Israel

Fossilien werfen neues Licht auf Menschheit

Fossilienfunde in einer Höhle im nordisraelischen Karmelgebirge deuten darauf hin, dass eine Auswanderungswelle des Homo sapiens vor rund 200.000 Jahren während der Eiszeit stattgefunden hat. Foto: imago

Der moderne Mensch hat Afrika möglicherweise deutlich früher verlassen, als bisher angenommen. Fossilienfunde in einer Höhle im nordisraelischen Karmelgebirge deuteten darauf hin, dass eine Auswanderungswelle des Homo sapiens vor rund 200.000 Jahren während der Eiszeit stattgefunden habe, heißt es in einer Mitteilung der israelischen Antikenbehörde (IAA) und der Universität Haifa von Montag.

Forscher beider Einrichtungen untersuchten Tierfossilien in der Milija-Höhle und fanden Reste von 13 verschiedenen Nagern und Insektenfressern, darunter Arten, die heute in kalten Bergregionen wie dem Kaukasus verbreitet sind. Die tierischen Überreste wurden in derselben Schicht mit einem knapp 200.000 Jahre alten menschlichen Kieferknochen gefunden, der zu den ältesten menschlichen Knochenfunden außerhalb Afrikas zählt.

Zu den Funden gehört nach Angaben der Forscher eine nur in kalten Gebieten vorkommende Wühlmaus, die während der Eiszeit in der Region verbreitet war und vor 150.000 Jahren aus ihr verschwand. Dies zeige zum einen, dass es in Israel klimatische Bedingungen gegeben habe, die den Nagern ein Überleben ermöglichten. Der Fund menschlicher Knochen in derselben archäologischen Schicht lege ferner nahe, dass auch der Mensch sich dem Klima angepasst habe.

Die Funde, die am Sonntag in der Fachzeitschrift »Journal of Human Evolution« veröffentlicht wurden, widerlegen nach Einschätzung der Forscher die verbreitete Annahme, dass das Klima während der Eiszeit menschliche Wanderungsbewegungen zwischen den Kontinenten verhindert habe. Damit geben dsie neue Aufschlüsse über die Herkunft des modernen Menschen, seine Entwicklung sowie seine Anpassungsfähigkeit. kna

Westjordanland

Schin-Bet-Chef streitet mit Rechtsradikalen

David Zini fordert von Ministerin Orit Strock eine klare Verurteilung jüdischer Siedlergewalt – und droht mit der Rückkehr zur Verwaltungshaft

von Sabine Brandes  06.10.2026

Jahrestag

Israel warnt vor Angriffen auf Juden am 7. Oktober

Am 7. Oktober jährt sich das Massaker von Hamas-Terroristen in Israel. Bei dem Überfall 2023 wurden rund 1.200 Menschen getötet. Israel warnt nun Israelis im Ausland und Juden weltweit vor Angriffen

 06.10.2026

Gedenken

»Berlin steht fest an Israels Seite«

Regierender Bürgermeister Kai Wegner besucht zum Jahrestag des 7. Oktobers den Geiselplatz in Tel Aviv und erhält die Medaille der Stadt

von Sabine Brandes  06.10.2026

Grausamer Plan

Der Professor, der Massenmörder werden wollte

Der Akademiker plante, Hunderte Araber zu töten und viele Unterstützer zu gewinnen. Die Bar-Ilan-Universität zeigt sich »zutiefst entsetzt«

von Sabine Brandes  06.10.2026

Gaza

Hamas: Sinwars »rechte Hand« überlebt israelischen Angriff

Bei einem israelischen Luftangriff in dem Palästinensergebiet sollen am Wochenende mehrere Menschen getötet worden sein. Israel zielte auf den ranghöchsten Hamas-Führer in dem Küstenstreifen ab – doch der hat wohl überlebt

 06.10.2026

Be’eri

»Ich musste ihre Geschichte erzählen«

Dafna Gerstner hat die Hamas-Massaker überlebt und wagt einen vorsichtigen Blick in die Zukunft

von Geneviève Hesse  06.10.2026

Geiseln

Überlebt

505 Tage war Omer Shem Tov in der Gewalt der Hamas in Gaza. Seine Schilderungen zeigen, wie leicht es sich all jene machen, die bei der Bewertung des Krieges die perfide Taktik der Terroristen ausblenden

von Sabine Brandes  06.10.2026

Interview

»Wir haben Angst, dass Shani und Carolin vergessen werden«

Sonja Bohl-Dencker und Ricarda Louk leben seit dem 7. Oktober mit einer unvorstellbaren Wunde – dem Tod ihrer Töchter, die von Hamas-Terroristen ermordet wurden

von Sophie Albers Ben Chamo  06.10.2026

7. Oktober

»Ich hatte keine Ahnung, wie sehr wir gehasst wurden«

Unsere Autorin ist an der Grenze zu Gaza aufgewachsen und lebt heute in Berlin. Hier beschreibt sie, wie das Hamas-Massaker ihr Leben verändert hat – und was es mit ihr macht, dass sie und ihr Land plötzlich weltweit als genozidal verleumdet werden

von Adi Kaslasy-Way  06.10.2026