Nepal

Hilfe vor Ort

Mehr als 200 Israelis, die aus dem Erdbebengebiet in Nepal ausgeflogen wurden, sind am Dienstagnachmittag auf dem Ben Gurion-Flughafen in Tel Aviv gelandet.

Der israelische Botschafter in Nepal, Yaron Meir, sagte, zwei Hubschrauber seien derzeit noch unterwegs, um im abgelegenen Langtang-Nationalpark nach Dutzenden weiteren israelischen Wanderern zu suchen. Bei dem verheerenden Erdbeben in Nepal starben Tausende Menschen. Viele werden immer noch vermisst. Am Samstag hatte ein Beben der Stärke 7,8 die Himalaya-Region erschüttert.

Nepal ist ein beliebtes Reiseziel für israelische Rucksacktouristen. Jedes Jahr machen sich mehrere Hundert junge Leute – oft nach ihrem Armeedienst – in Richtung Himalaya auf. Am Montag rettete ein Team der Versicherungsgesellschaft Harel vier Israelis vom Mount Everest. Sie hatten wegen des Erdbebens den Abstieg nicht geschafft. Alle vier sollen sich bei guter Gesundheit befinden. Weitere zehn Israelis wurden aus der Everest-Region in der Nähe der Grenze zu Tibet gerettet.

Leihmütter Unter den Menschen, die am Dienstag nach Israel ausgeflogen wurden, waren laut einem Bericht der »Times of Israel« 15 Babys, die in Nepal von Leihmüttern für israelische Paare ausgetragen wurden. Am Montagabend war bereits ein Flugzeug mit fünf solchen Babys auf dem Flughafen Sde Dov in Tel Aviv gelandet. Alle Kinder sollen bei guter Gesundheit sein.

Nepal ist ein Hauptziel für israelische Paare, die Schwierigkeiten haben, selbst Kinder zu bekommen. Insgesamt 26 Paare haben nach dem Erdbeben an die israelische Regierung appelliert, bei der Rettung ihrer von Leihmüttern in Nepal geborenen Kinder zu helfen.

200 israelische Rettungsspezialisten, unter ihnen viele Ärzte, wollen den Nepalesen helfen, die Katastrophe zu bewältigen. Professor Jonathan Halevy, Direktor des Shaare Zedek-Krankenhauses in Jerusalem, soll das Feldlazarett leiten. »Ich bin sehr stolz, hier zu sein«, sagte Halevy bei seiner Ankunft in Nepal. Das Lazarett solle in der Nähe eines Armeekrankenhauses in Katmandu aufgebaut werden. Auch die Hilfsorganisationen Tevel B’Tzedek und IsraAid haben freiwillige Helfer nach Nepal geschickt.

Am Sonntag landeten zwei Rettungsflugzeuge in Nepal, eines von Magen David Adom und eines der israelischen Armee und des Außenministeriums. Am Montag und Dienstag sandte die IDF weitere Flugzeuge mit Medizinern und Rettungspersonal an Bord in die Region.

Hotline Emmanuel Nahshon, der Sprecher des Außenministeriums, betonte, es sei derzeit schwierig, Kontakt zu den Israelis aufzunehmen, die sich in der Erdbebenregion befinden, da die meisten Funk- und Telefonnetze ausgefallen seien. Das Außenministerium richtete eine Telefonhotline für Bürger ein, die Angehörige in Nepal vermissen. Ferner gibt es eine private Facebook-Seite, auf der Fotos von Menschen gepostet werden können, die noch vermisst werden.

Am Wochenende campierten etwa 170 Israelis in Zelten im Garten der israelischen Botschaft. Nach Auskunft des Gesandten Yehonathan Lebel bereiteten sich viele von ihnen Essen auf Campingkochern zu, manche sangen und spielten Gitarre. Die Botschaft stellte ihnen Nahrungsmittel sowie Elektrizität zur Verfügung, um ihre Handys aufzuladen, damit sie zu Hause anrufen können.

Nachbeben Das Botschaftspersonal wurde von Außenminister Avigdor Lieberman angewiesen, sich wegen der Gefahr von Nachbeben möglichst im Freien aufzuhalten. Er fügte hinzu, die Botschaft wisse nicht genau, wie viele Israelis sich derzeit in Nepal aufhielten, er schätze die Zahl aber auf mehrere Hundert. Premierminister Benjamin Netanjahu und Staatspräsident Reuven Rivlin hatten gleich, nachdem das Ausmaß der Katastrophe bekannt wurde, den Nepalesen ihr Mitgefühl ausgesprochen und Hilfe angeboten.

Meinung

Wie die UN indirekt den Holocaust relativieren

Die kürzlich angenommene Resolution zur Aufarbeitung des transatlantischen Sklavenhandels ist ein Akt des geschichtspolitischen Revisionismus

von Jacques Abramowicz  15.04.2026

Jerusalem

Mossad-Chef: Einsatz gegen Iran erst mit Machtwechsel beendet

»Unsere Mission ist noch nicht beendet«, sagt David Barnea

 15.04.2026

Diplomatie

Prosor kritisiert israelischen Minister wegen Merz-Schelte

Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich hatte dem Bundeskanzler nach dessen Kritik an der Siedlungspolitik vorgeworfen, Juden vorschreiben zu wollen, wo sie leben sollen

 14.04.2026

Umfrage

Große Mehrheit jüdischer Israelis unterstützt Fortsetzung des Krieges gegen Hisbollah

Befragt wurden Bürger auch zu den Streitkräften und der Regierung von Benjamin Netanjahu

 14.04.2026

Nahost

Historische Verhandlungen zwischen Israel und Libanon

Zum ersten Mal seit mehr als 40 Jahren führen Beirut und Jerusalem direkte Gespräche auf politischer Ebene. Können sie zu einem Durchbruch im aktuellen Konflikt führen?

von Amira Rajab, Cindy Riechau  14.04.2026

Ramallah

Fatah-Funktionär bietet Terror-Häftlingen Entscheiderrollen an

Tayseer Nasrallah spricht von einer »echten und ernsthaften Vertretung der palästinensischen Gefangenen«. Dabei handelt es sich auch um Täter, die wegen tödlicher Terroranschläge gegen Israelis verurteilt wurden

 14.04.2026

Jom Haschoa

Erinnerungen im Wohnzimmer

Am Holocaustgedenktag kommen in Israel Menschen bei »Sikaron Ba‘Salon« zusammen, um Überlebenden zuzuhören

von Sabine Brandes  14.04.2026

Automatisierter Handel

»Geistiger Schaden«: Bnei Brak will Verkaufsautomaten nachts schließen

Stadtrat Rabbiner Ze’ev Lipschitz, der die Änderung eingebracht hatte, spricht von ökologischen, körperlichen und vor allem »spirituellen« Schäden durch Automaten

 14.04.2026

Jerusalem

Israel begeht den Jom Haschoa im Zeichen des Krieges – Netanjahu kritisiert Europa

Der Kontinent leide an »tiefer moralischer Schwäche«, sagt der Ministerpräsident

 14.04.2026