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Gleichstellung, Babys, Botschaft

Protest in Tel Aviv gegen Gewalt an Frauen Foto: Flash 90

Gleichstellung
Tel Aviv setzt auf die Mitarbeit der Bevölkerung, um Gleichstellung in der Stadt sicherzustellen. Dafür lud sie Arbeitgeber, Geschäftsinhaber und Sozialaktivisten ein, Vorschläge für Initiativen und Programme einzubringen. Der strategische Plan der Verwaltung soll sich um jeden Aspekt des öffentlichen Lebens drehen. Vor allem geht es darum, Gewalt gegen Frauen einzudämmen, mehr Sport für sie anzubieten sowie Inhaberinnen von Geschäften und Frauen in Führungspositionen zu fördern. Außerdem sollen unter anderem mehr weibliche Figuren auf Straßenschildern des Stadtbildes auftauchen. »Die Pandemie hat die sozialen, wirtschaftlichen und geschlechtsspezifischen Ungleichheiten verstärkt«, meint die stellvertretende Bürgermeisterin Zippi Brand. »Und dagegen müssen wir etwas tun.«

Babys
Im vergangenen jüdischen Jahr 5780 sind laut dem neuesten Bericht des Zentralen Statistikbüros in Israel 170.000 Kinder geboren worden. Insgesamt liegt die Zahl der Bevölkerung im jüdischen Staat derzeit bei 9.246.000 Menschen, 1,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor. 25.000 Neueinwanderer zogen in dieser Zeit nach Israel, die meisten von ihnen gemäß dem Rückkehrrecht. Gegenüber 5779 ist die Wachstumsrate allerdings um 0,5 Prozent zurückgegangen. Dennoch gibt das Büro nach wie vor an, dass Israel die Zehn-Millionen-Einwohner-Grenze 2024 erreicht. 2048 werden demzufolge 15 Millionen Einwohner in dem kleinen Nahoststaat leben und 2065 20 Millionen.

Strafe
Die Regierung muss gegen den Oberrabbiner der Stadt Safed Disziplinarmaßnahmen verhängen, urteilte das Oberste Gericht. Rabbi Shmuel Eliyahus Kommentare seien »Drohungen, Aufwiegelung und Hassrede«. Als Beispiel gab Richter Alex Stein Eliyahus Aussage an: »Wir müssen versuchen, alle zu töten, die die Hand gegen einen Juden erheben. Nicht neutralisieren, sondern von der Erde entfernen.« Eliyahu habe zudem gesagt: »Wann immer Palästinenser einen Juden sehen, morden sie.« Die so zum Ausdruck gebrachte Mentalität stehe im Widerspruch zur Tora, fügte der Richter hinzu. Außerdem habe Eliyahu sich über Politiker mit abfälligen Bemerkungen ausgelassen, vor allem über Naftali Bennett von Jamina. Dies zieme sich nicht für einen Angestellten im öffentlichen Dienst.

Botschaft
Bis Ende 2020 will Honduras seine Botschaft von Rischon LeZion nach Jerusalem verlegen. Der zentralamerikanische Staat hatte diesen Schritt bereits vor einer Weile angekündigt. »Um unsere strategische Allianz zu stärken, haben wir uns abgesprochen, gegenseitig Vertretungen in Tegucigalpa und Jerusalem zu eröffnen«, schrieb Präsident Juan Orlando Hernández auf Twitter. Momentan unterhält Israel noch keine Botschaft in Honduras. Lediglich zwei Nationen der Welt haben bislang Vertretungen ihrer Länder in Jerusalem eröffnet: die USA und Guatemala. Der israelische Premier sagte, dass auch Kosovo und Serbien dies in der nahen Zukunft tun wollen.

Museum
Das Museum des Jüdischen Volkes Beit Hatefutsot in Tel Aviv ist in Übereinstimmung mit den Corona-Regelungen derzeit geschlossen. Doch hinter den Türen passiert jede Menge. Die Museumsmitarbeiter feilen noch an den letzten Details der neuen Dauerausstellung. Die soll auf mehr als 6000 Quadratmetern die weltweit größte Ausstellung ihrer Art werden. Neben Hunderten von Objekten werden 40 eigens produzierte Filme und 25 interaktive Displays gezeigt. Die Schaffung der neuen Ausstellung dauerte zehn volle Jahre. Eröffnet wird sie voraussichtlich im Oktober dieses Jahres.

Musik
Die Unterhaltungsindustrie Israels liegt seit Mitte März fast komplett lahm. Um sie zu unterstützen, haben mehrere Künstler jetzt ein Album mit 50 Coverversionen von israelischen Klassikern aufgenommen. Es ist das jüngste Projekt der Inbar and Marius Nacht Foundation. Auf Tzav Ha’Shaa (Aufruf zum Handeln) singen 80 Künstler, darunter Aviv Geffen, Maayan Linik, Etti Ankri und Berry Sakharof. Darüber hinaus wurden 600 Fachleute aus der Branche beschäftigt. Alle Beteiligten erhalten ein Rosch-Haschana-Stipendium von rund 500 Euro. Marius Nacht ist einer der Tech-Unternehmer, die die erfolgreiche Cybersicherheitsfirma »Check Point Software« gründeten. Ein weiteres Anliegen der Initiatoren ist es, ein Gesetz voranzutreiben, das die Rechte von Musikern besser schützt.

Susanne Stephan

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