Tel Aviv

Flughafen für Ausländer teilweise geöffnet

Die Regeln für Ankommende in Israel wurden gelockert. Foto: Flash 90

Der internationale Flughafen Ben Gurion wird weiter geöffnet. Ab Mittwoch, 7. April, ist es einigen Personengruppen ohne israelischen Pass oder Aufenthaltsgenehmigung gestattet, ins Land einzureisen. Allerdings müssen sie ausnahmslos vorher eine Erlaubnis des Innenministeriums oder der israelischen Vertretung in ihrem Land einholen.

Zudem müssen sich alle Einreisenden, die weder Staatsbürger noch Anwohner Israels sind, nach der Ankunft für 14 Tage in Quarantäne begeben – auch wenn sie vollständig geimpft oder von einer Infektion mit dem Coronavirus genesen sind. Diese Regel ruft bei vielen Betroffenen Unverständnis und Wut hervor. Mit zwei negativen PCR-Corona-Tests kann diese Zeit auf zehn Tage verkürzt werden.

corona-test Die Reisenden müssen auch innerhalb von 72 Stunden vor dem Flug einen Corona-Test und einen weiteren nach Ankunft in Israel durchführen. Außerdem wird eine Reisekrankenversicherung gefordert, die medizinische Behandlung im Falle einer Infektion mit dem Coronavirus abdeckt.

Ab sofort dürfen alle Nicht-Staatsbürger einreisen, die nachweisen, dass sie Verwandte ersten Grades in Israel haben.

Entsprechend der neuen Regelungen, die vom Gesundheitsministerium am Dienstag veröffentlicht wurden, dürfen ab sofort alle Nicht-Staatsbürger einreisen, die nachweisen, dass sie Verwandte ersten Grades in Israel haben. Sie können ihren Ehepartner oder Lebensgefährten sowie die Kinder mitbringen, allerdings nur mit vollständiger Impfung oder nach Genesung. Lediglich Babys unter einem Jahr sind von Letzterem ausgenommen.  

BEHÖRDE Der Beweis der Verwandtschaft, so das Ministerium, müsse notariell beglaubigt sein und der entsprechenden Behörde vorgelegt werden, um die Genehmigung zu erhalten. Israelische Staatsbürger, deren Lebensmittelpunkt im Ausland liegt, dürfen ebenfalls ihre Angehörigen ersten Grades besuchen.

Allerdings gibt es bei einigen Angaben Unklarheiten. Es ist angeraten, in jedem Fall vor der Buchung eines Flugtickets das Innenministerium in Jerusalem oder die israelische Vertretung im eigenen Land zu kontaktieren.

Vor dieser Änderung war es Ausländern lediglich in wenigen Ausnahmefällen und aus humanitären Gründen gestattet, nach Israel einzureisen. Die weitere Öffnung folgt großer Frustration, vor allem in der Gruppe der Olim Chadaschim. Viele von ihnen warten seit Monaten auf eine Erlaubnis für Familienmitglieder, ins Land kommen zu dürfen.

PROTEST Am Dienstag demonstrierte eine Gruppe von einigen Hundert von ihnen vor der Knesset und verlangte mehr Transparenz bei den Vorgaben. Die Abgeordnete Michal Cotler-Wunsh sprach während des Protests und verkündete die neuen Regeln. Viele der Teilnehmer jedoch meinten, dass diese nicht weit genug gingen. »Zu wenig und zu spät«, lautete der Tenor.

Außerdem stellten sie infrage, warum geimpfte Einreisende sich für zwei Wochen in Quarantäne begeben müssen. Eine Antwort darauf gab es allerdings nicht.

Mullahs

Iran droht, Israel werde nur noch »verbrannte Erde« sein

Revolutionsgarden sprechen offen über Vernichtung Israels, sollte dessen Energieinfrastruktur angegriffen werden.

von Sabine Brandes  19.10.2026

Westjordanland

Zehn extremistische Siedler nach Gewaltexzess festgenommen

Präsident Isaac Herzog entschuldigt sich bei Opfern. Zugleich fordert eine Menschenrechtsorganisation eine Hotline für Notfälle im Westjordanland

von Sabine Brandes  19.10.2026

Westjordanland

Israels Armee räumt illegale Außenposten im Westjordanland

Als lasch kritisierte Gerichtsurteile gegen radikale Siedler helfen eher Wiederholungstätern als den Sicherheitskräften

 19.10.2026

Belfast

Barack Obama wirft Israel Landraub vor

Der jüdische Staat sei »zu weit gegangen«, sagt der frühere US-Präsident. Die Reaktion der Palästinenser auf die »jüdische Kontrolle über das Gebiet« sei deshalb aus ihrer Sicht nachvollziehbar gewesen

 19.10.2026

Israel

Trump stellt sich vor der Wahl hinter Netanjahu

Neun Tage vor der Parlamentswahl spricht der US-Präsident dem israelischen Ministerpräsidenten seine »volle und uneingeschränkte Unterstützung« aus. Netanjahu bedankt sich prompt

 18.10.2026

Israel

Führung und Verantwortung

Benjamin Netanjahus ehemaliger Militärsekretär erhebt Vorwürfe gegen den Premier

von Sabine Brandes  18.10.2026

Nahost

Bericht: Siedler attackieren EU-Diplomaten im Westjordanland

Maskierte Männer umstellen ein Diplomatenfahrzeug bei der Olivenernte im Westjordanland. Auch eine US-Fotografin wird verletzt

 18.10.2026

Kommentar

Ein Tag der Schande

Die Linkspartei, SPD und Grüne haben ihre Sondierungen beendet. Nun wollen sie in Berlin eine Regierung bilden

von Philipp Peyman Engel  17.10.2026

Meinung

Keine Wahlen in Palästina: Armutszeugnis für den Westen

Mahmud Abbas hat die Wahlen in den Palästinensergebieten erneut um ein Jahr verschoben und bricht damit seine Zusagen. Wann zieht man in Europa endlich Konsequenzen?

von Jacques Abramowicz  16.10.2026