Israel

Gallant zu Familien der Geiseln: Kein Deal zu erwarten

Der ehemalige Verteidigungsminister Yoav Gallant Foto: copyright (c) Flash90 2024

Die israelische Regierung hat offenbar die Hoffnung auf ein Abkommen über eine Freilassung der 97 weiterhin in der Gewalt der palästinensischen Terrororganisation Hamas befindlichen Geiseln aufgegeben – zumindest für den Moment. Verteidigungsminister Joav Gallant schenkte den Familien der Geiseln bei einem Treffen reinen Wein ein.

Ein Ende der Geiselkrise sei nicht in Sicht, erklärte der Minister. Hamas-Chef Yahya al-Sinwar beobachte die Eskalation zwischen der Hisbollah und dem Iran auf der einen und Israel auf der anderen Seite. Der Terror-Anführer hoffe darauf, dass sein Traum eines regionalen Krieges in Erfüllung gehe.

Daher erkenne er eine Verhärtung der Position der Hamas, sagte Gallant. »Es gibt eine Stagnation«, gab er vor den Geisel-Familien zu. »Ich sehe im Moment keinen Fortschritt, so leid mir dies tut.« Die weitgehend besiegte Hamas warte offensichtlich auf Ereignisse, die ihr nützen könnten und sei auch daher nicht gewillt, Geiseln freizulassen.

»Gesellschaftliche Notwendigkeit«

Gallant erklärte, sollte Israel die Gelegenheit haben, die Fronten im Libanon und in Gaza in einem Geisel-Deal zu verbinden, so wäre Israel dazu bereit. Damit meinte er eine Vereinbarung über eine Waffenruhe für die gesamte Region, die zu einer Freilassung von Verschleppten führen würde. Auch ein solches Abkommen ist jedoch nicht in Sicht.

Der Minister gab bei dem Treffen zu, nicht optimistisch zu sein. Ihm zufolge hat dies auch damit zu tun, dass die Hamas nicht mehr viel zu verlieren habe. Daher setzten die Terroristen auf Eskalation.

Trotz allem sei es eine »gesellschaftliche Notwendigkeit«, die Geiseln nach Hause zu holen, so Joav Gallant. »Wir brauchen dies ihretwegen, aber auch unsertwegen.« im

Medien

Wo steckt die palästinensische Opposition?

Zwei taz-Essays erzählen eindringlich von palästinensischer und muslimischer Entfremdung in Deutschland. Sie lassen zugleich einen entscheidenden blinden Fleck im Nahostkonflikts unerwähnt

von Leeor Engländer  10.08.2026

Archäologie

Die Fingerabdrücke von Qumran

Wie Wissenschaftler mithilfe von Künstlicher Intelligenz den Schriftrollen vom Toten Meer ihre letzten Geheimnisse entlocken wollen

von Sabine Brandes  10.08.2026

Triest

Israelischer Physiker Haim Sompolinsky erhält renommierte Dirac-Medaille

Der in Dänemark geborene Wissenschaftler ist 76 Jahre alt und emeritierter Professor am Edmond and Lily Safra Center und der Hebräischen Universität Jerusalem

 10.08.2026

Umfrage

Weder Netanjahu-Lager noch Opposition erreicht Mehrheit

Eine neue Erhebung zeigt: Der Likud bleibt stärkste Kraft. Was würde das für eine Regierungsbildung bedeuten?

 10.08.2026

Nahost

Board of Peace: Gaza-Plan einzige Garantie für Verhinderung weiterer Hamas-Massaker

Der Sondergesandte Nikolai Mladenov sagt, entscheidend sei dabei nicht Vertrauen in die Hamas, sondern eine lückenlose Überprüfung konkreter Schritte zur Entwaffnung der Terrororganisation

 10.08.2026

Nahost

Israel erlaubt offenbar Wiederaufbau in von ihm kontrollierten Teilen des Gazastreifens

Nach einem Bericht des Radiosenders der Armee sollen Ministerpräsident Netanjahu und Verteidigungsminister Katz die Arbeiten bereits vor rund zwei Wochen gebilligt haben

 10.08.2026

Flüge

US-Airline nimmt Route Tel-Aviv-New York wieder auf

Pünktlich zu Rosch Haschana gibt es wieder Direktflüge zwischen New York und Tel Aviv von anderen Anbietern als El Al

 09.08.2026

Jerusalem

Likud attackiert Wahlgremium

Der Likud protestiert gegen neue Mitglieder im unabhängigen Wahlgremium. Experten sehen darin einen möglichen Auftakt dazu, die Wahlergebnisse im Oktober nicht anzuerkennen

 09.08.2026

Wirtschaft

Kosmetik-Riese Sephora kommt nach Israel

An gleich drei Orten eröffnet der französische Kosmetikriese Filialen in Israel. Und das ist nicht alles

 09.08.2026