Jerusalem

Gegen den »Hass-Faktor«

Michael Biton, Minister für strategische Angelegenheiten Foto: Flash 90

Jerusalem

Gegen den »Hass-Faktor«

Zum ersten Mal veröffentlicht die israelische Regierung einen Bericht zu Hetzkampagnen in sozialen Netzwerken

von Sabine Brandes  15.02.2021 17:01 Uhr

Im Hinblick auf die stark ansteigenden Fälle von »Hate Speech« im Internet hat die israelische Regierung zum ersten Mal einen Bericht zum Thema veröffentlicht. Auch Maßnahmen zur Eindämmung sind darin aufgeführt.

Der Bericht ist eine Kooperation der Ministerien für Strategische sowie Diaspora-Angelegenheiten und will gegen Antisemitismus, Aufwiegelung, Fake News und Verschwörungstheorien vorgehen. Es sei die »erste holistische Herangehensweise gegen den ‚Hass-Faktor‘, die zum internationalen Tag des sicheren Internets veröffentlicht wurde«, heißt es in einer Erklärung der Ministerien zu der Untersuchung »The Hate Factor«.

knesset Die Abgeordnete Michal Cotler Wunsh (Blau-Weiß) leitete die Diskussion in der Knesset, bei der auch Vertreter der großen sozialen Medienunternehmen in Israel anwesend waren.

Es ginge den Initiatoren vor allem darum, die Bemühungen der Betreiber sozialer Netzwerke voranzutreiben, damit antisemitische Hassreden ausgemerzt werden könnten. »Gegen diesen besorgniserregenden Trend muss es eine effektive Politik und eine entsprechende Umsetzung geben.«

»Leider nutzen feindselige und antisemitische Elemente die Unfähigkeit der sozialen Medien aus.«

Michael Biton, Minister für strategische Angelegenheiten

Zu einer der Maßnahmen gehört es, antisemitische Inhalte als solche zu benennen, ähnlich der Politik, die rund um Fake News bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen und der Covid-Pandemie angewandt wird. Es gehe dabei sowohl um den klassischen Antisemitismus, der sich gegen Juden richte, als auch um denjenigen, der sich als Israelkritik tarne.

ECKPFEILER Der Minister für strategische Angelegenheiten, Michael Biton von Blau-Weiß, machte deutlich, dass die freie Meinungsäußerung ein zentraler Bestandteil einer jeden Demokratie sei. »Leider aber nutzen feindselige und antisemitische Elemente die Unfähigkeit der sozialen Medien und Plattformen aus, um Hassrede zu verbreiten. Damit unterminieren sie diesen Eckpfeiler.«

Da das jüdische Volk und der Staat Israel sich ständig Angriffen durch Aufwiegelung und das Verbreiten von Falschinformationen ausgesetzt sehe, so der Minister, wolle man die Initiative ergreifen und die Verantwortung der sozialen Medienunternehmen hervorheben. »Sie müssen diese Verantwortung übernehmen und eine klarere, effektivere sowie transparente Politik einführen.«

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Herkunft und Sympathien der Spielerikone kursieren, erzählen die Söhne eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine andere, besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  16.07.2026 Aktualisiert

Italien

Wenn Anne Frank und Primo Levi mit »Nazis« beschmiert werden

Erneut antisemitischer Vandalismus gegen ein Holocaust-Gedenkgemälde in Mailand

 16.07.2026

Israel

Knesset beschließt Ausweitung geschlechtergetrennter Studiengänge

In Zukunft sollen auch Master- und Promotionsstudiengänge getrennt ür Frauen und Männer ermöglicht werden

 16.07.2026

Washington D.C.

Künftige kolumbianische Regierung will Botschaft nach Jerusalem verlegen

Damit gibt es bald neun diplomatische Vertretungen in der israelischen Hauptstadt

 16.07.2026

Westjordanland

Sicherheitsbehörden: Angriffe gewaltbereiter Siedler gehen zurück

Seit dem Höchststand im März sollen die Zahlen zuletzt aufgrund der Maßnahmen von Armee, Inlandsgeheimdienst und Polizei zurückgegangen sein

 16.07.2026

Tel Aviv

Eisenkot erhebt schwere Vorwürfe gegen Netanjahu

Netanjahu habe ihn vor Jahren als Generalstabschef gebeten, Soldaten auf den Golanhöhen in einen Schutzbunker zu schicken – in einem Gebiet, in dem sein Sohn Avner stationiert war

 16.07.2026

Wahlkampf

Der Anti-Bibi

Erstmals führt Gadi Eizenkot mit seiner Partei Jaschar die Wahlumfragen an. Wer ist der überraschende Top-Herausforderer?

von Joshua Schultheis  16.07.2026

Israel

Oberstes Gericht stoppt Gesetz zum Schutz ultraorthodoxer Verweigerer des Wehrdienstes

Die Richter kündigen zudem eine rasche Anhörung über die Rechtmäßigkeit der Regelung an

 16.07.2026

Nachrichten

Basketball, Wahlen, Atombombe

Kurzmeldungen aus Israel

von Ralf Balke  15.07.2026