Einen Tag nach dem tödlichen Raketeneinschlag in Beit Schemesch hat Staatspräsident Isaac Herzog den Ort der Verwüstung besucht und scharfe Warnungen an mit Teheran verbündete Terrororganisationen gerichtet. Bei dem Angriff waren neun Zivilisten, darunter auch Kinder, ums Leben gekommen. Wie israelische Medien berichteten, wurde eine Synagoge zerstört und zahlreiche Wohnhäuser in dem Viertel schwer beschädigt.
Herzog sprach von einem Wendepunkt für die Region. Zugleich richtete er sich ausdrücklich an jene Terrorgruppen, die als Stellvertreter Irans gelten. »Ich empfehle jedem Proxy, nicht einmal daran zu denken, einen weiteren Krieg mit uns zu beginnen. Wir werden nicht zulassen, dass sie ihre Kräfte an unserer Grenze aufbauen«, erklärte er laut Mitteilung seines Büros.
Die Warnung erfolgt vor dem Hintergrund neuer Gefechte im Norden: In der Nacht hatte die Hisbollah aus dem Libanon heraus Israel angegriffen – nach eigenen Angaben als Reaktion auf die amerikanisch-israelische Bombenkampagne gegen Ziele im Iran.
Appell an die Menschen im Iran
Herzog stellte die aktuellen Ereignisse in einen größeren historischen Zusammenhang. »Wir befinden uns mitten in einer sehr wichtigen Phase der Geschichte. Diese Phase wird die Richtung des Nahen Ostens bestimmen«, sagte er. Anstelle von »endlosem Terror und Chaos, geschaffen vom Imperium des Bösen aus Teheran«, könne ein Wandel treten, der Hoffnung und Frieden bringe – getragen von einer Koalition von Staaten, die sich dem iranischen Einfluss entgegenstelle.
Der Präsident äußerte die Hoffnung, dass der laufende Militäreinsatz tatsächliche Veränderungen bewirken werde. »Ich hoffe aufrichtig, dass diese Operation voranschreiten wird, sodass es echten Wandel gibt«, sagte er. Zugleich wandte er sich direkt an die Bevölkerung des Iran: »Wir rufen das iranische Volk auf. Dies ist eure Gelegenheit, in diesem Moment aufzustehen und Veränderungen in der Region herbeizuführen, damit wir alle in Frieden leben können.«
Zum Abschluss sprach Herzog den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Der Angriff auf das Wohngebiet von Beit Schemesch habe unschuldige Menschen aus dem Leben gerissen und eine Gemeinde tief erschüttert. im