Politik

Heimatfront macht dicht

Heimatfront-Übung im Hadassah-Krankenhaus in Jerusalem Foto: Flash 90

Eklat im Ministerium zur Verteidigung der Heimatfront. Nur wenige Stunden, nachdem sein Generalsekretär den Hut genommen hatte, trat auch der Minister persönlich zurück. Der Chef des Ressorts, Gilad Erdan, informierte Premierminister Benjamin Netanjahu am Dienstag, dass er zu Ende Mai kündigt. Mehr noch: Er drängte den Regierungschef sogar, das Ministerium komplett zu schließen. Offenbar geht es in erster Linie um Unklarheiten bei der Zuständigkeit.

In einem fünfseitigen Brief erklärte er seine Entscheidung. Angeblich habe das Ressort seine Funktion erfüllt und sei nun zu nichts mehr nütze. Die Verantwortlichkeiten sollten dem Verteidigungsministerium übergeben werden. Der Mangel an Förderung und die Weigerung des Verteidigungsministeriums, ein Abkommen zur Klärung der Verantwortung zu erlangen, machten die »Heimatfront« überflüssig, schrieb Erdan.

»Ich habe diese Entscheidung im Sinne des öffentlichen Interesses getroffen«, so der Minister. »Die Heimatfront braucht eine einheitliche zentralisierte Stelle, die mit den Belangen professionell umgeht.«

Armee Das Ministerium ist zur Koordination des Schutzes der zivilen Bevölkerung im Falle von Kriegen, Naturkatastrophen und Ähnlichem eingerichtet worden. Die Verantwortung ist zwischen verschiedenen Einrichtungen aufgeteilt, darunter die Armee, die Polizei und die Stadtverwaltungen. Eigentlich hätte das Ministerium in enger Abstimmung mit der Armee funktionieren sollen. Doch offenbar ist dem nicht so gewesen.

Denn der Generalsekretär und ehemalige General Dan Ronen hatte zuvor als Grund für seinen Rücktritt erklärt, dass die Aufteilung der Autoritäten unklar und irritierend sei und das »Verteidigungsministerium sich der ›Heimatfront‹ und seinen Mitarbeitern gegenüber inakzeptabel verhält«. Außerdem würde die Regierung ihre Versprechen nicht halten, das Ministerium mit einer logistischen Infrastruktur zu versorgen.

Katastrophen Insgesamt gäbe es zwei Ansätze. Der eine sei, dass die Armee als Einzige Fähigkeiten zur Verteidigung habe. Dieser war lange Jahre gültig. Im zweiten Libanonkrieg im Jahr 2006 hat sich gezeigt, dass diese Strategie scheitert. Der andere Ansatz, so Ronen weiter, sei der, »den alle aufgeklärten Demokratien verfolgen«. Hier kümmert sich ein Ministerium zur Verteidigung der Heimatfront um sämtliche Belange, die die zivile Bevölkerung im Falle von Krieg und Katastrophen betrifft. »Und wenn die Armee dabei helfen kann, ist das ein Vorteil«, so Ronen.

Das Ministerium war 2011 ins Leben gerufen worden. Ronen wird seinen Posten bereits Ende April räumen. Er ist der zweite Generalsekretär, der innerhalb eines Jahres das Handtuch wirft. Netanjahu hat sich bislang noch nicht zu dem Skandal im Ministerium geäußert.

Beit Lid

Nach Festnahme eines Wehrdienst-Verweigerers: Tausende Haredim demonstrieren

Einzelne Teilnehmer versuchten, einen Zaun vor dem Gefängnis niederzureißen

 21.07.2026

Flugverkehr

Wegen des Krieges: Dutzende Flugausfälle pro Tag möglich

Die Amerikaner wollen weitere fliegende Tanker schicken. Die Konsequenzen: Tausende Passagiere pro Tag könnten ohne Flugverbindung dastehen

 21.07.2026

Photo by Al-Aqsa TV/UPI Photo via Newscom picture alliance

Gaza

Khalil al-Hayya wird neuer Hamas-Führer

Knapp zwei Jahre nach der Tötung ihres Anführers Yahya Sinwar durch die israelische Armee hat die radikalislamistische Hamas mit Khalil al-Hayya offenbar einen neuen Chef

 20.07.2026

Tel Aviv

Zamir warnt Iran vor Angriffen auf Israel

»Wir werden mit großer Stärke gegen jeden vorgehen, der uns schadet«, sagt der Generalstabschef, nachdem Trümmer einer iranischen Rakete auf Israel niedergegangen sind

 20.07.2026

Protest

Minister und Aktivisten demonstrieren für Wiederaufbau von Siedlungen in Gaza

Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir setzt sich seit Jahren für israelische Siedlungen im gesamten Gazastreifen ein. Premier Netanjahu lehnt das ab

 20.07.2026

Berlin

Humboldt-Universität will weiter mit Israel kooperieren

Die Berliner Humboldt-Universität ist gegen einen Boykott israelischer Hochschulen. Das Studierendenparlament hatte zuletzt einen Abbruch der Beziehungen gefordert

 20.07.2026

7. Oktober

»Die Ärzte beschlossen, ihn zu erschießen«

Hanan Yablonka wurde von Hamas-Terroristen in den Gazastreifen entführt und getötet. Nun hat erstmals seine Schwester Avivit Yablonka Abady über Hanans letzte Minuten gesprochen

 20.07.2026

Ben-Gurion-Flughafen

Randale an Bord: Drei Israelis in Lufthansa-Maschine festgenommen

Die Polizei muss Gewalt anwenden, da die Passagiere keine Einsicht zeigen und Beamte angreifen

 20.07.2026

Ulaanbaatar

Angriff auf israelische Touristen in der Mongolei

Während der Attacke riefen die Angreifer »Heil Hitler« und »Verschwindet von hier«

 20.07.2026