Israel

Finanzminister Smotrich sorgt mit Geisel-Kommentar für Kritik

Finanzminister Bezalel Smotrich Foto: picture alliance / REUTERS

Mit der Aussage, die Rückkehr der Geiseln sei nicht das Wichtigste, hat der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich von der rechtsextremen Partei »Religiöser Zionismus« für einen Aufschrei gesorgt. Angehörige der von der Hamas in den Gazastreifen Entführten blockierten aus Protest am Dienstagabend mehrere Hauptstraßen in Tel Aviv, wie israelische Medien berichteten.

Die Rückführung der verbliebenen 134 Geiseln sei seiner Meinung nach nicht das wichtigste Ziel Israels, sagte Smotrich laut Berichten in einem Interview mit dem öffentlich-rechtlichen Sender KAN. Dabei verurteilte er jene Stimmen als unverantwortlich, die ein Geiselabkommen »um jeden Preis« forderten. Als »sehr wichtig« bezeichnete er hingegen die Zerstörung der Hamas.

Angehörige der Geiseln reagierten laut Berichten mit Wut und riefen die Öffentlichkeit auf, sich dem Protest anzuschließen.

Der Minister im Kriegskabinett und frühere Verteidigungsminister Benny Gantz widersprach Smotrich. Die Befreiung der Geiseln sei die dringendste Aufgabe und nicht nur Israels Kriegsziel, sondern auch »unser moralischer Imperativ als Land und als Volk«, schrieb er am Dienstagabend auf der Plattform X.

»Moralische Schande«

Als »moralische Schande« bezeichnete Oppositionsführer Jair Lapid die Worte Smotrichs. Er machte den Finanzminister zusammen mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu für das Schicksal der Geiseln verantwortlich. Unter ihrer Aufsicht seien »israelische Bürger entführt, gefoltert und vergewaltigt« worden.

Smotrich wies die Kritik zurück. Er habe in dem Interview gesagt, dass es keinen Wettbewerb zwischen den Kriegszielen gebe. Nur durch die Zerstörung der Hamas werde Israel »mit Gottes Hilfe auch in der Lage sein, die Entführten zu ihren Familien zurückzubringen und ein ganzes Land aus der Gefangenschaft zu befreien«, schrieb er am Mittwoch auf X.

Natur

Gefährliche Ameise

Die invasive Afrikanische Großkopfameise breitet sich schnell aus und kann Ökosysteme sowie die Landwirtschaft schädigen – jetzt wurde sie in Haifa gefunden

 29.10.2026

Jerusalem

Wahl in Israel: Behörden sehen keine Beweise für Betrug

Den Vorwurf der ausländischen Einflussnahme auf die Knesset-Wahl nimmt die Wahlkommission aber ernst

 29.10.2026

Jerusalem

Lieberman: »Nicht mit Bibi und nicht mit Tibi«

Der Chef von Israel Beiteinu schließt eine Zusammenarbeit mit Netanjahu und den arabischen Parteien aus – und fordert eine rein zionistische Koalition

von Sabine Brandes  29.10.2026

Jerusalem

Israels Wahlkommission fordert Untersuchung möglicher ausländischer Einflussnahme

»Es wurden ernsthafte Verdachtsmomente an mich herangetragen«, sagt der Vorsitzende der Zentralen Wahlkommission, Noam Sohlberg

 29.10.2026

Jerusalem

Herzog will Neuwahlen vermeiden

Angesichts der unklaren Mehrheitsverhältnisse appelliert der israelische Präsident an die politischen Lager, sich bei den anstehenden Koalitionsverhandlungen kompromissbereit zu zeigen

 29.10.2026

Jerusalem

Auszählung der »Sonderstimmen« in Israel hat begonnen

Die Stimmen von Soldaten, medizinischem Personal, Patienten sowie israelischen Diplomaten im Ausland könnten die Sitzverteilung in der Knesset noch verändern

 29.10.2026

Jerusalem

Wahl-Patt in Israel: Netanjahu und Eisenkot suchen Partner

Kein Lager hat eine Mehrheit, die Regierungsbildung dürfte schwierig werden. Während erste Gespräche laufen, erhebt Netanjahus Partei schwere Wahlbetrugsvorwürfe

 29.10.2026

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  28.10.2026

Nachrichten

Auszählung, Expats, Einmischung

Kurzmeldungen aus Israel

von Sophie Albers Ben Chamo  28.10.2026