Ausstellung

»Florenz-Rolle« in Jerusalem

Motiv aus der Florenz-Rolle Foto: PR

Das Israel-Museum beherbergt eine der 20 größten Sammlungen weltweit. Die jüngste Liste in »Newsweek« macht es offiziell. Mit seiner umfassenden Kollektion an archäologischen Artefakten, Judaika, Bildender Kunst und zeitgenössischen Werken liegt die Jerusalemer Institution auf Platz 17 aller Museen. Die rund eine halbe Million Kunstwerke werden in dem 1965 gegründeten Museum auf 18.500 Quadratmetern präsentiert.

Passend zum Laubhüttenfest wird im Rahmen der neuen Ausstellung Painting a Pilgrimage zum ersten Mal eine extrem seltene Reiserolle aus dem 14. Jahrhundert gezeigt, die erst kürzlich ins Museum gelangte.

pilger Die Pergamentrolle wurde von einem jüdischen Künstler aus Ägypten hergestellt, der das Heilige Land offenbar als Pilger im Mittelalter besucht hatte. »Seine Darstellungen zeigen die Reichhaltigkeit der Bräuche und Traditionen einer Pilgerreise zu den heiligen Stätten«, beschreibt das Museum.

Es wird angenommen, dass die Rolle in der Mitte des 14. Jahrhunderts in Italien angekommen sein muss.


Die »Florenz-Rolle«, die nach ihrem Fundort benannt ist, maß im originalen Zustand elf Meter und zeigte die Reise des Künstlers von seiner Heimatstadt Kairo bis in den Libanon sowie nach Jordanien und ins heutige Israel. Er besuchte unter anderem das Grab der Patriarchen und den Tempelberg. Während einige der Stätten heute nicht mehr existieren, werden andere nach wie vor von Gläubigen aus allen Ländern der Erde besucht.

Es wird angenommen, dass die Rolle etwa in der Mitte des 14. Jahrhunderts in Italien angekommen sein muss. Wie, darüber kann nur gemutmaßt werden. Wahrscheinlich, meint die leitende Kuratorin des Bereiches für jüdische Kunst und jüdisches Leben im Israel-Museum, Rachel Sarfati, hätten italienische Pilger sie mitgenommen.

EINBLICK Schließlich landete sie in der Sammlung der zentralen Nationalbibliothek von Florenz. 2008 wurde sie dort zufällig von Sarfati entdeckt. Die Expertin war begeistert von den farbenfrohen detailgenauen Darstellungen. »Der mittelalterliche Künstler gibt uns damit einen Einblick in das Leben seiner Zeit in unserer Region.«

Mehr noch: Sarfati stellte fest, dass das Kunstwerk, dessen Entstehungsdatum mit »19. Jahrhundert« katalogisiert war, tatsächlich fünf Jahrhunderte älter ist. Das Israel-Museum erwarb die Rolle und beherbergt mit ihr nun einen weiteren Schatz.

Boykott?

Weitere Firma verweigert Jerusalemer Seilbahn-Projekt

Die israelische Regierung will per Seilbahn einen direkten Zugang zur hochsymbolischen Klagemauer in Jerusalem schaffen. Aber immer mehr ausländische Partner ziehen sich zurück

von Andrea Krogmann  20.10.2026

Wahlkampf

Netanjahu stellt sich hinter religiöse Wehrdienstverweigerer

Um an der Macht zu bleiben, braucht Israels Ministerpräsident die Unterstützung der ultraorthodoxen Juden. Wenige Tage vor der Wahl übt er den Schulterschluss mit Religiösen, die sich der Wehrpflicht entziehen

von Andrea Krogmann  20.10.2026

Vanessa Emde (Die Linke)

Berlin

Linken-Fraktion vorerst ohne Einigung im Streit um Emde

Eine Abgeordnete, die in ihrer Israel-Kritik immer wieder nachlegt, und eine Fraktionsspitze, die ein Problem mit ihr hat: Im Berliner Koalitionspoker bleibt der Streit um Vanessa Emde ungelöst

 20.10.2026

Hamas

Emiratische Blase in Gaza

Israel erlaubt den VAE Infrastrukturarbeiten nahe Rafah. Den Wiederaufbau der Enklave knüpft Israels Premier Netanjahu an die Entwaffnung der Terrororganisation

von Sabine Brandes  20.10.2026

Tel Aviv

Wehrdienst oder Gefängnis: Armee stellt Chabad-Studenten vor die Wahl

Am Ben-Gurion-Flughafen wurden Dutzende Männer aus der Chabad-Lubawitsch-Bewegung festgenommen, als sie aus New York zurückkehrten

 20.10.2026

Tel Aviv

Gloria Gaynor tritt in Israel auf

Nur wenige ausländische Musiker kommen derzeit nach Israel. Die »Queen of Disco« ist eine von ihnen. Was für ein Verhältnis hat sie zum jüdischen Staat?

 20.10.2026

Israel

»So wollte ich nicht sterben«

Der indische Kapitän des »Fly Dubai«-Fluges schildert erstmals ausführlich, was genau sich an Bord abspielte

 20.10.2026

Knessetwahl

Gantz zieht die Reißleine

Nach dem Absturz seiner Partei verzichtet der Ex-Generalstabschef auf eine Kandidatur – und wirbt erneut für eine große Einheitsregierung.

von Sabine Brandes  20.10.2026

Tel Aviv

Israels Armee verhängt Urlaubsstopp vor der Wahl

Die Hintergründe

 20.10.2026