Pandemie

Geimpfte Kinder doppelt vor Omikron geschützt

In Israel werden Kinder ab fünf Jahre geimpft. Foto: Flash90

Israelische Kinder, die gegen das Coronavirus geimpft wurden, bekommen die Omikron-Variante weniger als halb so häufig wie ihre ungeimpften Altersgenossen. Das zeigt eine neue Untersuchung, die vom Gesundheitsministerium geleitet wurde. Es ist wahrscheinlich die erste Studie ihrer Art.

NEUINFEKTIONEN Dieser Tage hat Israel mit einer massiven Infektionswelle durch die bislang neueste Coronavirus-Variante zu kämpfen. Täglich kommen zum Teil mehr als 70.000 Neuinfektionen hinzu.

Die Forschung untersuchte Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren und stellte dabei fest, dass die Impfstoffe einen starken Schutz gegen die Coronavirus-Variante boten, insbesondere in den ersten Monaten nach der Verabreichung.

Den Daten zufolge wirken die Impfstoffe am besten kurz nach der Verabreichung.

»Selbst während der Omikron-Welle bietet ein in den vergangenen drei Monaten verabreichter Impfstoff, ob zwei Dosen oder eine Auffrischspritze, einen verbesserten Schutz im Vergleich zu Ungeimpften oder jenen, deren Impfschutz abgelaufen ist«, so das Ministerium.

Die Studie wurde vom Gesundheitsministerium in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern des Weizmann Instituts, des Technions, der Hebräischen Universität und des Gartner Instituts am Sheba Krankenhaus durchgeführt. Sie ergab, dass sich zwischen dem 25. Dezember und dem 16. Januar durchschnittlich etwas mehr als 260 von 100.000 ungeimpften Kindern in dieser Altersgruppe pro Tag infizierten. Unter den Geimpften lag die Zahl knapp über 120. Auch bei Teenagern, die eine Auffrischimpfung erhalten hatten, sei ein erhöhter Schutz zu beobachten gewesen.

JUGENDLICHE Den Daten zufolge wirken die Impfstoffe am besten kurz nach Verabreichung, da sie dann Omikron in Schach halten würden. Aber diese Abwehr sinke nach einigen wenigen Monaten allerdings schnell. Laut der Studie erkrankten Jugendliche, die ihre ersten beiden Dosen drei bis vier Monate zuvor erhielten, mit einer Rate von 220 Fällen pro 100.000 Menschen an Covid. Diejenigen, die fünf Monate oder länger zuvor geimpft wurden, waren allerdings nur geringfügig besser geschützt als die Ungeimpften. Sie infizierten sich mit einer Rate von etwa 290 pro 100.000.

Eine andere Studie, durchgeführt von der Bar-Ilan-Universität, zeigt eine deutliche Verringerung der am häufigsten gemeldeten Langzeitsymptome von Covid-19 bei Personen, die mit zwei Dosen geimpft und infiziert wurden, im Vergleich zu nicht geimpften, zuvor infizierten Personen.

Die geimpften und infizierten Personen berichteten nicht häufiger von entsprechenden Symptomen als Personen, die nie mit dem Virus infiziert waren. Diese Ergebnisse legten nahe, so die Universität, dass zwei Dosen des Covid-19-Impfstoffs vor dem sogenannten »Long Covid« schützen. Bei Personen, die nur eine Einzeldosis erhielten, wurde dies nicht beobachtet.

»Die neue Studie könnte Länder ermutigen, ihre Impfkampagnen auszuweiten.

Professor Michael Edelstein (Bar-Ilan-Universität)

Die Forschung wurde von Professor Michael Edelstein von der Azrieli-Fakultät für Medizin der Bar-Ilan-Universität in Safed in Zusammenarbeit mit drei angegliederten Krankenhäusern geleitet.

Die Studie, an der über 3.000 Teilnehmer teilnahmen, zeigte eine 50 bis 80-prozentige Verringerung von sieben der zehn am häufigsten berichteten Langzeitsymptome wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwäche und Muskelschmerzen vier bis elf Monate nach der Infektion bei geimpften Personen im Vergleich zu ungeimpften.

SYMPTOME «Ein doppelter Vergleich von geimpften mit ungeimpften Covid-19-Fällen, gefolgt von einem Vergleich von geimpften Fällen mit Personen, die keine Infektion meldeten, ermöglichte es uns, Folgendes zu zeigen: Geimpfte Personen hatten nicht nur viel weniger lange Covid-Symptome als ungeimpfte Personen, sondern sogar nicht mehr Symptome als Menschen, die sich nie infiziert hatten», erläuterte Edelstein, dessen Doktorand Paul Otiku die komplexe Datenanalyse leitete.

Diese Studie ist die erste einer umfassenden Forschung mit einer großen Anzahl von Patienten. Die Feststellung, dass Impfungen wahrscheinlich vor Langzeit-Covid schützen, könnte Länder ermutigen, ihre Impfkampagnen auszuweiten, und Personen, die noch nicht geimpft sind, davon überzeugen, sich impfen zu lassen, meint der Mediziner.

Nahost

US-Botschaftspersonal soll Libanon verlassen

Das amerikanische Außenministerium hat alle Mitarbeiter, die »nicht für den Notfall« benötigt werden, nach Hause beordert

 23.02.2026

Mailand

Israel schließt eigenes Bobteam von Olympia aus

Die Aktionen eines Athleten hätten gegen olympische Werte verstoßen, so die Begründung des Komitees

 23.02.2026

Nahost

Tucker Carlson blamiert sich in Israel

Der rechte Moderator hatte behauptet, er sei am Flughafen Ben-Gurion festgesetzt worden. Doch Videoaufnahmen zeigen ein anderes Bild

 22.02.2026 Aktualisiert

Kommentar

Eure Masche zieht nicht mehr!

Mittlerweile hat es sich selbst im Kulturbetrieb herumgesprochen, dass die Bigotterie der sogenannten pro-palästinensischen Aktivisten allzu durchschaubar ist, wenn Menschenrechte gepredigt und im gleichen Atemzug »Genozid« und »Boykott« geschrien wird

von Sophie Albers Ben Chamo  22.02.2026

Kino

Wegen israelfeindlicher Propaganda-Rede bei Berlinale: SPD-Minister verlässt die Preisverleihung 

 21.02.2026

Berlinale

»Free Palestine« auf der Bühne

Filmemacher Abdallah Alkhatib wirft der Bundesregierung vor: »Sie machen mit beim Genozid Israels in Gaza«

von Katrin Richter  21.02.2026

Meinung

Endlich kehrt Ehrlichkeit in die Debatte über die UNRWA ein!

Der CDU-Antrag bringt auf den Punkt, was seit Jahren verdrängt wurde: Palästinensische Gewalt darf natürlich nicht als politisches Instrument akzeptiert werden

von Daniel Neumann  21.02.2026

Berlinale

David Cunio: »Als ich nicht sprechen konnte, habt ihr mir eine Stimme gegeben«

Die israelische Ex-Hamas-Geisel bedankte sich an einem ebenso denkwürdigen wie emotionalen Abend im Babylon-Kino bei Regisseur Tom Shoval für den Film »A Letter To David«

von Ayala Goldmann  21.02.2026

Parteitag

»Die UNRWA ist nicht reformierbar«: CDU will Zahlungsstopp

Einmütig haben die Delegierten des CDU-Bundesparteitags in Stuttgart beschlossen, dass es künftig striktere Auflagen für deutsche Zuschüsse an die Palästinenser geben soll

von Michael Thaidigsmann  21.02.2026