Israel

Gilad sagt Danke

Screenshot aus dem Video Foto: youtube

Gut sieht er aus, der junge Mann in dem Video. Sein Haar ist gewachsen, er ist nicht mehr blass und scheint zugenommen zu haben. Gilad Schalit hat am vergangenen Samstag zum ersten Mal zur Öffentlichkeit gesprochen. In einer Videobotschaft bedankte sich der am 18. Oktober aus der Geiselhaft der Hamas entlassene israelische Soldat bei allen Aktivisten.

Zwar wirkt er schüchtern und etwas unsicher, doch es ist ihm anzusehen, dass er Kräfte gesammelt hat. In der in seinem Haus aufgenommenen Nachricht dankte der junge Mann etwa 300 Aktivisten, die sich im Kibbuz Schfaim versammelt hatten, um seine Befreiung noch einmal zu feiern. 1.941 Tage lang hatten die Frauen und Männer für die Freiheit des Soldaten gekämpft, zum Teil ihre Jobs verlassen und sich ganz der Kampagne verschrieben.

Heldentum Schalit erklärte, er sei sicher, dass ihre anhaltenden Aktionen ein entscheidender Faktor für seine Freilassung gewesen seien. »Ich bin jedem Einzelnen von euch so dankbar«, sagte er. »Und werde es für den Rest meines Lebens sein.« Er sei sicher, dass er noch viel von den Aktionen hören werde, die im Sommer 2006 gestartet wurden und »trotz der vielen Schwierigkeiten und Enttäuschungen niemals aufhörten«.

Schalits Vater Noam sagte: »Heute haben wir das Ziel dieser langen Reise erreicht. Gilad muss noch einen weiten Weg gehen, aber ihr – ihr mutigen Aktivisten – könnt sagen: ›Der Job ist erfolgreich zu Ende gebracht worden.‹« Schimschon Liebman, der die Leitung der Kampagne übernommen hatte, bescheinigte den Anwesenden, die »Helden von 2011« zu sein. Mit den Worten des legendären israelischen Generals Yitzchak Sadeh verdeutlichte er: »Heldentum ist nicht nur Mut im Kampf, es ist auch das Gegenteil von Egoismus.«

Schalit war am 18. Oktober im Austausch gegen mehr als 1.000 palästinensische Häftlinge nach über fünf Jahren Geiselhaft freigelassen worden.

Das Video ist bei YouTube zu sehen (in Hebräisch) www.youtube.com/watch?v=cyl9jfNNxVk

Jerusalem

Israel startet Kampagne gegen Voreingenommenheit der UN

Ein Video zeigt Papageien bei der UNO-Vollversammlung, die »Beschuldigt Israel!« durch den Versammlungssaal schreien

 23.09.2026

Jerusalem

Lucien Lazare gestorben

Der Historiker und Pädagoge schloss sich während der deutschen Besatzung Frankreichs dem Widerstand an. In Israel gehörte er zur Kommission von Yad Vashem

 23.09.2026

Jerusalem

Israel droht mit Räumung Gazas im Falle neuer Entführung

Fast drei Jahre nach dem beispiellosen Hamas-Massaker am 7. Oktober droht Israels Verteidigungsminister mit drastischen Folgen, sollte erneut ein Israeli verschleppt werden

 23.09.2026

Israelische Zeitungen

Wahlergebnisse

»Sieg der Extreme«

Nach dem AfD-Erfolg in Mecklenburg-Vorpommern wächst in Israel die Aufmerksamkeit für Deutschlands politische Verschiebung

von Sabine Brandes  22.09.2026

Debatte

Wehret den Anfängen gilt rechts und links

Ein Offener Brief an Bischof Christian Stäblein vom Evangelischen Arbeitskreis der CDU Berlin/Brandenburg

von Cornelia Seibeld  22.09.2026

Reaktionen

Besorgnis in Israel nach Berlin-Wahl

Der Wahlsieg der Linken sorgt vor allem mit Blick auf Antisemitismus und das jüdische Leben in der deutschen Hauptstadt für Aufmerksamkeit in israelischen Medien

von Sabine Brandes  22.09.2026

Umfrage

Mehrheit sieht keine Chance für friedliche Zwei-Staaten-Lösung

Eine friedliche Koexistenz ist für eine Mehrheit der Israelis und eine noch größere Mehrheit der Palästinenser im Westjordanland und in Ostjerusalem derzeit nicht vorstellbar

 22.09.2026

Alei Zahav

Terroranschlag im Westjordanland: Vater rettet seinem Sohn das Leben und stirbt

»Papa, ich möchte dir für 16 gemeinsame Jahre danken. Danke, dass du mir zugerufen hast, als der Terrorist kam«, sagte der 16-Jährige Yoav bei der Beerdigung seines Vaters

 22.09.2026

Meinung

Berlin bekommt, was es verdient!

Ein Kommentar von Chefredakteur Philipp Peyman Engel zum Erdrutschsieg der Linkspartei in der Hauptstadt

von Philipp Peyman Engel  20.09.2026