Gazastreifen

Hamas will angeblich Geisel-Deal

Foto: Flash90

Angeblich hat die Terrororganisation Hamas im Gazastreifen vor, die dort festgehaltenen israelischen Geiseln freizulassen. Natürlich für einen hohen Preis. Das berichten mehrere israelische Medien am Dienstagmorgen. »Die Hamas ist bereit zu sofortigen Verhandlungen, um einen Gefangenenaustausch mit Israel zu erreichen«, sagte Hamas-Chef Yahya Sinwar am Montag.

KÄMPFE Am Sonntag war der Chef des ägyptischen Geheimdienstes, Abbas Kamel, in Israel zu Besuch gewesen. Einen Tag darauf fuhr er weiter nach Gaza. Erst vor wenigen Tagen hatte es zwischen Jerusalem und der Hamas im Gazastreifen einen Waffenstillstand nach elf Tagen blutiger Kämpfe gegeben.

Mehr als 4000 Raketen waren auf Israel abgefeuert worden, die israelische Armee hatte als Reaktion darauf Hunderte von Zielen der Hamas und des Islamischen Dschihad beschossen, um seine Bürger zu schützen und weitere Angriffe auf den jüdischen Staat zu verhindern.

Während des Besuchs von Kamel wehten ägyptische Fahnen im Gazastreifen. Ein Gefangenenaustausch habe bereits vorher zur Debatte gestanden, doch sei er durch Geschehnisse in Israel unterbrochen worden, führte Sinwar aus. Aus Jerusalem gibt es bislang keinen Kommentar dazu.

Im Gazastreifen werden zwei israelische Zivilisten und die sterblichen Überreste zweier Soldaten festgehalten.

Im Gazastreifen werden zwei israelische Zivilisten gefangen gehalten: der israelische Beduine Hisham Al-Sayed und Avraham Mengistu. Letzterer soll unter psychischen Problemen leiden. Die Zivilisten hätten beide im Jahr 2014 die Grenze nach Gaza freiwillig überquert, heißt es.

Die Hamas bestätigte nie offiziell, dass sie die beiden Männer entführt hat, Jerusalem geht jedoch davon aus. Außerdem verweigert die Hamas die Rückgabe der sterblichen Überreste der beiden Soldaten Hadar Goldin und Oron Shaul an ihre Familien. 

CHEF Der letzte Gefangenenaustausch zwischen Jerusalem und der Terrororganisation hatte im Jahr 2011 stattgefunden. Damals hatte Premierminister Benjamin Netanjahu 1027 palästinensische Sicherheitsgefangene für den israelischen Soldaten Gilad Shalit freigelassen. Einer der Gefangenen war Sinwar. Er hatte wegen Mordes im israelischen Gefängnis gesessen. Jetzt ist der Chef der Hamas im Gazastreifen.

Nicht klar ist, wie viele Gefangene die Hamas für die israelischen Zivilisten und die Leichname der Soldaten verlangen wird. Nach dem Treffen mit Kamel aber habe Sinwar zu Journalisten gesagt: »Merken Sie sich die Zahl 1111. Sie werden sich noch daran erinnern müssen.«

Davos

Israels Präsident sieht iranische Führung als sehr fragil

Israels Präsident Herzog nimmt die iranische Führung nach den Massenprotesten als geschwächt wahr. Warum er trotzdem vor zu viel Optimismus warnt und internationale Unterstützung fordert

von Sara Lemel  22.01.2026

Davos

Trump gründet »Friedensrat«

US-Präsident Trump und weitere Staatenlenker unterzeichneten das Gründungsdokument des umstrittenen neuen Gremiums. Israel nahm an der Zeremonie nicht teil, will aber Mitglied des Rates werden

 22.01.2026

Diplomatie

Papst ernennt neuen Botschafter für Israel

Erst seit 1994 haben der Vatikan und Israel volle diplomatische Beziehungen. Der Botschafter des Papstes dort ist zugleich auch Delegat für Palästina. Nun hat der Papst einen Wechsel vorgenommen

 22.01.2026

Nahost

Israelis verwirrt wegen Trumps Iran-Reden

Das Verteidigungsministerium in Jerusalem erhöht die Alarmbereitschaft der Armee

von Sabine Brandes  22.01.2026

Gazastreifen

Hamas will angeblich die Waffen niederlegen

Berichten zufolge hat die Terrororganisation mit den USA eine Vereinbarung getroffen, dass sie eine »politische Partei« werden kann

von Sabine Brandes  22.01.2026

Gaza

Konkurrenz für die UNO?

Der »Friedensrat« nimmt langsam Gestalt an. Russlands Präsident Wladimir Putin und Israels Premier Benjamin Netanjahu wurden zur Teilnahme eingeladen

von Sabine Brandes  22.01.2026

Medien

Sophie von der Tann für Grimme-Preis nominiert

Die umstrittene ARD-Journalistin Sophie von der Tann führt die Liste der Nominierungen für den Grimme-Preis an. In allen Kategorien dominieren die Öffentlich-Rechtlichen. Zugleich gibt es Kritik an zahlreichen Leerstellen

von Jana Ballweber  22.01.2026

Nevatim-Luftwaffenbasis

Eyal Zamir: Israels Armee auf Einsatz gegen jeden Gegner vorbereitet

Der Generalstabschef warnt vor »Mehrfrontenbedrohungen«. Die IDF seien jedoch »einsatzfähig, ausgebildet und in höchster Alarmbereitschaft«

 22.01.2026

Meinung

Liebe Iraner, wir fühlen mit euch!

Als Israelin wünscht sich unsere Autorin nichts mehr, als dass das brutale Regime in Teheran bald fällt. Ein offener Brief an die mutigen Menschen im Iran

von Sabine Brandes  21.01.2026