – was machen wir dann?«

Der israelische Mathematiker Assaf Hasson warnt vor oberflächlichen Antworten, undurchsichtigen Beweisen und einer Generation, die sich zu sehr auf Künstliche Intelligenz verlässt

von Sabine Brandes  13.10.2026

Oktoberfest

Wiesn am Mittelmeer

Die bayerische Festtradition wird in Israel neu interpretiert

von Sabine Brandes  13.10.2026

Glosse

Wir stehen zum Existenzrecht Pakistans!

Absurder als im rot-rot-grünen Berlin wird’s nicht mehr

von Philip Fabian  13.10.2026

Replik

Einspruch, euer Ehren!

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ging in diesem Jahr an Philippe Sands. Ausgerechnet ein Mann, dessen Autorität auf juristischer Präzision und universellen Maßstäben gründet, nimmt es mit dem Völkerrecht erstaunlich ungenau

von Leeor Engländer  13.10.2026

Medien

Israel verweigert »taz«-Korrespondentin Arbeitsvisum

Diaspora-Ministerium: »Antiisraelische Akteure und diejenigen, die Israel verleumden, sollten keinen Fuß in das Land setzen«

 13.10.2026

Israel

Ein Toter und 24 Verletzte bei Explosion von Blindgänger

Ein mutmaßlicher Blindgänger explodiert in Nordisrael. Es gibt ein Todesopfer und zahlreiche Verletzte. Berichten zufolge waren Schüler und ein Lehrer in der Gegend gewandert

 12.10.2026

Katharina von Schnurbein

»Ich habe das Gefühl, den richtigen Weg gegangen zu sein«

Die EU-Antisemitismusbeauftragte Katharina von Schnurbein wechselt von Brüssel nach Berlin. Sie folgt dort Felix Klein nach. Ein Porträt

von Michael Thaidigsmann  12.10.2026

Korruption

Bestechungsring in der Vorstadt

Umschläge voller Bargeld, Luxusuhren und teure Autos: Der Bürgermeister von Kfar Saba und seine Frau sollen Geschäftsleuten gegen Zahlungen lukrative Aufträge verschafft haben. 17 Verdächtige wurden festgenommen

von Sabine Brandes  12.10.2026