Visite

Heulende Sirenen begleiten Maas bei Besuch in Israel

Außenminister Maas besichtigt mit Israels Außenminister Aschkenasi ein von der Hamas zerbombtes Wohnhaus. Foto: imago images/photothek

Auch während des Aufenthaltes von Außenminister Heiko Maas flogen die Raketen der Hamas aus dem Gazastreifen weiter auf den israelischen Süden. Das zeige, »wie ernst die Situation ist, in der sich die Menschen in Israel befinden«, fasste der Außenminister nach einem Treffen mit seinem israelischen Amtskollegen Gabi Ashkenazi zusammen.

Am Nachmittag hatten Maas und Ashkenazi ein Haus in Petach Tikwa in der Nähe von Tel Aviv besichtigt, das bei einem Direkttreffer einer Hamas-Rakete stark beschädigt wurde.

SOLIDARITÄT Uneingeschränkt sei die deutsche Solidarität: Die Menschen in Deutschland würden an der Seite ihrer israelischen Freunde stehen, versicherte Maas. Ashkenazi bedankte sich für den Besuch, »in einer Zeit, in der Raketen auf uns fallen.« Das sei Israel sehr wichtig.

Ausdrücklich erwähnte Ashkenazi die Unterstützung aus Deutschland – vom Bundespräsidenten, der Bundeskanzlerin und Maas persönlich, bedankte sich dafür und hob hervor: »Deutschland hat vom ersten Tag an Israels Seite gestanden«.  

»Israel hat das Recht, sich gegen solche massiven, inakzeptablen Angriffe zu verteidigen.«

Außenminister Heiko Maas

»Wir Demokratien haben die Möglichkeit zu wählen. Und wir verteidigen uns. Wir versuchen, exakt und verhältnismäßig zu reagieren und wissen zu differenzieren zwischen der Hamas und den Zivilisten«, erläuterte Ashkenazi die Situation.

VERNICHTUNG Und Maas pflichtete ihm bei: »Israel hat das Recht, sich gegen solche massiven, inakzeptablen Angriffe zu verteidigen. Solange es Staaten und Gruppierungen in dieser Region gibt, die Israel mit Vernichtung drohen, müssen Sie natürlich in der Lage sein, das Land und seine Bewohner beschützen.« Deutschlands Solidarität erschöpfe sich nicht in Worten.

Man sehe aber auch, so Maas weiter, wie die Eskalation der Situation das Leid auf beiden Seiten befördere. Und deshalb unterstützt Deutschland die internationalen Bemühungen um einen Waffenstillstand. Dafür habe man in der vergangenen Woche ständig miteinander in Kontakt gestanden. »Im Interesse der Menschen sollte die Gewalt bald enden.«

Auch beim Treffen zwischen Maas und Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu war die Solidarität aus Deutschland das Hauptthema. »Sie können auf uns zählen«, machte der Besuch aus Deutschland klar.

Seit Tagen setzen sich verschiedene Länder für eine Feuerpause zwischen Jerusalem und der Hamas ein, darunter die USA und Ägypten. Nach den Treffen in Israel reiste der deutsche Außenminister weiter nach Ramallah, um Palästinenserpräsident Abbas im Westjordanland zu treffen. Anschließend wird er nach Berlin zurückkehren.

Einen Bericht zur am späten Donnerstagabend verkündeten Waffenruhe lesen Sie hier.

USA-Besuch

Netanjahu reist zu Gesprächen mit Trump nach Washington – Abflug verzögert sich

Der israelische Regierungschef soll gegenüber seinen Ministern erklärt haben, die US-Regierung wolle einen Abzug Israels Truppen aus dem Libanon, Syrien und Gaza. »Ich werde Nein sagen«, so der Ministerpräsident

 27.07.2026

Aufruf

Zwei Moscheen im Westjordanland angezündet – Siedler sprühen Parolen auf Moschee

In der Westbank ist es zu einer Serie mutmaßlicher Angriffe radikaler Siedler gekommen. Unterdessen forderten zahlreiche frühere Vertreter von Armee und Geheimdiensten Trump auf, gegenüber Netanjahu das Thema anzusprechen

 27.07.2026

Jerusalem

Netanjahu wirft Mamdani Hetze gegen Juden vor

Die Äußerungen des New Yorker Bürgermeisters über Israel schürten Hass, spalteten die Stadt spalten und trügen dazu bei, dass sich viele jüdische Einwohner nicht mehr sicher fühlten

 27.07.2026

Meinung

Bringt Israel die Vereinten Nationen zu Fall?

Die obsessive Fixierung der UN auf den jüdischen Staat steht im Widerspruch zu ihren ursprünglichen Werten. Diese Heuchelei wird der Staatengemeinschaft irgendwann noch zum Verhängnis werden

von Daniel Neumann  26.07.2026

Meinung

Wo ist der Geist von Sarajevo?

Auch in Deutschland rufen Vertreter der bosnischen Diaspora zunehmend nach harten Sanktionen gegen Israel und scheuen den Dialog mit den jüdischen Gemeinden hier. Das war schon einmal anders

von Marc Simon  24.07.2026

Tel Aviv

Deutschlands neuer Botschafter in Israel stellt sich auf Instagram vor

Alexander Graf Lambsdorff übernimmt die deutsche Vertretung in Israel. In einer Videobotschaft betont der frühere Moskau-Botschafter die enge Zusammenarbeit beider Nationen

 24.07.2026

Wissenschaft

Israelische Forscher entdecken einzigartiges Immunsystem bei Seeanemonen

Die beteiligten Wissenschaftler hoffen, dass ihre Ergebnisse langfristig zum Schutz von Korallenriffen beitragen könnten

 24.07.2026

Jerusalem

Likud-Abgeordneter verärgert Netanjahu mit behauptetem Angriff auf Iran

Das Likud-Mitglied Moshe Saada sagte in einem Interview: »Jeder weiß, dass wir kurz vor einem Angriff auf den Iran stehen – vielleicht sogar schon an diesem Wochenende.«

 24.07.2026

Meinung

Wenn der »Spiegel« mit der Hamas kuschelt

Die Hamas verkündet, einen Nachfolger für Yahya Sinwar gefunden zu haben. Für das große deutsche Nachrichtenmagazin Grund, eine Runde Sympathie und Mitgefühl zu spendieren

von Sophie Albers Ben Chamo  23.07.2026