Maccabiah

Feuerwerk zum Abschied

Jubel, Rock und Partystimmung: die Abschlusszeremonie im Teddy-Stadion Foto: Flash 90

Niemals geht man so ganz. Für die meisten der 9000 Athleten ist das ein wahrer Satz. Nach fast zwei Wochen voller Spiele, Sport und Staunen haben viele der meist jungen Teilnehmer während der 19. Maccabiah eine ganz besondere Verbindung zu Israel aufgebaut. Am Dienstagabend ging die »jüdische Olympiade« bei der offiziellen Zeremonie mit einem Riesenfeuerwerk im Jerusalemer Teddy-Stadion zu Ende.

20.000 Gäste feierten zum Abschied des größten jüdischen Events der Welt eine wilde Party, an der die Planer vier volle Jahre getüftelt hatten. Mit dabei waren einige der coolsten Acts, die Israel derzeit zu bieten hat, unter anderen Infected Mushroom, Balkan Beatbox, TYP und Orphaned Land. Auf einer 70 Meter großen Bühne rockten die Stars das Stadion – sehr zur Freude der Feiernden. Neben den Sportlern tanzten und jubelten Trainer, Delegationsmitglieder, Familien und Freunde auf der Tribüne.

Immer wieder wurde auch auf die hervorragenden sportlichen Leistungen aufmerksam gemacht. Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat überreichte Auszeichnungen gemeinsam mit Omri Casspi, dem ersten israelischen Spieler in der amerikanischen National Basketball Association. Geehrt wurden die amerikanische Schwimmerin Andrea Murez, die fünf Gold- und zwei Silbermedaillen mit nach Hause nimmt, sowie Ex-Olympionike Garrett Weber-Gale, der zweimal Gold holte.

Traum »Jerusalem erhält mit der Maccabiah wieder die Bedeutung, die es vor 3000 Jahren hatte«, so der erste Mann der Stadt. »Die jüdischen Spiele hier bei uns zu haben, hat einen Traum Wirklichkeit werden lassen.« Der Vorsitzende der Maccabi-Weltorganisation, Jair Hamburger, pflichtete Barkat bei: »Es war das Richtige, die Spiele hier zu veranstalten. Wir hoffen, dass wir mit diesem Ereignis eine Saat in eure Herzen gepflanzt haben; dass ihr unserem Land stärker verbunden seid – denn wir brauchen euch.«

75 Delegationen aus aller Herren Länder waren zum drittgrößten sportlichen Ereignis der Welt angereist. 21 von ihnen nahmen zum ersten Mal an den Wettkämpfen teil. Darunter auch so kleine jüdische Gemeinden wie Kuba oder Kasachstan. Dessen Delegationsleiter, Ilja Pyuro, sagte, die Teilnahme habe »wahnsinnig viel Spaß gemacht, auch wenn wir Amateure sind und viele Teams wesentlich professioneller.«

Ben Rich, Coach der Jugendbaseballmannschaft aus Kanada, kann das nur bestätigen: »Es gab hier so unglaublich viel Spaß, die Maccabiah ist eine Erfahrung wie keine andere. Wenn man in Israel landet und plötzlich wahrnimmt, dass jeder um einen herum jüdisch ist, durch Jerusalem und Tel Aviv spaziert und unser Erbe bestaunt – das ist wirklich das Beste.«

Botschaft Die Athleten maßen sich in 38 Kategorien, darunter Tennis, Baseball, Fußball, Bridge, Schwimmen oder Kunstturnen. In der Gesamtwertung standen die Gastgeber ganz oben auf dem Siegertreppchen. Mit dem größten Team von rund 3000 Teilnehmern räumte Israel 411 Medaillen ab, darunter 153 goldene und 135 silberne. Die amerikanische Delegation folgte auf Platz zwei. Die 1200 sportlichen Amerikaner nehmen 196 Auszeichnungen (77 Mal Gold, 60 Mal Silber) mit nach Hause.

Die eigentliche Botschaft an diesem Abend aber ging weit über die sportliche hinaus. Immer wieder vermittelten die Laudatoren: Eure wahre Heimat ist Israel. Allen voran Wirtschaftsminister Nafatli Bennett, der das Publikum aufforderte, einen Moment innezuhalten. »Stellt euch vor, ihr sitzt in einer Zeitmaschine, die euch 2000 Jahre in die Vergangenheit katapultiert. Es gibt kein Stadion, keine Lichter. Nur Tausende von Brüdern und Schwestern, die Juden sind wie wir, an denselben Allmächtigen glauben und dasselbe Blut in ihren Adern haben. Das ist Israel, Schwestern und Brüder. Wir lieben euch, und wir wollen euch zurück.«

Festung Armeechef Benny Gantz blies in dasselbe Horn: Jeder Teilnehmer solle darüber nachdenken, was er seiner Familie erzählt, wenn er zurückkehrt. »Sagt ihnen, dass ihr zu Hause wart. Denn egal, ob ihr in Argentinien, Kroatien, den USA oder an einem anderen Ort aufgewachsen seid: Eure Heimat ist hier. Israel ist eine Festung für Juden aus allen vier Himmelsrichtungen – und wird es für immer sein.«

Eine, die gar nicht mehr zurück will, ist die US-Basketballspielerin Jacqui Kalin. Die 24-Jährige aus Iowa führte ihr Team zum Sieg gegen Israel. Nach der Maccabiah aber wird die junge Frau die Seiten wechseln. Sie hat bereits beim erfolgreichen Basketballclub Ramat Hascharon unterschrieben.

Ihren Aufenthalt im Gelobten Land beschreibt sie als »absolut überwältigend. Es gibt so viel zu sehen und aufzunehmen, und überall so viel Geschichte.« In Iowa habe sie nicht viele jüdische Freunde gehabt. »Man trifft dort einfach nicht besonders viele«, erzählt sie schmunzelnd. Jetzt ist Kalin sicher, in Israel ihre perfekte neue Heimat gefunden zu haben: »An einem solchen Ort zu spielen, hat eine riesige Bedeutung für meinen Glauben.«

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