Grand Slam Tel Aviv

Irans Ex-Judo-Weltmeister kämpft in Israel

Saeid Mollaei startet für die Mongolei - Sagi Muki twittert »Willkommen, Bruder«

 20.02.2021 19:55 Uhr Aktualisiert

Saeid Mollaei 2018, damals noch in seinem Anzug vom iranischen Team Foto: imago images/Kyodo News

Saeid Mollaei startet für die Mongolei - Sagi Muki twittert »Willkommen, Bruder«

 20.02.2021 19:55 Uhr Aktualisiert

Der frühere Judo-Weltmeister Saeid Mollaei ist nach seiner Flucht aus dem Iran erstmals bei einem internationalen Turnier in Israel angetreten. Der 29-Jährige, der nach seiner Flucht in Deutschland Asyl beantragt hatte, erreichte am Freitag beim Grand Slam in Tel Aviv in der Gewichtsklasse bis 81 Kilogramm das Halbfinale. Mollaei startet für die Mongolei, im Viertelfinale besiegte er den deutschen Weltranglisten-Siebten Dominic Ressel und kämpfte sich sogar bis ins Finale: Dort verlor Mollaei am Abend gegen den Usbeken Scharoffidin Boltabojew.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Tokio Mollaeis Geschichte hatte bei der WM im August 2019 in Tokio für Wirbel gesorgt. Der Iraner war damals von Verantwortlichen seines Verbandes und anderen Offiziellen angewiesen worden, im Halbfinale gegen den Belgier Matthias Casse nicht anzutreten oder absichtlich zu verlieren. Denn es drohte ein Finale gegen den Israeli Sagi Muki. Seit Jahrzehnten verbietet es der Iran seinen Sportlern, gegen Israelis anzutreten. Der Iran erkennt Israel als Staat nicht an.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Trotzdem ging Mollaei gegen den Belgier auf die Matte, verlor den Kampf aber völlig entnervt knapp. Daraufhin floh der Judoka aus dem Iran, lebt nun an einem unbekannten Ort in Deutschland und kämpft für die Mongolei, für die er auch an den Olympischen Spielen in Tokio in diesem Jahr teilnehmen will. Der iranische Judo-Verband wurde vom Weltverband als Reaktion mit einer Schutzsperre belegt.

Empfang In Tel Aviv kam es nun auch zu einem Wiedersehen mit Muki. »Willkommen Bruder«, schrieb der 28 Jahre alte Israeli in den sozialen Netzwerken zu einem Foto der beiden. Mollaei bedankte sich nach seiner Ankunft für den freundlichen Empfang. Nach Angaben der israelischen Botschaft in Berlin trainierte der Iraner dort auch mit dem israelischen Team. Muki sagte nach Medienberichten in einem Radiointerview, Mollaeis Besuch sei eine große Botschaft an die Welt. dpa

Pandemie

Kampf gegen das Virus geht weiter

Israelischer Premier spricht sich für Tests statt Quarantäne aus – viele Impfpässe werden Anfang Oktober ungültig

von Sabine Brandes  23.09.2021

Jerusalem/Stockholm

Ende der diplomatischen Eiszeit

Yair Lapid: Telefongespräch der Außenminister symbolisiert Wiederbelebung der Beziehungen

 20.09.2021

Israel

Zwei Palästinenser nach Flucht aus Gefängnis gefasst

Auch die letzten beiden der insgesamt sechs flüchtigen Männer sitzen jetzt wieder im Hochsicherheitstrakt Gilboa

 20.09.2021

Covid

Reiseleiter ohne Hoffnung

Wegen der Beschränkungen sind viele in der Tourismusbranche arbeitslos

von Sabine Brandes  19.09.2021

Nachrichten

Razzia, Einsturz, Avocados

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  19.09.2021

Corona

Biontech-Booster erhöht Corona-Schutz bei Senioren deutlich

Israelische Studie: Auffrischungsimpfung bei Menschen über 60 Jahren verbessert Wirkung des Vakzins beträchtlich

 17.09.2021

Diplomatie

Eine neue Vision?

Mithilfe Ägyptens könnte der Friedensprozess wiederaufgenommen werden

von Sabine Brandes  15.09.2021

Corona

Zehnmal mehr Antikörper nach dritter Spritze

Aktuelle Studie des Medizinzentrums Sheba in Israel bestätigt hohe Wirksamkeit der Auffrischimpfung

von Sabine Brandes  15.09.2021

Jom Kippur

Alles steht still

Die Mehrheit der jüdischen Israelis will am Versöhnungstag fasten. An der Kotel sind begrenzte Beterzahlen zugelassen

von Sabine Brandes  15.09.2021