Tel Aviv

»Ich habe lange von diesem Abend geträumt«

Steve Witkoff Foto: copyright (c) Flash90 2025

Der US-Sondergesandte Steve Witkoff hat kurz vor der erhofften Freilassung der letzten Gaza-Geiseln die entscheidende Rolle von US-Präsident Donald Trump hervorgehoben. »Wir alle sind Präsident Trump zu tiefstem Dank verpflichtet«, sagte Witkoff vor Angehörigen und Freunden der Verschleppten sowie zahlreichen Teilnehmern einer Großkundgebung in Tel Aviv. Sobald der Name Trump fiel, wurde Witkoff von langanhaltendem Applaus und »Danke Trump«-Rufen unterbrochen. Ein Sprecher der Familienangehörigen sagte, auf dem Platz seien rund 400.000 Menschen.

Zugleich würdigte Witkoff, der von Trumps Tochter Ivanka und deren Mann Jared Kushner begleitet wurde, die Kraft und Geduld der Angehörigen und des israelischen Volkes. »Danke, dass Sie gezeigt haben, dass die Zukunft dieser Region nicht auf den Trümmern alten Hasses, sondern auf der Verheißung gemeinsamer Hoffnung aufgebaut werden kann«, sagte Wittkoff. »Ich habe lange von diesem Abend geträumt«, sagte der Sondergesandte.

Buhrufe und Pfeifkonzert bei Netanjahus Namen

Als Witkoff auch die Rolle von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hervorhob, schlug der Jubel jedoch in Buh-Rufe und Pfiffe um, die Witkoff fast aus dem Tritt brachten. »Leute, lasst mich meine Gedanken zu Ende bringen«, bat er. Netanjahu habe alles für dieses Land gegeben, betonte er. Viele Angehörige und Freunde der Geiseln werfen Netanjahu jedoch vor, nicht genug für die Freilassung der Verschleppten getan zu haben. 

Auch Ivanka Trump und Kushner sprachen kurz zu der Menschenmenge und würdigten neben dem US-Präsidenten auch Witkoffs Rolle für den Verhandlungserfolg. »Es war mir eine Ehre, mit einem so besonderen Menschen zusammenzuarbeiten«, sagte Kushner.

Israel und die Hamas hatten Trumps Friedensplan begrüßt. Dessen erster Teil sieht die Freilassung aller noch 47 Geiseln im Gazastreifen vor, die am Sonntag beginnen könnte. Israel hatte sich zuvor aus Teilen des Gazastreifens zurückgezogen und seit Freitagmittag gilt eine Waffenruhe.

Auslöser des Krieges war das Hamas-Massaker in Israel am 7. Oktober 2023, bei dem 1.200 Menschen umgebracht und 251 in den Küstenstreifen verschleppt wurden. Israel nahm daraufhin den Kampf gegen die Hamas auf. Nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen wurden dabei mehr als 67.000 Palästinenser getötet. Die Zahl lässt sich jedoch nicht unabhängig überprüfen und unterscheidet nicht zwischen Terroristen und Zivilisten. dpa/ja

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